AW: Habt ihr vor Deutschland zu verlassen?
Ich halte es aber für etwas schwierig, jede Art von Glauben unter einen Kamm zu scheren.
Inwiefern es sich um Kindergeschichten handelt oder um Metaphern, Allegorien, Gleichnisse und Symbole, scheint dich nicht weiter zu interessieren. Damit schüttest Du womöglich das Kind mit dem Bade aus. Das empfinde ich dann schon als etwas oberflächlich (und ignorant). Es zeugt nicht von besonderem philosophischen oder psychologischen Feinsinn, den die Beschäftigung mit Glauben, Religion und dem Leben im Allgemeinen meines Erachtens erfordert.
Wenn man wie Du seinem kindlichen Gottesbild den Kopf abschlägt, ist Gott noch lange nicht tot. Dann beginnt eigentlich erst das Mysterium. In diesem Sinne: "La illaha il'allah" - kein (kindliches) Gottesbild außer Gott selbst, dem Unbegreiflichen, Unergründlichen als die WIRK-lichkeit hinter und in allem.
Aber um das zu sehen, GLAUBST du wahrscheinlich zu sehr an ein mechanisch-materialistisches Weltbild. Auch eine Art Glaube. Ein Moslem würde es vielleicht Götzendienst nennen.
Vielleicht darf ich doch noch darauf antworten. Inwieweit kann man den atheistischen Glauben mit religiösem Glauben wirklich vergleichen? Mal abgesehen von der ganzen Gottgeschichte, an die man eben glaubt oder nicht. Ich habe keinen Darwin, Marx oder Dawkins auf dem Nachttisch sondern einfach das Buch, das ich gerade lese. Es gibt keine Kathedralen des Atheismus, an denen wir uns versammeln oder Gedenktage an denen wir unseren Vordenkern gedenken und hoffen uns irgendwann mit ihnen wieder zu vereinen. Ich muss nicht darüber nachdenken, ob das was ich tue den atheistischen Vordenkern oder irgendeiner atheistischen Organisation gefällt. Ich selbst, meine Erziehung und die Gesellschaft gibt mir meine moralischen Maßstäbe, die vielleicht durchaus christlich geprägt sind (und die die Christen wahrscheinlich aus anderen Kulten geklaut haben), ich aber nicht aus Gottesfurcht befolge, sondern weil ICH es will oder halt nicht.
Wenn mir Gott, Religion und Kirche vollkommen egal sind (außer wenn ich schlafen will und die Glocken läuten), dann interessieren mich ehrlich gesagt die ganzen Mysterien und Gleichnisse genausoviel wie die Märchen der Gebrüder Grimm. Mehr ist da nicht für mich.
Ob sich da jetzt irgendwelche Leute einbilden, ihr Leben der Jungfrau Maria zu opfern oder an die Offenbarung der Fatima glauben oder das bevorstehende Jüngste Gericht ist mir privat völlig egal. Ich lasse sie in Ruhe und erwarte das Gleiche von ihnen.
Wenn jemand denkt, mein Leben ist dadurch leerer kann ich ihm auch nicht helfen. Ich lebe gut ohne Gott und den ganzen Hokuspokus.
Ich habe auch nicht wie du vermutest, meinem kindlichen Gottesbild den Kopf abgeschlagen. Es gab NIE ein Gottesbild in meinem Leben und es ist auch nie etwas passiert, was mich an meiner Einstellung zum Zweifeln gebracht hätte. Das Priester ungestraft kleine Kinder vergewaltigen ohne bestraft zu werden, ist eher ein Beweis für meine Ansichten.
Für einen Moslem bist du als Christ im übrigen auch ein Götzendiener und kein richtiger Mensch, da sind die Atheisten ja wirklich noch die harmlosesten.
Und wenn man mal auf den richtigen katholischen Seiten mitliest schlägt einem dort eine Verachtung gegenüber Atheisten, Homosexuellen, Muslimen, Grünen und alles Nichtkatholische entgegen, das ist schon der blanke Hass.