@Alubehütet
Da ich ja mehrere Jahre in Italien (Ligurien, touristisches Einzugsgebiet der Lombardei) gelebt habe, kann ich folgendes bestätigen:
Die Krankenhäuser sind modern, die Ärzte sind gut, die medizinische Versorgung gilt für jeden, selbst für Nichtitaliener. In meinem Fall wollten sie noch nicht mal die deutsche Krankenkasse sehen und ich bekam einfach so eine Spritze gegen Nackensteifheit, weil ich sonst nicht mit dem Auto hätte nach Deutschland fahren können, um mich an der Uni zurückzumelden.
Auf der anderen Seite leidet der Italiener sehr schnell und steht bei jedem kleinen Infekt kurz vorm Tod oder fürchtet seine "angeborene Herzschwäche". D. h. der italienische Patient tendiert zum Einsatz von Kanonen auf Spatzen.
Da die gesamte italienische Fleischproduktion mehr oder weniger in der Po-Ebene geschieht, der Rest von Italien ist Steilküste und ziemlich wildes Gebirge, ist auch dort von einem überdurchnittlichen Einsatz von Antibiotika in der Tiermast auszugehen, was zu Resistenzen führt, wie wir wissen.
An den Küsten wird relativ wenig Fleisch gegessen, eigentlich immer nur Fisch, doch im norditalienischen Festland mit engen Bindungen zu Österreich, Schweiz und Deutschland gibt es durchaus eine reguläre Fleischküche - scaloppini milanese, spaghetti bolognese u.v.m.
Ich halte den norwegischen Erklärungsansatz für ziemlich durchdacht in Kombination mit der Veraltung der italienischen Gesellschaft. Sie kriegen in EU am wenigsten Kinder, ich glaube, nicht einmal 1 Kind pro Frau. Das hat mit den realitiv kleinen Löhnen im Verhältnis zu den Lebenskosten zu tun. Lebensmittel kosten in Italien - bis auf Obst und Gemüse - etwa das Doppelte im Vergleich zu Deutschhland.