Lumiukko
Well-Known Member
AW: gestern bei aldi....
Wenn dir der Begriff Krankheit nicht passt, dann bleiben wir einfach bei der Sucht. Das ändert nichts daran, dass wir uns es als sehr einfach vorstellen "nicht zur Flasche zu greifen". Ich vermute, ein wirklich Süchtiger Mensch hat ein äusserst extremes Verlangen, das wir nicht nachempfinden können, wenn wir nicht selbst betroffen sind.
Sich hinzustellen und zu sagen "Wieso trinkst du schonwieder? Wieso hast du dir die Flasche gakauft?" ist immer sehr einfach.
Ja auch psychische Erkrankungen zählen da natürlich rein. Gewalttaten können auch durch Hormonstörungen ausgelöst werden. Da muss der Betroffene tatsächlich nicht unbedingt etwas dafür können.
Das ganze passiert in unserem Kopf in einem sehr komplexen System. Unsere Gefühle werden durch Hormonausschüttungen gesteuert. Wie stark das unser Verhalten prägt ist einem Gesunden oft nie wirklich bewusst. Jemand der z.B. an Depressionen leidet weiss das hingegen sehr wohl.
Natürlich bin ich mir sicher, dass auch Alkoholiker mit genug Willensstärke den Griff zur Flasche vermeiden könnten. Aber da sind wir wieder beim Thema: Wenn man sowieso von jeder Seite auf den Sack bekommt, ist die Motivation hierzu denkbar gering. Das muss nicht nur durch Mitmenschen passieren, es reicht schon, wenn das Jobcenter einem 60-jährigen arbeitslosen Alkoholiker schreibt: "Wir möchten mit ihnen über ihre berufliche Zukunft sprechen."
Das Thema ist zu komplex als es auf die mangelnde Willenskraft von diesen Menschen abzuschieben. Ich möchte es aber auch nicht nur auf das Argument "Sucht/Krankheit" schieben. Trotzdem sind das immernoch Menschen.
Ich bin mit dem Etikett Krankheit nicht so ganz einverstanden, bin ich auch nicht bei Drogensucht.
Krankheit ist für mich etwas, das jemanden ereilt, befällt. Etwas, wovor man sich nicht oder nur bedingt schützen kann.
Vor Alkoholflaschen, Haschisch, Heroin und Co. kann man sich selbst schützen. Man muss einfach nicht danach greifen. Ich wiederhole mich vielleicht, aber niemandem wird die Flasche an den Hals gesetzt, bis er nicht mehr kann und abhängig wird. Ok, vielleicht ist es eine psychische Störung (und somit eine Krankheit?), dass man sich dem Griff nach der Flasche nicht entziehen kann. Aber wie ist es dann mit dem psychisch Gestörten, der bei Ausrastern nicht anders kann, als seine Frau und die Kinder zu schlagen? Muss man da auch Verständnis aufbringen? Ist der nun krank oder einfach nur unbeherrscht?
Wenn Alkoholiker für mich krank sind, dann krank von und nach Alkohol.
Wenn dir der Begriff Krankheit nicht passt, dann bleiben wir einfach bei der Sucht. Das ändert nichts daran, dass wir uns es als sehr einfach vorstellen "nicht zur Flasche zu greifen". Ich vermute, ein wirklich Süchtiger Mensch hat ein äusserst extremes Verlangen, das wir nicht nachempfinden können, wenn wir nicht selbst betroffen sind.
Sich hinzustellen und zu sagen "Wieso trinkst du schonwieder? Wieso hast du dir die Flasche gakauft?" ist immer sehr einfach.
Ja auch psychische Erkrankungen zählen da natürlich rein. Gewalttaten können auch durch Hormonstörungen ausgelöst werden. Da muss der Betroffene tatsächlich nicht unbedingt etwas dafür können.
Das ganze passiert in unserem Kopf in einem sehr komplexen System. Unsere Gefühle werden durch Hormonausschüttungen gesteuert. Wie stark das unser Verhalten prägt ist einem Gesunden oft nie wirklich bewusst. Jemand der z.B. an Depressionen leidet weiss das hingegen sehr wohl.
Natürlich bin ich mir sicher, dass auch Alkoholiker mit genug Willensstärke den Griff zur Flasche vermeiden könnten. Aber da sind wir wieder beim Thema: Wenn man sowieso von jeder Seite auf den Sack bekommt, ist die Motivation hierzu denkbar gering. Das muss nicht nur durch Mitmenschen passieren, es reicht schon, wenn das Jobcenter einem 60-jährigen arbeitslosen Alkoholiker schreibt: "Wir möchten mit ihnen über ihre berufliche Zukunft sprechen."
Das Thema ist zu komplex als es auf die mangelnde Willenskraft von diesen Menschen abzuschieben. Ich möchte es aber auch nicht nur auf das Argument "Sucht/Krankheit" schieben. Trotzdem sind das immernoch Menschen.