Die bittere Wahrheit über Multi-Kulti

Schön, dass du wieder hier schreibst und das auch noch so ausführlich. Es gäbe einige tausend anderer solcher stories hier zu erzählen, aber sie kommen einfach nicht zu Wort. Wie cafe del sol es einmal formuliert hat "Wir wollen hier den bösen Türk". Wobei es keine Rolle spielt, wie lange du hier schon lebst oder wie deutsch bzw. fränkisch du selbst dich fühlst. Für die letzte Lonsdale Sitzreihe im Schulbus bist du "der Türke". Und wenn du zuschlägst wird man es neuerdings deiner genetischen Veranlagung zurechnen. Wenn aber die Lonsdaler dich im Rudel traktiren, dann sind das alles "bedauerliche Einzelfälle". Vermutlich ist dein Gerechtigkeitssinn da "falsch justiert". :rolleyes:

Dir wird die Ausreise in deine Heimat der Gewaltkultur nahegelegt (und damit ist weder Unter- noch Oberfranken gemeint), die Westentaschenfaschos bekommen einen Freifahrtschein in die ansonsten kritisierte "Kuscheljustiz". Anschliessend kannst du dir dann anhören, dass du daran Schuld bist, daß Multikulti gescheitert sei. Ist es nicht schön, in einem Land zu leben in dem angeblich nur Leistung zählt?

Meiner Meinung nach hast du eine enorme Leistung erbracht, als du in den täglichen Schulbushorror jeden Tag wieder eingestiegen und nicht Amok gelaufen bist, deine Wut unter Kontrolle gebracht hast und weitaus weniger ausgeflippt bist als manch anderer. Du hast deinen Teil gelernt und kannst anderen davon noch etwas vermitteln die auch in eine solche Situation kommen können. Und das zählt, und dafür macht dieses Forum Sinn. Danke. :cool:


Deine Postings sind wie eine väterliche Hand, die einem auf die Schulter klopft. Danke.

Wieso wurde Ingo wieder gesperrt? Und Aleyna? Schon auffällig, dass es meistens die anti-konservativ bzw. liberalen Leute hier trifft, aber fast nie unsere konservativere Fraktion hier..
 
Wäre das auch so, wenn du Christ wärest?

Dann wäre es unter Umständen evt. etwas anderes. Aber ich sage ja auch nicht in jedem Gespräch mit einem Fremden in der Türkei als erstes "Ben Müslüman", die können ja auch nicht pauschal davon ausgehen, dass ich Muslim bin. Mir ist auch aufgefallen (was mich selber wundert), dass ich bisher max. 2-3 direkt danach gefragt wurde in der Türkei, wenn ich so ein bisschen von mir erzählt habe. Andererseits glaube ich auch, dass ich hier deutlich mehr Akzeptanz erfahren würde, hätte ich keinen Bezug zu meiner türkischen Seite wie viele andere Kinder türkisch-deutscher bi-nationaler Eltern. Da muss ich aber auch dazu sagen, dass ich früher, als es in unserer Kleinstadt noch nicht so bekannt war (so bis zu 6.Klasse ca) , dass ich Halb-Türke bin, auch schon Ausländerfeindlichkeit erlebt habe...Da dachten halt viele wegen meinem südländischen Aussehen und dem Nachnamen, ich sei Italiener oder Spanier. Wie oft ich als Kind "Spagetti-Fresser" genannt wurde, kann ich nicht mehr zählen:rolleyes:
 
Als Türkischsprecher musst du in der TR doch nicht noch extra betonen, dass du Muslim bist. Da wird von ausgegangen. Und wie extrem religionsfixiert viele Türken sind, dazu dies: Ich wahr mehrfach mit kosovo-albanischen Freunden in der TR. Nachdem geklärt war, dass sie Muslime waren, war die Aufnahme gleich viel herzlicher.
 
