Tendenziell würde ich vermuten, dass Du aufhören musst, zu gehen. Du hast möglicherweise verlernt, anzuhalten, wenn Du verstehst, was ich meine. Erfahre das Nichttun, das natürliche Gefühl des Seins. Erfahre die Gelassenheit, die mit der Präsenz Deines Körpers verbunden ist und die Du wiederentdecken kannst.
Diese Erfahrung ist keine Frage des bewussten Tuns oder Denkens sondern eine des bewussten Seins. Der vermeintlich Weg dahin ist der eines Lassens.
Es gibt eine Technik, die Du zuhause üben kannst.
Wenn Du das regelmässig machst, wird sich viel verändern, wirst sehen.
Ein paar mal am Tag 1-2 Minuten reichen schon aus. Entscheidend ist die Regelmässigkeit.
Entspannt hinsetzen, atmen und einfach bewusst sein ohne aktiv zu denken.
Dieses reine Bewusstsein ohne zu denken, könnte man auch als Körperbewusstsein beschreiben. Setz Dich also hin und sei Dir Deines Körpers bewusst. Fühle die Präsenz Deines Körpers. (Du kannst bspw. mit geschossenen Augen die Präsenz Deiner Hand fühlen- wenn sie anfängt zu kribbeln, ist das nichts schlechtes- die Durchblutung wurde angeregt.)
Wenn Du Dir Deiner lebendigen Präsenz bzw. der lebendigen Präsenuz Deines Körpers bewusst bist, dann nimm alles was dann kommt (Gedanken und Gefühle) hin, ohne es zu bewerten. Lass einfach alles sein, wie es ist.
Also ganz egal, welches Gefühl oder welcher Gedanke gerade in Dir auftaucht- lass den Gedanken oder das Gefühl sein, ohne daran zu haften, ohne es positiv oder negativ zu bewerten und ohne Dich dagegen zu wehren.
Anfänglich werden schon nach kurzer Zeit grosse Widerstände gegen diese Praxis in Dir aufkommen. Du wirst einen mitunter sehr starken Widerwillen dagegen empfinden und es wird Dir immer wieder passieren, dass Du emotional oder gedanklich abschweifst- also bestimmten Gedanken und Gefühlen nachgehst oder innerlich (gedanklich) dazu Stellung nimmst. Lass Dich davon nicht ablenken, sondern kehre einfach immer wieder zu Deinem Ausgangszustand zurück. Wenn Du durchhältst, wirst Du ein wahres Wunder erleben.
Das Wunder, dass Du erleben wirst, ist das, was Du eigentlich bist. Es ist der wesentlich Teil von Dir, den Du infolge Deiner Identifikation mit bestimmten Denk- und Fühlgewohnheiten vergessen hast. Es ist die bewusste Dimension Deiner, das, was Du eigentlich bist, das was Du sozusagen vor oder unter allem Denken und Fühlen bist. Es ist das Potenzial Deines Selbst, das allem zugrundeliegt, was Du bist.
Je stärker Deine Erfahrung dieses grundlegenden, unkonditionierten Selbst wird, desto unabhängiger wirst Du von der gewohnten Selbst- und Fremdwahrnehmung, die sich darüber, quasi an der Oberfläche des Seins abspielt. Es ist die ununterbrochene Gedanken- und Gefühlstätigkeit des konditionierten Egos (das meine ich wertfrei), das davon lebt, dass Du Dich mit ihm identifizierst.
Wenn Dich das Thema an sich interessiert, kannst Du mal Eckhart Tolle lesen, "Jetzt, die Kraft der Gegenwart". Letztlich ist es aber keine intelektueller, sondern ein Erfahrungsweg. Denken ist dabei eher hinderlich- denn das Denken ist ja immer das Gewohnte und damit Teil des Problems.