Flüchtlingskrise

Diese "Idioten" haben übersehen, daß Putin hinter Assad (und Teheran) steht bis heute, weshalb sich Trump ja NK als Kampfschauplatz ausgesucht hat. Sie haben die USA überschätzt und Putin unterschätzt.
Nur daß „der Westen“ da unten absolut nichts verloren hat. Genau so wenig wie vorher schon in Libyen, wie davor schon im Irak. Wo nichts besser geworden ist durch das völkerrechtswidrige Vorgehen des Westens. Und tun wir doch nicht so, als ginge es um den schlimmen Assad und die Menschenrechte, die er allerdings mit Füßen tritt. Da fragt bei unseren Verbündeten, den Saudis, auch niemand nach. Es geht um eine Gaspipeline durch Syrien, die uns unabhängiger machen würde vom Erdgas vom Iwan. Gut, daß Putin dieses Spiel durchkreuzt hat.
 

Der Vorspann bleibt unbedingt lesenswert. Aber für die, die grade nicht die Zeit haben:

Während unsere Presse wie Papageien wiederholt, dass unsere militärische Unterstützung für den syrischen Widerstand nur aus humanitären Gründen erfolgt, sehen viele Araber die aktuelle Krise nur als einen weiteren Stellvertreterkrieg um Pipelines und Geopolitik. Es wäre klug von uns, wenn wir die Fakten, die diese Perspektive unterstützen, berücksichtigen würden, bevor wir tiefer in diesen Flächenbrand rauschen.

Ihrer Auffassung nach begann unser Krieg gegen Bashar al-Assad nicht mit den friedlichen Protesten des arabischen Frühlings im Jahr 2011. Vielmehr begann er im Jahr 2000, als Katar vorschlug für 10 Milliarden Dollar eine 1.500 km lange Pipeline durch Saudi-Arabien, Jordanien, Syrien und die Türkei zu bauen. Katar teilt sich mit dem Iran das South Pars/North Dome Gasfeld, das weltweit größte Naturgasvorkommen. Das internationale Handelsembargo gegen den Iran verbot bis vor kurzem den Verkauf von Gas im Ausland. Unterdessen kann Katar sein Gas nur verflüssigt und über den Seeweg auf dem europäischen Markt anbieten – ein Weg, der das Volumen beschränkt und die Kosten dramatisch erhöht. Die geplante Pipeline würde Katar direkt mit dem europäischen Energiemarkt via Transmitterminals in der Türkei verbinden, die reichlich Transitgebühren einbringen würden. Die Katar/Türkei-Pipeline würde den sunnitischen Königshäusern am Persischen Golf maßgebliche Dominanz auf dem Welt-Erdgasmarkt geben und Katar, Amerikas engsten Verbündeten in der arabischen Welt, stärken. Katar beherbergt zwei mächtige amerikanische Militärbasen und das US- Hauptquartier für den Mittleren Osten.

Die EU, die 30% ihres Erdgases aus Russland bezieht, war ebenso erpicht auf diese Pipeline, die ihren Mitgliedern billige Energie und Loslösung von Vladimir Putins drückendem Einfluss auf Wirtschaft und Politik gegeben hätte. Die Türkei, Russlands zweitgrößter Gaskunde, war zuletzt besonders darauf bedacht, ihre Abhängigkeit von dem alten Rivalen zu lösen und sich als lukrative transnationale Drehscheibe von asiatischen Brennstoffen für den EU Markt zu präsentieren. Die konservative sunnitische Monarchie Saudi-Arabiens hätte von der Katar-Pipeline profitiert, da sie dadurch einen Fuß im schiitisch dominierten Syrien gehabt hätte. Das geopolitische Ziel der Saudis ist die wirtschaftliche und politische Macht des Hauptrivalen der Monarchie, dem Iran, einem schiitischem Staat und einem engen Verbündeten von Bashar al-Assad, einzudämmen. Die saudische Monarchie betrachtet die US-gesponserte schiitische Übernahme des Iraks (und in letzter Zeit die Aufhebung des Embargos gegen den Iran) als eine Herabstufung auf ihren regionalen Machtstatus und ist bereits in einen Stellvertreter-Krieg gegen Teheran im Jemen engagiert – hervorzuheben der saudischen Genozid am iranisch unterstützten Huthi-Stamm.

Natürlich betrachten die Russen, die 70% ihres Gasexportes nach Europa verkaufen, die Katar-Pipeline als existenzielle Bedrohung. Aus Putins Sicht, ist die Katar-Pipeline ein NATO-Projekt um den Status Quo zu verändern und Russland seiner einzigen Bastion im Mittleren Osten zu berauben, die russische Wirtschaft zu strangulieren und den russischen Einfluss auf den europäischen Energiemarkt zu beenden. Im Jahr 2009 verkündete Assad seine Weigerung die Vereinbarung zu unterschreiben, die die Erlaubnis enthielt die Pipeline durch Syrien zu führen, um die „Interessen unserer russischen Verbündeten zu schützen“.

