Hasankeyf

alterali

Well-Known Member
AW: Hasankeyf

Ich finde es wichtiger Staudämme zu verhindern, weil viele Menschen dadurch "ausgetrocknet" werden ..... als weil ein "paar wenige" dadurch absaufen .....

So ein Staudamm ist ein "einschneidendes Projekt" .... viel zu oft werden solche Projekte zum Profit einer "Firma" ... eines "Staates" oder was auch immer verwirklicht .... ohne sich über die "wirklichen" Konsquenzen Gedanken zu machen .....

Sicher ein 'einschneidendes' Projekt!

Es ist ja auch nicht der erste Staudamm der Türkei und in Syrien wurden da schon einige Gegenden 'ausgetrocknet'.

Staudämme gibt es unzählige auf der Welt, die Folgen kann man nie 100rozentig einschätzen. Ich denke sie sind zum großen Teil umweltneutral!

Ich sehe zum Beispiel das Abpumpen von Wasser für Baumwolle (Russland, Aralsee) oder auch für sonstigen landwirtschaftlichen Export z.B. Israel viel gravierender. Das läuft meist völlig ohne Planung und vor allem ohne Entschädigung für Betroffene.

Von unserem Verhalten was das Weltklima anbelangt mal ganz zu schweigen.
Tonga, Bangladesch lassen grüßen.

Bei manchen Staudämmen gibt es auch Verträge mit anderen Staaten, wieviel Wasser man durchlässt!
 

HeyÖzgürlük

Well-Known Member
Die Türkei will den Tigris stauen, um Energie zu gewinnen. Hasankeyf soll in den Fluten verschwinden. Die Bewohner fürchten um ihre Geschichte.

[...]

Hier sei er geboren, berichtet Osman, in diesen staubigen Straßen habe er seine Kindheit verbracht. „Aber das war’s dann wohl.“ Was Osman heute umtreibt, ist nicht der Stausee selbst. Die Pläne der türkischen Regierung sind lange bekannt und weit fortgeschritten. Noch dieses Jahr wird der Ilisu-Staudamm, 65 Kilometer flussabwärts von Hasankeyf, voraussichtlich fertiggestellt. Wie eine riesige Badewanne wird sich dann das Tigris-Tal allmählich auf einer Länge von 135 Kilometern füllen, bis der Pegel im Folgejahr seinen geplanten Stand erreichen und kurz unter der Spitze des El-Risk-Minaretts in Hasankeyf haltmachen wird.

[...]

Nicht nur die Einheimischen, auch Naturschützer stellen sich quer. „Der Tigris ist der letzte wilde Fluss Anatoliens“, sagt Dicle Tuba Kilic von der Naturschutzorganisation Doan Dernei. „Wir wollen ihn mitsamt seinen weltweit gefährdeten Vogel- und Pflanzenarten retten.“ Der Rotlappenkiebitz sei nur eine von vielen Vogelarten, die nach der Stauung des Tigris aussterben könnten.
Noch etwas beunruhigt die Staudammgegnerin: „Wir werden unsere Geschichte verlieren. Unter Wasser können die Archäologen nicht mehr forschen.“ Dutzende historisch bedeutsame Stätten lägen auf dem Gebiet und würden im Stausee untergehen, erklärt Dicle Tuba Kilic.


Ganzer Atikel:
http://www.taz.de/Staudaemme-in-der-Tuerkei/!132192/
 
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