charlie hebdo

Mal eine philosophische Frage

Wenn Allah ein allwissender und allmächtiger Gott ist, dann wüsste er doch, dass Karikaturen über den Propheten Mohammed gemacht werden. Dann hätte er doch schon länst etwas dagegen unternehmen können, oder? Hat er aber nicht.

Wenn Allah ein allwissender und allmächtiger Gott ist, was bildet sich dann ein Gläubiger ein, Allah "rächen" zu müssen? Das hätte doch Allah selbst erledigen können.

Mit anderen Worten: Was haben die Mörder von Paris denn eine Meinung von Allah?

Denke ich auch schon die ganze Zeit! Hätte ein allmächtiger Allah es nötig, seinen Propheten von irgendwelchen stupiden Kreaturen rächen zu lassen? Sind die Mörder wirklich der Überzeugung, sie müssten das in die Hand nehmen?
Das wäre doch Missachtung des Allmächtigen
 
Ich glaube, dass solche Menschen, die so etwas tun, solch einer Gehirnwäsche unterzogen werden, was jenseits unserer Vorstellungskraft liegt.
 
Ich glaube, dass solche Menschen, die so etwas tun, solch einer Gehirnwäsche unterzogen werden, was jenseits unserer Vorstellungskraft liegt.

Dahinter steckt wohl ein extremer (Welt-)Schmerz, ein extremes Minderwertigkeitsgefühl, ein extremer Selbsthass, die sich irgendwann in eine dumpfe Wut steigern, die im Außen vernichten will, was innen nicht gelebt werden kann: Liebe und Freiheit.

Mit den Worten Alfred Adlers: "Alle menschlichen Verfehlungen sind das Ergebnis eines Mangels an Liebe."

Das glaube ich auch. Trotzdem bleibt die Frage, was dann von einer Religiösität übrig bleibt. Und vor allem: Was sagen die Islamvertreter Deutschlands dazu? Davon lese und höre ich nichts.
http://www.focus.de/politik/ausland...in-anderes-buch-als-den-koran_id_4395381.html
http://www.focus.de/politik/ausland...in-anderes-buch-als-den-koran_id_4395381.html

"FOCUS Online: Immer wieder heißt es, Islam und Islamismus hätten nichts miteinander zu tun. Hilft dieser Satz weiter?

Khorchide: Ich halte nichts von dem Satz, Islam und Islamismus hätten nichts miteinander ...zu tun. Ich halte auch nichts von apologetischen Sätzen, wie wir sie nach den Anschlägen von Paris wieder gehört haben, diese Anschläge hätten mit dem Islam nichts zu tun. Denn die Extremisten berufen sich schließlich auf kein anderes Buch als auf den Koran. Es gibt innerhalb der islamischen Theologie eine Bandbreite an Positionen – von friedlichen, menschenfreundlichen bis hin zu menschenverachtenden, gewalttätigen Haltungen. Die eigentliche Frage ist, warum sich einige Menschen auf die humanen Aspekte der 1400-jährigen Ideen-Geschichte des Islam beziehen und andere auf die grausamen. Die andere Frage ist, wie wir die offenen, menschenfreundlichen Positionen stärken können. Es ist ein Verdrängungsmechanismus, zu behaupten, die Gewalt, die wir erleben, habe nichts mit dem Islam zu tun. Es ist das Ausweichen vor einer kritischen Auseinandersetzung mit den Teilen der islamischen Tradition, die längst überholt sind. Die islamische Theologie muss sich dieser Auseinandersetzung stellen. [...]


Doch liegt das Problem nicht nur in der Theologie. Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, diese Menschen aufzufangen – über die Bildung und über den Arbeitsmarkt, etwa. Hinzu kommt die politische Dimension: Wenn man genau auf die Argumente hört, mit denen vor allem junge Menschen für die extremistischen Milieus rekrutiert werden, lautet die Botschaft: Der Westen exportiert keine demokratischen Werte, sondern Waffen und Krieg. Als Beispiel genannt wird immer wieder der Nahe Osten, wo Amerika und Europa beispielsweise Waffen an Israel lieferten oder die USA in den Irak einmarschiert seien mit der Lüge, dort gebe es Massenvernichtungswaffen. Damit legitimieren extremistische Gruppierungen Gewalt gegen amerikanische und europäische Institutionen. [...]"
 
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