[…]

Geheime Depeschen der US-amerikanischen, saudischen und israelischen Geheimdienste weisen darauf hin, dass Militär- und Geheimdienstplaner in dem Moment, als Assad das Katar-Pipeline Projekt verwarf, schnell zu dem Konsens gelangten, dass das Schüren eines sunnitischen Aufstands gegen Assad ein gangbarer Weg wäre, um den unkooperativen Bashar al-Assad zu stürzen und das gemeinsame Ziel der Katar/Türkei Verbindung zu erreichen. Gemäß Wikileaks begann die CIA 2009 kurz nachdem Bashar al-Assad die Katar-Pipeline verwarf, mit der Finanzierung von oppositionellen Gruppen in Syrien. Es ist wichtig zu beachten, dass dies vor dem Aufstand gegen Assad stattfand, der vom „arabischen Frühling“ ausging.

[…]

Die Million Flüchtlinge, die jetzt Europa überschwemmen, flüchten vor einem Pipeline-Krieg und der pfuschenden CIA .



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Ja, ja, ich weiß. @EnRetard wird jetzt wieder empört sein, weil Kennedy so menschenverachtend spricht von Million Flüchtlinge, die jetzt Europa überschwemmen. :(
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich habe noch ein paar andere Alternativen zu Assad gesehen jenseits der genannten kriminellen und mafiösen Milizen. Z. B. Lehrer, Ärzte, Künstler, Wissenschaftler und Studenten aller Fachrichtungen, die allesamt vor Assad geflüchtet sind.
Wo sind sie, hier (kann ja nur von Leipzig reden) gehen sie offensichtlich völlig unter.

Auch hat in muslimischen Gesellschaften Bildung/ Studium usw. insgesamt eine hohe Bedeutung. Auch darum gab es den Familiennachzug.
Die Gebildeten von denen du sprichst sind schon vor der großen Welle 2015 geflüchtet. Sie hatten das Geld Flugtickets zu kaufen und die haben ihre Familien nicht im Stich gelassen, sondern mitgebracht.

Über den Rest hänge ich in dieser Beziehung lieber den Mantel des Schweigens.
 
Nein, in deutschen oder anderen europäischen Auslandsvertretungen. Deals mit dem Failed State Libyen sind sinnlos. Zudem muss es Wege zur Einwanderung außerhalb des Flüchtlingsrechts geben.
Auch heute schon dürfen viele Menschen ohne Flüchtlingsstatus bleiben, weil man sie nicht in ein Land zurückschicken will, in denen ihnen Folter, Todesstrafe, etc. drohen.
Ja und Libyen; den Befürwortern schwebt ja vor, dort eine Insel der Glückseligen einzurichten. Ich nenn es mal Aufnahmelager, obwohl es die Sache nicht so ganz trifft, vielleicht eher Weghaltelager.

Und das mit den Auslandsvertretungen müsste auch erst einmal durchdacht werden.
In der Türkei würde Herr Erdogan höchstpersönlich aufpassen, wer die Deutsche Botschaft betritt.
Und das will man dann auch gar nicht weiterdenken.

Dann muss man auch noch sehen, Anträge, ob hier oder sonst wo, sind nur ein Weg.
Calais zeigt einen anderen. Das heißt mit anderen Worten, Schleuser werden weiterhin gebraucht.

Dann wäre da noch die Frage: Hat der Himmel eine Obergrenze?
 
Nur daß „der Westen“ da unten absolut nichts verloren hat. Genau so wenig wie vorher schon in Libyen, wie davor schon im Irak. Wo nichts besser geworden ist durch das völkerrechtswidrige Vorgehen des Westens. Und tun wir doch nicht so, als ginge es um den schlimmen Assad und die Menschenrechte, die er allerdings mit Füßen tritt. Da fragt bei unseren Verbündeten, den Saudis, auch niemand nach. Es geht um eine Gaspipeline durch Syrien, die uns unabhängiger machen würde vom Erdgas vom Iwan. Gut, daß Putin dieses Spiel durchkreuzt hat.
Ich verstehe, daß Putin im Unterschied zum Westen "da unten" etwas verloren hat.
Also wenn da unten außer den Syrern, Irakern usw. keiner was verloren hat, warum dann Putin? Weil er helfend eingriff oder weil Syrien zu seinem Hinterhof gehört, weshalb Assad sich überhaupt das Recht nehmen konnte, sein Volk zusammenzuschießen?
 
Wo sind sie, hier (kann ja nur von Leipzig reden) gehen sie offensichtlich völlig unter.


Die Gebildeten von denen du sprichst sind schon vor der großen Welle 2015 geflüchtet. Sie hatten das Geld Flugtickets zu kaufen und die haben ihre Familien nicht im Stich gelassen, sondern mitgebracht.

Über den Rest hänge ich in dieser Beziehung lieber den Mantel des Schweigens.
Die Studierten, von denen ich spreche, sind 2014 über den Libanon geflüchtet, wo sie erst einmal zwei Jahre im Flüchtlingscamp festsaßen. Mit Flugticket nach Deutschland 2015? Wo willst du das Ticket denn kaufen? In Damaskus? oder Beirut? Und dann noch ohne Visum?

Schweigen ist in der Tat manchmal angesagt.
 
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