ER=deutsch, ICH=Muslimin

Josie_Li

New Member
AW: ER=deutsch, ICH=Muslimin

nein nein josie_li,das war nicht nur deswegen. es hatte noch andere gründe und hinzu kamen noch äußere umstände, die dann schließlich dazu geführt haben. aber ok, meine family hätte mich wahrscheinlich auch einfach nur aus dem grund verstoßen, ich weiß es nicht..

nur weiß ich nicht ob dies in einer islamischen familie wirklich funktioniert.

sehr gute frage...
wer ist mir wichtiger.. meine familie oder der mensch, mit dem ich meine eigene Familie gründen will?

wer zuviel darüber nachdenkt, hat das wesentliche vergessen

Ein klärendes Gespräch mit der Familie hört sich super an, aber iich kann mir keine muslimische Familie und auch meine irgendwie nicht richtig dabei vorstellen.

Eure Aussagen erschrecken mich etwas!!!
Was soll das heißen? Kann eine muslimische Familie keine ordentlichen Gespräche führen? Ist es für diese Familien wirklich wichtiger, was Allah denkt, als das es ihrem Kind gut geht? Ist es wichtiger, vor der Gesellschaft ein gutes Ansehen zu haben oder ist das Kind wichtiger?

Ich weiß, das ich mich jetzt im Nachhinein sehr leicht rede, da mit meiner Family wieder alles im Lot ist. Aber ich habe das jetzt schon öfter gehört und es erschreckt mich!! Halloooooooo.... wir leben im 21. Jahrhundert!!!:frown:
 

TheCore

Moderator
AW: ER=deutsch, ICH=Muslimin

Eure Aussagen erschrecken mich etwas!!!
Was soll das heißen? Kann eine muslimische Familie keine ordentlichen Gespräche führen? Ist es für diese Familien wirklich wichtiger, was Allah denkt, als das es ihrem Kind gut geht?

Ich glaube nicht, dass dies ein spezifisch muslimisches Vorkommen ist, allenfalls in der Intensität. Vor allem drückt es nicht eine (durch religiöse Aspekte) geminderte Liebe zum eigenen Kind aus. In jedem "bodenständigen" Umfeld, wie ich es auch aus der bayrischen Provinz kenne, trifft man einen seltsamen, vielfältigen Chauvinismus an. Bei seiner Äußerung wird natürlich gerne auf Religion und Tradition zurückgegriffen, bieten sie doch eine einfache und unangreifbare Legitimierung.
 
P

Pit63

Guest
AW: ER=deutsch, ICH=Muslimin

Was soll das heißen? Ist es für diese Familien wirklich wichtiger, was Allah denkt, als das es ihrem Kind gut geht? Ist es wichtiger, vor der Gesellschaft ein gutes Ansehen zu haben oder ist das Kind wichtiger?

Häufig ist es so, leider.
Hinzu kommt die persönliche Enttäuschung darüber, dass die Tochter ihre eigenen (vermeintlich verwerflichen) Interessen über die (vermeintlich gerechtfertigten) der Eltern stellt.
 

Brunhilde82

Forumskönigin
AW: ER=deutsch, ICH=Muslimin

Ein klärendes Gespräch mit der Familie hört sich super an, aber iich kann mir keine muslimische Familie und auch meine irgendwie nicht richtig dabei vorstellen. Ich würde momentan sehr gerne ausziehen und ich weiß schon nicht, wie ich Ihnen das beibringen soll.....hmm irgendwie bin ich aber auch sehr konfliktscheu!

@Brunhilde: Ganz tief in meinem Inneren weiß ich auch, dass du recht damit hast. Wenn ich mal fragen darf...weiß deine Familie von deinem Freund?


ja sicher.. und ich bin stolz wie oskar drauf.... am anfang hat ich schiss... ( den hab ich imemrnoch, so ist es nicht) aber jetzt hab ich n bild von meinem engel und mir im zimmer hängen. Ich schau meinem Vater in die Augen und sage ihm, dass ich mit meinem engel kaffee trinken gehe... nur das mit dem übernachten weiss er nicht, obwohl ich 26 bin. :) auch ich muss für mein beziehung kompromisse eingehen.. naja gibt schlimmeres..

Eure Aussagen erschrecken mich etwas!!!
Was soll das heißen? Kann eine muslimische Familie keine ordentlichen Gespräche führen? Ist es für diese Familien wirklich wichtiger, was Allah denkt, als das es ihrem Kind gut geht? Ist es wichtiger, vor der Gesellschaft ein gutes Ansehen zu haben oder ist das Kind wichtiger?

Ich weiß, das ich mich jetzt im Nachhinein sehr leicht rede, da mit meiner Family wieder alles im Lot ist. Aber ich habe das jetzt schon öfter gehört und es erschreckt mich!! Halloooooooo.... wir leben im 21. Jahrhundert!!!:frown:
<--- Rate mal gegen was wir ankämpfen josieleinchen8)

für die einigen familien ist es wichtig, in der gemeinde einen guten ruf zu haben.. ich denke es geht da weniger um gott, sondern mehr um die gesellschaft. KLar können wir mit unseren eltern auch vernünftige gespäche führen, aber manchmal wissen wir auch, wann wir zu schweigen haben.
 
P

Pit63

Guest
AW: ER=deutsch, ICH=Muslimin

Ich glaube nicht, dass dies ein spezifisch muslimisches Vorkommen ist, allenfalls in der Intensität. Vor allem drückt es nicht eine (durch religiöse Aspekte) geminderte Liebe zum eigenen Kind aus. In jedem "bodenständigen" Umfeld, wie ich es auch aus der bayrischen Provinz kenne, trifft man einen seltsamen, vielfältigen Chauvinismus an. Bei seiner Äußerung wird natürlich gerne auf Religion und Tradition zurückgegriffen, bieten sie doch eine einfache und unangreifbare Legitimierung.

