Einfach nur der Link, ganz ohne Kommentar?
Ich habe das Paper zwar auch nur überflogen, aber wenn ich das so recht verstanden habe, plädieren sie im Grunde für Supression, also das Anstreben einer Reproduktionszahl dauerhaft weit unter eins, was wohl nur mit der Beibehaltung der Maßnahmen möglich erscheint (zZt liegen wir wohl bei 1,1-1,2)
Das ist wohl eher das, was Frankreich erst kürzlich beschlossen hat.
Btw, ich finde es auch sehr problematisch, dass die "Meinung" der Leopoldina derzeit so sehr in den Fokus gerückt ist, und überhaupt nicht verwunderlich, dass es so deutlich dem Tenor des jüngsten Diskurses im Land folgt.
Und ja, es ist weiterhin eine "Meinung", so wissenschaftlich fundiert, so gut sie auch begründet und so sehr sie auch mit zahllosen Professoren- und Doktorentiteln flankiert sein mag.
Denn vor allem geht es darum, Risiken für Menschenleben abzuschätzen und diese in irgendeiner Form mit anderen drohenden Verlusten und Nachteilen aufzurechnen. Und das ist vor allem anderen zunächst einmal eine Priorität, die man setzt, eine axiomatische Grundlage, ein nicht weiter begründbares, beweisbares, zurückführbares System von Basisannahmen und Grundwerten.
Es wird gerade darüber gegrübelt und sinniert, was wie wichtig ist, die Menschenleben auf der einen Seite, dann die Grundrechte und Freiheit der Menschen, unsere gewohnte Lebensweise, unsere Wirtschaftsstruktur und Vermögensverhältnisse, die Eigenständigkeit und Interessen der Länder usw. Es gibt nicht die eine vernüftige oder logische oder wissenschaftliche Priorisierung in diesem Interessengeflecht. Er ist und bleibt in jedem Fall eine im Grunde beliebige Präferenz, was ich wie sehr gewichte, und von dieser Präferenz hängt dann jeweils auch naheliegendste Lösung ab.
Ich finde es fürchterlich, dass derzeit der EIndruck erweckt werden soll, dass es nicht so wäre und es eine im absoluten Sinne optimale Lösung geben könnte, die von irgendeiner Denkfabrik vorgegeben werden kann. So ist es nicht: die Politik muss entscheiden (und sollte dann auch die Verantwortung übernehmen!). Wenn sie sich dabei an den Vorgaben der Leopoldina orientieren will, dann bedeutet das einfach nur, dass die Leopoldina ähnliche Prioritäten setzt wie die Politiker, die sich daran orientieren. Nicht mehr und nicht weniger.