Was für ein harter Lockdown?
Schulschließungen, Schliessen vom Einzelhandel. Was aufgrund Merkels Brandrede doch noch vor Weihnachten beschlossen und durchgesetzt wurde, sollte jetzt Wirkung zeigen. Zur Zeit sind die Zahlen noch verzerrt aufgrund der Meldesituation an den Feiertagen und der Ausnahmesituation Weihnachten, wo sich viele nicht an die Vorgaben gehalten haben werden. Das sollte sich bis Mitte nächster Woche ausgemittelt haben. Was jetzt aktuell zusätzlich draufgesattelt wurde, sollte nicht so viel bringen.
Wir haben ja eine hohe Zahl an Dunkelziffern, Infektionsherde, die von Gesundheitsämtern nicht nachverfolgt werden können (Busse? Fußgängerzonen?).
Was man weiß, das bewegt sich in den Größenordnungen 80/20, 20/80. 80% aller Infizierten stecken 20% weitere an, die nach zwei Wochen als infiziert auffallen. Vier Infizierte einen weiteren. Das sind die in Familienhaushalten. 20% aller Infizierten stecken 80% der in zwei Wochen Infizierten an, also einer vier weitere. Das sind die Superspreader-Aerosol-Events. Chorproben, unregulierte Gottesdienste, Schulen, Gemeinschaftsbüros, Produktionsbetriebe, gemeinsames Shisha-Rauchen (echt! beobachtet!), Hausparties. Die jetzt verschärften Maßnahmen gehen an die 80/20 ran, werden also statistisch nicht viel bringen.
Man kann das auch zuspitzen. Wenn die 20% Idioten sich mal für vier Wochen zusammenreißen würden und so leben, wie die anderen 80%, dann sollten wir die Zahlen in vier Wochen auf weniger als ein Viertel runterknallen lassen können. Leider sind das nicht nur Idioten. Sondern auch Menschen, die zu Sozialkontakten gezwungen werden, etwa auf Arbeit. Da, wo das irgendwie geht mit natürlich erheblichen volkswirtschaftlichen Verlusten, wenn alle Räder stillstehen ausser die von den Rewe-Trucks und Medikamentenlieferanten, da will jetzt Ramelow ran. Ab Mitte nächster Woche wird sich herausstellen, ob wir das müssen. Italien und Spanien haben das schon hinter sich.