Bintje
Well-Known Member
Während in Deutschland Leute für erlaubte, aber unerwünschte Ausflüge in den Schnee an den Internetpranger gestellt, aber nicht bestraft werden, ist in England eine Debatte über Polizeiwillkür im Zusammenhang mit Freizeitaktivitäten im Lockdown entbrannt. Aufsehen erregte der Fall von zwei Frauen im schönen Derbyshire, die getrennt mit zwei Autos an einen abgelegenen Ort 5 Kilometer von ihren Wohnsitzen fuhren, um dort spazieren zu gehen. Leider war der Ort nicht abgelegen genug für die Polizei, die dort mit einem Großaufgebot präsent war. "Ich dachte ernsthaft, dort sei jemand ermordet worden", sagte eine der beiden Frauen der BBC. Die Polizei knöpfte jeder der Frauen 200 Pfund (220 €) Strafe ab, und belehrte sie, dass ein mitgebrachtes Heißgetränk gegen das Picknickverbot verstoße. "Bonkers", bekloppt, fand sie die Aktion. https://www.theguardian.com/uk-news...kdown-fines-after-walkers-given-200-penalties
Die Polizei in Shropshire informierte die Öffentlichkeit vorsorglich, dass die Teilnahme an Schneeballschlachten mit £200 geahndet werde, denn diese sei kein triftiger Grund, um das Haus verlassen zu dürfen.
Während Polizeipraktiker wie der frühere Polizeichef von Durham die Ansicht vertreten, damit die Öffentlichkeit sich an die Bestimmungen halte, müssse die Durchsetzung durch die Polizei auch fair sein, hat Innenministerin Priti Patel dergleichen Bedenken nicht. Die rigorose Durchsetzung sei notwendig, befand sie. Der Daily Telegraph hatte berichtet, im Kabinett würden harte Maßnahmen erwogen, damit mehr Bürger ihre Häuser nicht verließen. https://www.theguardian.com/world/2...ice-crackdown-on-covid-lockdown-rule-breakers
Vermutlich kennen sie ihre Pappenheimer und reagieren jetzt überall hart. Das mag dann teils übertrieben sein, aber vorher war das ja nicht der Fall.
https://www.tagesschau.de/ausland/coronavirus-straende-grossbritannien-101.html
Und Ausnahmeregeln für alles und jeden zu schaffen, sorgt m.E. tendenziell nur dafür, dass gar nichts mehr ernst genommen wird, weil die Leute es subjektiv oft ungerecht finden und schlicht nicht mehr begreifen.
(....)obwohl bekanntlich unter freiem Himmel kein Virus übertragen wird, solange man nicht knutscht, jemanden anhustet oder Joints kreisen lässt.
Das finde ich verkürzt bis irreführend. Wäre es so, wie Du es schilderst, hätten sich bei Trumps im Rosengarten im September auch keine Leute infizieren dürfen. Zumindest erinnere ich keine Berichte, dort sei geknutscht, angehustet und gekifft worden - wohl aber, dass es zahlreiche Infektionen gab. ; )
Es hat schon seine Gründe, dass man auch auf Shakehands zum Beispiel verzichten soll ...




