Coronavirus Covid-19 ---- Sind die Maßnahmen angemessen?

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Ist doch bekannt? Was immer die machen, zuerst drei Wochen im Kreis Heinsberg. Massenhaft Tests drauf werfen, gucken, was passiert. Wenn's eskaliert, kann man Bundeswehr-Lazarett hinschicken.

Drei Wochen: Nach zweien erst sieht man, was passiert ist.

Ansonsten finde ich die Leopoldina-Vorschläge einleuchtend, die Schulen nur stückweise hochzufahren, mit höchstens halber Stundenzahl, erst die mittleren Jahrgänge usw.
 
Im SPIEGEL-Gespräch warnt Ministerpräsident Winfried Kretschmann vor einer zu frühen Lockerung der Maßnahmen.

Ich würde meine Enkel auch so gern mal wiedersehen. Aber ich kann nur um Geduld bitten. Wir sind auf einem guten Weg, aber jetzt müssen wir noch durchhalten. Je disziplinierter wir alle zusammen sind, umso schneller können wir die Maßnahmen lockern. Eine zu frühe Lockerung wäre verheerend, dann wäre alles, was wir in den letzten Wochen durchgehalten haben, für die Katz. Dann würde sich eine zweite Welle aufbauen, die im Zweifel noch größer als die jetzige wird, und wir müssten noch einmal alles runterfahren. Ein zweiter Lockdown wäre schwer zu verkraften, sowohl für unsere Wirtschaft als auch für die Gesellschaft.​
 
Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann betonte im BR-Interview, Ziel sei es bei den Beratungen am Mittwoch, zu einer gemeinsamen Linie kommen. Einen bayerischen Sonderweg schloss er aber nicht aus: Man dürfe nicht vergessen, dass Bayern vergleichsweise hohe Infektionszahlen habe - bedingt durch die vielen Menschen, die das Virus aus den Skigebieten in Tirol und Südtirol in den Freistaat gebracht hätten.

BR​
 
Im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) ist es zum Super-Gau gekommen. Anscheinend hat eine Superspreaderin, eine heftig an Covid-19 erkrankte Reinigungskraft, in der Onkologie 20 Patienten und ebensoviele Mitarbeiter angesteckt. Die erkrankte Reinigungskraft soll auch auf der Leukämie-Station gearbeitet haben.

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Jedesmal, wenn jemand wie die Reinigungskraft eine halbe Stunde in einer vollen U-Bahn herumhustet, haben wir einen weiteren Superspreader-Vorfall.
 
und das soll gar nichts mit dem ersten Wahlgang der Kommunalwahl zu tun haben, genauso wenig wie das französische Drama mit den Kommunalwahlen dort?
Ist richtig, aber das sagt man nicht laut. Kurz spricht ja auch nicht über Ischgl.

Wie auch immer. Laschet scheint voran zu gehen und zu lockern. Bayern fährt seine Extrawurst und beruft sich im Zweifel auf die Kommunalwahl Ischgl. Der Rest, mal sehen.



Ich bleibe bei meinem Vorschlag. Heinsberg ist uns zwei Wochen voraus. Drei Wochen haben wir hinter uns, drei weitere stehen wir locker durch. Was immer wir machen, Versuchslaboratorium Heinsberg; besser noch ein verseuchter bayrischer Landkreis dazu als Kontrollgruppe. Noch rauchen die Schornsteine. Wenn wir zu früh hochfahren, und uns fliegt die Kiste doch noch um die Ohren, dann rauchen sie anschließend nicht mehr. Dann säuft ganz Europa ab. Laschet muß weg.

Aber auf mich hört ja keiner :(
 

Einfach nur der Link, ganz ohne Kommentar?

Ich habe das Paper zwar auch nur überflogen, aber wenn ich das so recht verstanden habe, plädieren sie im Grunde für Supression, also das Anstreben einer Reproduktionszahl dauerhaft weit unter eins, was wohl nur mit der Beibehaltung der Maßnahmen möglich erscheint (zZt liegen wir wohl bei 1,1-1,2)

Das ist wohl eher das, was Frankreich erst kürzlich beschlossen hat.

Btw, ich finde es auch sehr problematisch, dass die "Meinung" der Leopoldina derzeit so sehr in den Fokus gerückt ist, und überhaupt nicht verwunderlich, dass es so deutlich dem Tenor des jüngsten Diskurses im Land folgt.

Und ja, es ist weiterhin eine "Meinung", so wissenschaftlich fundiert, so gut sie auch begründet und so sehr sie auch mit zahllosen Professoren- und Doktorentiteln flankiert sein mag.

Denn vor allem geht es darum, Risiken für Menschenleben abzuschätzen und diese in irgendeiner Form mit anderen drohenden Verlusten und Nachteilen aufzurechnen. Und das ist vor allem anderen zunächst einmal eine Priorität, die man setzt, eine axiomatische Grundlage, ein nicht weiter begründbares, beweisbares, zurückführbares System von Basisannahmen und Grundwerten.

Es wird gerade darüber gegrübelt und sinniert, was wie wichtig ist, die Menschenleben auf der einen Seite, dann die Grundrechte und Freiheit der Menschen, unsere gewohnte Lebensweise, unsere Wirtschaftsstruktur und Vermögensverhältnisse, die Eigenständigkeit und Interessen der Länder usw. Es gibt nicht die eine vernüftige oder logische oder wissenschaftliche Priorisierung in diesem Interessengeflecht. Er ist und bleibt in jedem Fall eine im Grunde beliebige Präferenz, was ich wie sehr gewichte, und von dieser Präferenz hängt dann jeweils auch naheliegendste Lösung ab.

Ich finde es fürchterlich, dass derzeit der EIndruck erweckt werden soll, dass es nicht so wäre und es eine im absoluten Sinne optimale Lösung geben könnte, die von irgendeiner Denkfabrik vorgegeben werden kann. So ist es nicht: die Politik muss entscheiden (und sollte dann auch die Verantwortung übernehmen!). Wenn sie sich dabei an den Vorgaben der Leopoldina orientieren will, dann bedeutet das einfach nur, dass die Leopoldina ähnliche Prioritäten setzt wie die Politiker, die sich daran orientieren. Nicht mehr und nicht weniger.
 
Jedesmal, wenn jemand wie die Reinigungskraft eine halbe Stunde in einer vollen U-Bahn herumhustet, haben wir einen weiteren Superspreader-Vorfall.
Weswegen das die Idee des Jahrzehntes war, bekloppter kann ich mir nicht vorstellen bis 2030, den ÖPNV herunterzudampfen auf Samstagsverkehr. Was genau auch noch überwiegend die noch arbeitende Bevölkerung betrifft, und unter ihnen die Prekären, die den Laden hier, t'schuldigung, am Kacken halten, und sich nicht einmal ein Auto leisten können.

Was soll das? Das bißchen Kurzarbeitergeld, das die lokalen Stadtwerke rausschinden für die Busfahrer? Über so viel werden Füllhörner ausgegossen, und mit Recht. ÖPNV wäre ja wohl noch drin gewesen.
 
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