Kennt ihr schon den neuesten Krieg?

Berfin1980

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19 Juni 2015
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Allerdings darfst du auch nicht vergessen, dass die armenische Besetzung von Berg Karabach völkerrechtswidrig ist.
Ist mir bekannt.....hier hätte es schon längst eine Lösung geben müssen.

Über den Einsatz der Despoten, von Dschihadisten aus Syrien oder Libyen kann Frau sich maßlos aufregen. :mad:
Wenn es türkische Bomben auf Jerewan gibt, muss es eine Reaktion gegen wie auf iranische Bomben auf Tel Aviv.
Es werden sicher auch wieder doitsche Waffen eingesetzt, wobei ja nur alle 14 Minuten ein Mensch, irgendwo in der Welt durch diese Waffen stirbt.
 
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Zerd

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12 Oktober 2005
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Meine Güte, seid ihr wieder schnell bei der Sache. Und natürlich dreht sich wieder jeder Erklärungsversuch um euer hübsches kleines Weltbild: der große böse Erdogan gegen den Rest der friedliebenden ohnmächtigen Welt! Im Prinzip wärt ihr alle zusammen AfD-Wähler par excellence, denn Denk- und Argumentationsmuster gegen das ausgemachte Feindbild sind völlig identisch. Und es passt auch so wunderbar, dass er Türke und Moslem ist.

Nun denn, ich kenne mich mit diesem Konflikt auch nicht so gut aus, kann mich nur erinnern, dass es in den Neunzigern und danach auch schon einmal heftig gekracht hat in dieser Region. Und da ich eben diesem Schwarz-Weiss-Denken nicht so sehr angetan bin und glaube, dass es bei jedem größeren Konflikt mehr als nur eine Sichtweise gibt, wollte ich mich mal bei Wiki ein wenig informieren und stieß da als erstes auf folgendes Bild:

Location_Artsakh_en.png
Und ich konnte nur noch den Kopf schütteln. Denn wer so eine konfliktuöse Grenzziehung und Konstellation zwischen zwei nicht gerade innig befreundeten Staaten herbeiführt, zulässt, beibehält nicht umgehend aufzulösen versucht, ganz gleich, ob es die beteiligten Regierungen sind, sogenannte Schutzmächte oder eben auch die internationale Gemeinschaft, die sich ja sonst so gerne überall einmischt (u.a. bei Vorliegen unbezweifelbarer Beweise, wenn sie denn aus bestimmten Ländern kommen), der beabsichtigt nur ein einziges Ziel, nämlich dass früher oder später hier ein gewaltiger Konflikt ausbricht. Und zwar ganz unabhängig davon, wie die jeweiligen Akteure auf allen Seiten gerade heißen - hier wird es früher oder später unweigerlich knallen, das muss doch einfach jedem klar sein!

Da haben wir eine azerbaycanische Exklave an der iranischen Grenze, einen bis zur iranischen Grenze reichenden Streifen Armenien, der besagte Exklave vom Kernland räumlich trennt und zuletzt noch ein umstrittenes von den Armeniern beanspruchtes Gebiet im - der Form nach - azerbaycanischen Kernland. Jeder einzelne Punkt dieser Konstellation ist ein potentieller Konflikt, der jederzeit ausbrechen könnte, je nach Interessenlage ausglöst durch die betroffene Bevölkerung, den beteiligten souveränen Staaten oder eben auch den Schutzmächten.

Nichts, aber auch gar nichts an diesem Konflikt lässt sich unter diesen Umständen ohne weiteres und auf die Schnelle der einen oder anderen Seite, dem einen oder anderen Akteur in die Schuhe schieben. Vielmehr würde ich jeden beteiligten Politiker und Diplomaten, der diese obige irrationale Konstellation herbeigeführt, zu ihr beigetragen, sie erhalten oder sich geweigert hat, an ihrer Auflösung mitzuwirken (und das müssten insgesamt eine ganze Menge gewesen sein) als einen Kriegstreiber bezeichnen. Weil eben billigend in Kauf genommen wurde, dass hier früher oder später, aus einem beliebigen Anlass, ein Krieg wieder ausbrechen würde.

Wenn ich etwas träumen dürfte, dann würde ich Azerbaycan ihre Exklave wegnehmen und Armenien etwa die Hälfté (ein ungefähr der Landfläche der Exklave entsprechender Bereich) des trennenden Streifen und diese Gebiete der autonomen bislang nicht anerkannten Republik Bergkarabach zusprechen unter der Bedingung, dass alle unter sich bleiben wollenden Azerbaycaner sich in ihr Kernland verkriechen, alle unter sich bleiben wollenden Armenier dasselbe tun und die neue Republik, die unter dem besonderen Schutz der internationalen Gemeinschaft stehen und als entmilitarisierte Puffernation fungieren könnte, all diejenigen "zukunftsfähigen" Azerbaycaner und Armenier beheimatet, die die begründete Hoffung haben, dass Menschen auch unabhängig von Religion und Herkunft friedlich und solidarisch zusammenleben können.

Wie gesagt, nur eine Träumerei, aber immerhin eine, die einen zukunftsfähigen Frieden anvisiert. Im Gegensatz zu der blauen wie blauäugigen Scheinlösung: das Paradies auf Erden wird wiederkehren, sobald wir Erdogan erst in die Wüste geschickt haben...
 