Du hast gut reden, Pit. du bist ja keine Frau :D

Ich kann auch gut ignorieren aber manchmal kämpfen dann zwei Seelen mit mir, da muss ich mich auf die Finger setzen.

Ihr habt ja recht. Aber was kann man tun. Ich wollte es ja nie glauben, aber die große Masse der Menschen ist einfach doof, unbedacht, unsensibel, ahnungslos und zu faul etwas dazu zu lernen. Scheint auch nicht nur auf D beschränkt zu sein, gibt es überall. Dagegen kann man kaum etwas tun. Besser man hält sich an die paar Leute die etwas im Kopf haben.

So ist es du hast Recht, ggf. kann man noch versuchen den Dialog zu suchen, wobei man schnell merkt, wenn es nichts bringt. Das Problem ist viele wollen nicht wissen wie es in anderen Kulturkreisen zugeht. Renga hat auch Recht es hilft einfach nur Haut von Elefant;)
 
das Problem ist nicht dieser eine Typ... das Problem sind diese Art von Erlebnissen tag täglich. Es sind Kleinigkeiten, die man als Migrant sein Leben lang in Deutschland erlebt.
Erst letztens wurde ich auf der Strasse gefragt, ob ich Deutsch spreche.
Es war nicht böse gemeint, aber es nervt. Man bekommt ständig das Gefühl anders zu sein, obwohl nan nicht anders ist.
Kann ich gut nachvollziehen und wenn ich dann Deutsche höre, die automatisch in Babydeutsch verfallen sobald jemand mit südländischem Aussehen vor ihnen steht,davon ausgehend das er ja sicher kein Deutsch spricht,schäme ich mich fremd.
 
Doch so leid es mir tut, das wird sich zu Deinen Lebzeiten wohl nicht mehr ändern. Nimm´s gelassen- wenn´s geht...

Das Problem ist nicht, dass man jedes Mal ausflippt oder es sich zu Herzen nimmt. Meist lächelt man es weg und denkt sich seinen Teil. Aber am liebsten nehme ich solche Leute auf die Schippe und antworte auf die Frage, ob ich der Sprache mächtig sei mit: "Ich nix verstehen tun!" :D Oder wenn ich gefragt werde, wann ich wieder in mein Heimatland auswandern wollen würde, antworte ich gerne mit: "Sobald mein Raumschiff repariert ist, geht es wieder zurück!" oder " So schnell wie möglich! Respekt, dass Sie meine Tarnung entdeckt haben! Eigentlich bin ich Königin Amidaala und mein Volk braucht mich!" :D

Dieses Problem erleben nicht nur wir, jeder Mensch der irgendwo 'fremd' ist, wird es kennen. Ich flippe erst aus, wenn ich auf Missverständnis stoße! Ich denke und fühle auf Deutsch. Ich gehe ganz normal arbeiten und bezahle brav meine Steuern. Ich halte mich an alle Gesetze (ok, im Straßenverkehr nicht immer) und gehe wählen. Ich habe aber auch türkische Wurzeln. Eine türkische Seite in mir, was ich ausleben möchte. Ich möchte Türkisch reden, wenn ich Lust dazu habe. Ich möchte türkische Lieder hören, essen, tanzen, usw.. Aber ich möchte nicht darauf reduziert werden. Und ich habe weder Verständnis dafür oder finde es toll, wenn andere versuchen es zu verharmlosen.

Dagegen kann man kaum etwas tun. Besser man hält sich an die paar Leute die etwas im Kopf haben.

Nein, ist mir nicht genug! Ich glaube an den Dialog und an Begegnungen. Auch wenn ich nur ein Mensch zum Umdenken bewegen konnte, habe ich mehr getan als es hinzunehmen und auszuhalten. Meine Kinder oder erst meine Enkelkinder werden mir vielleicht irgendwann danken...ok, da ich noch keine eigenen Kinder habe, dann vielleicht meine Nichten und Neffen :)
 
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