In Schleswig-Holsteins Landesregierung gibt es Ärger.
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Sozialministerin Aminata Touré hat Integrations-Staatssekretärin Mirjam Samadzade rausgeschmissen, weil sie einem Instagram-Post der Autorin Alice Hasters zustimmte, in dem diese eine Woche nach 10/7 zwar den Terror-Überfall der Hamas verurteilt, aber auch Kritik an der israelischen Regierung geübt hatte. Touré unterstellte Samadzade, sie habe das Existenzrecht Israels in Frage gestellt. Eine Dienstaufsichtbeschwerde gegen die beamtete Staatssekrärin, eine Richterin, flog hinterher.
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Nun sehen die weiteren Umstände etwas seltsam aus. Samadzade hätte zum Jahreswechsel sowieso das Ministerium verlassen, weil Touré ein in Samadzades Zuständigkeit fallendes Anti-Diskriminierungs-Referat, angeblich wegen knapper Etatmittel, tatsächlich aber wohl wegen Querelen um eine Personalfrage, verschoben hatte. Warum sie zwei Monate vorher rauswerfen?
Laut Samadzade kennen und mögen Touré und Alice Hasters einander. Zudem bestreitet Samadzade vehement, dass in dem Post das Existenzrecht Israels bezweifelt werde, Merkwürdig stimmt auch, dass der Name von Tourés Kabinetts-Kollegin Karin Prien fällt, von der Touré schon mal in einem anderen Zusammenhang angerempelt wurde.
Prien hatte ein Interview mit dem Islamgegner Douglas Murray auf X empfohlen, in dem die Hamas mit Nazi-Tätern verglichen hatte, was als Relativierung des Holocaust kritisiert wurde. Prien blieb bei der Empfehlung, was folgenlos blieb.
@Bintje --- was ist da los? Lässt Touré Samadzade über die Klinge zu springen, damit sie selbst als Person mit muslimischen Wurzeln Prien keine weitere Angriffsfläche bietet? Oder ist Samadzade trotz gegenteiliger Beteuerungen eine Antisemitin? Oder ist Touré ähnlich gestrickt wie Prien und duldet einfach keine starken Frauen in ihrer Umgebung?