ME nach hinkt der Vergleich. Das patriarchalische Herrschaftsdenken hat in der muslimischen Gemeinde, im alltäglichen muslimischen Denken nach wie vor einen nahezu ungebrochenen Geltungsanspruch. Schliesslich ist den Frauen im Gegensatz zu den Männern die Verbindung mit einem Christen bereits aus religiösen Gründen untersagt. Häufig ist für die Töchter nicht einmal die freie Partnerwahl selbstverständlich. Von ihr wird ein Mass an Gehorsam erwartet, dass ein deutsches Mädchen ihren Eltern regelmässig nicht schuldet. Die Zuneigung wird im Prinzip auch enger mit der Loyalität gegenüber den eigenen/familiären Intressen verknüpft.
Dagegen ist selbst in der tiefsten deutschen Provinz die Härte nicht (mehr) üblich, mit der muslimische Eltern häufig ihren Töchtern bei nachhaltigem Widerspruch begegnen, eine Strenge, die Konsequenzen nach sich ziehen kann, wie Verstossung, Verbringung in die Heimat, Zwangsverheiratung mit einem Muslim, im schlimmsten Fall Ehrenmord.
Die Kommunikation zwischen Eltern und Kindern ist in vielen deutschen Familien freier. Es gibt auch nicht wenige christliche Eltern, die tolerant/aufgeschlossen genug sind, eine/n Muslim/a per se zu akzeptieren. Bei anderen mag es Widerstand geben, der sich aber durch Überzeugungsarbeit oder Gewöhnung ohne grösseren Aufwand überwinden liesse. Im schlimmsten Fall ist bei Ablehnung des Auserwählten mit einem nachhaltigen Familienkrach zu rechnen wobei selbst hier meistens davon auszugegangen werden kann, dass sich der Konflikt bei entsprechendem Engagement irgendwann einmal legt.

VG
 

Brunhilde82

Forumskönigin
AW: ER=deutsch, ICH=Muslimin

............. dass sich der Konflikt bei entsprechendem Engagement irgendwann einmal legt.
VG
leichter gesagt als getan, lieber pit..
ne bekannte wurde von der familie ausgestossen, weil sich sie sich scheiden ließ... nach der scheidung hat sie ein noch gesitteteres leben geführt als vorher, damit ja keine schande hoch kommt. sie ist seint 3 jahren geschieden und wird immernoch von ihren onkeln mißachtet und ignoriert...

aber es wäre schön, wenn es so sein würde wie du es sagst, das alles ist mit kampf / engagement verbunden, aber leider geben die meisten schon auf, bevor sie kämpfen
 

Dine

Well-Known Member
AW: ER=deutsch, ICH=Muslimin

Bei meiner Mama ist eine 17jährige Kurdin eingezogen, welche von der Familie verstossen wurde. Sie hat ein Tattoo, Piercings und das "schlimmste" einen schweizer Freund.

Sie hat den Kampf lange auf sich genommen, aber der Vater liess nicht mit sich reden, auch Schläge waren dabei. Trotzdem haben ihre Eltern beim Umzug geholfen und Anne besucht sie jede Woche - denn die Eltern lieben ihr Kind, auch wenn es nicht den gesellschaftlichen Anforderungen entspricht. Das geht gar nicht anders!! Nur stellt die Familie manchmal die Gesellschaft, die Ehre, über die Liebe zu der Tochter.

Auch ihr Vater hat gesagt; wenn du verheiratet bist, vielleicht Kinder hast, wenn du wieder eine ehrenvolle Frau bist, meine Türe steht dir offen.


Ich denke nicht, dass man diesen Eltern böse sein darf - sie haben es selbst nicht anders gelernt. Und ich denke dass der "Verstoss" auch für sie eine Plage ist, genauso schlimm wie für die Tochter. Nur haben viele leider den Mut nicht, sich ÜBER die Gesellschaft zu stellen. Und diesen Mut würde ich so vielen wünschen.
 

Brunhilde82

Forumskönigin
AW: ER=deutsch, ICH=Muslimin

Ich denke nicht, dass man diesen Eltern böse sein darf - sie haben es selbst nicht anders gelernt. Und ich denke dass der "Verstoss" auch für sie eine Plage ist, genauso schlimm wie für die Tochter. Nur haben viele leider den Mut nicht, sich ÜBER die Gesellschaft zu stellen. Und diesen Mut würde ich so vielen wünschen.
50/50

schlimm genug, dass die eltern nicht den mut haben... umso stolzer sollen sie auf ihre tochter sein... ich finde die 17 jährige jetzt schon sympathisch... :lol:
ich bin meinen eltern böse, wenn die gesselchaft wichtiger ist als ich und das lass ich sie auch spüren.. und das schon sehr lange( wie du mir, so ich dir )
Seien wir realistisch: Versuchen wir das unmögliche! ( Che)
 

Dine

Well-Known Member
AW: ER=deutsch, ICH=Muslimin

Ja, ich bin auch ein Fan von ihr... Vor allem dieser Mut in diesem Alter, das wird mal eine taffe Frau! Natürlich ging das bei uns mit Sozialhilfe und Frauenhäusern... So einfach war es dann doch nicht. Aber ich denke, sie wird erfolg haben - auch bei ihrer Familie! Nur schon dass die Mutter sie regelmässig besucht und ja, auch der Vater trifft sich mit ihr! Vorher hiess es schon immer; wenn du gehst, dann ganz.

Taffes Mädchen, wird mal ne zweite Brüüüni. :biggrin:
 
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