Burebista

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4 November 2015
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Ich habe die Gegend nie besucht.
War aber in Iran im Jahr 2001. Besuchte mit einem dt. Freund aus der Lausitz eine armenische Kirche in Shiraz. Ziemlich sehr in Süden. In der Nähe von Persepolis. Wurden bei einer armenischen Familie zum Mittagessen eingeladen. Es war Sonntag. Im TV konnten wir armenisches Programm aus Armenien sehen (über Satelit). Das ganze Programm war sehr militärisch ausgerichtet. In der Art "Verteidigung des Vaterlandes".

Die Armenier sind sehr beliebt in Iran und sehr geschätzt. Sicher nicht in den aserischen Provinzen von Iran. Aber in der Mitte von Iran schon.

Armenien ist für die Iraner ein Freund. In Armenien kommen iranische Sänger aus den Staaten und veranstalten Konzerte für die Iraner aus Iran, die kein Geld haben weiter zu fliegen.

Hier ein Konzert aus Armenien von Dariush, August 2009. An dem Tag war ich selber in Iran. Dariush war aber in Armenien.
Man kann die armenischen Polizisten sehen, mit den sowjetischen Uniformen. Und die Iraner, die schrien: Marg bar diktator (Unten/zum Tode mit dem Diktator). Und man kann die Verzweiflung der Iraner sehen.


Auch wenn es in Iran aserische Provinzen gibt, wird Iran immer mit Armenien halten.
 
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Burebista

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4 November 2015
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Muss schreiben. Die neuen freundlichen Beziehungen zwischen der TR und IR oder zwischen der TR und RU waren mir suspekt. Diese Beziehungen hätte ich als unmöglich gehalten. Aber TR und Erdogan wollten so geben, als ob diese freundlichen Beziehungen sicher waren .

Jetzt kommt die Probe.
Wie kann man sich so benehmen, als ob hundertjährige Geschichte nicht nützte...

Wie konnte sich die TR gegen den Westen wenden und Freundschaft zu RU oder IR suchen oder, noch schlimmer, simulieren?

Armenien mag ein kleiner Stein sein. Aber die Karre kann wegen eines kleines Steins umrutschen.
 
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Msane

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25 März 2010
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Dieser Konflikt ist ein klassischer Fall und Folge von willkürlichen Grenzziehungen, die wie so oft im Gegensatz zu den traditionellen Siedlungsgebieten der Bevölkerung stehen.
Einzige faire Lösung wäre eine Aufteilung Bergkarabachs in einen azerischen und einen armenischen Teil, dann könnten die Azeris zurückkehren und sich wieder in ihrer Hälfte ansiedeln und die Armenier hätten ihrerseits ihren Teil.
Dafür müssten sich die Regierungen beider Länder einigen.
Dagegen spricht das in Armenien mitlerweile ein Hardliner regiert, die armenischen Karabacher nicht nachgeben wollen, auf der anderen Seite Baku kein Interesse daran hat etwas zu verhandeln, da sie dank Petrodollars eine immer stärker werdende hochgerüstete Armee haben, die den Konflikt in ihrem Interesse mit Gewalt löst.

Der Krieg wird vorerst weiter eskalieren, man kann Armenien nur dringend empfehlen sich verhandlungsbreit zu zeigen und darauf zu hoffen das die Großmächte Baku drängen zu verhandeln.
Denn die militärische Überlegenheit Aserbaidchans in Verbund mit der Türkei ist erdrückend.
Dazu kommt das geopolitische Gewicht der Türkei und Aserbaidchans.
Niemand auf der Welt interessiert es wenn der Zwergstaat Armenien ein paar außerterritoriale Siedlungsgebiete gegenüber in Karabach verliert.
Gute Beziehungen zur Türkei und Aserbaidchan aber schon, Aserbaidchan ist ein Schlüsselstaat wenn es darum geht Zugang zur Kaukasusregion und dem kaspischen Meer zu bekommen.


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Alubehütet

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29 Januar 2017
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Am 4. Juli 1921 verfügte das zuständige Kaukasische Büro des ZK die Zusammenführung des zu 94% von Armeniern bewohnten Gebietes Arzach mit der neu gegründeten armenischen SSR. Was sowjetische Funktionäre & kleinliche Kaukasusexperten seinerzeit vorfanden, nennt man heute ein zusammenhängendes (armenisches) Siedlungsgebiet.

Und das wäre es auch geblieben, hätte sich nicht ein bärtiger Besserwisser aus Georgien eingemischt. Sein Name war Iosseb Bessarionis Dschughaschwili – was seine Mutter sich verständlicherweise nicht merken konnte und ihn deshalb zärtlich mit seinem späteren Kampfnamen „Stalin“ anbrüllte (“Staliiiiin, komm ruff!”). Aus einem vorzeitig abgebrochenen Pauschalurlaub reiste er im Juli 1921 in seiner damaligen Funktion als „Volkskommissar für Nationalitätenfragen“ höchstpersönlich an, um den ergangenen Beschluss zu revidieren. Er packte das Gebiet notdürftig in internationalistisches Geschenkpapier und überreichte es einem Irren aus Baku.

Damit schlug Stalin ein Gebiet, das überwiegend von Überlebenden des Völkermords an den Armeniern durch das Osmanische Reich 1915/16 bewohnt war, der Hoheit des mit diesem aufs Engste verbundenen Bruderstaates der aserbaidschanischen Türken zu. Eine – schon auf den ersten Blick – brillante Idee. Ungefähr so brillant wäre es gewesen, den Staat Israel als abhängige Provinz unter die Oberhoheit des Iran zu stellen. Oder Attila Hildmann zum epidemiologischen Chefberater zu berufen.

https://martinsonneborn.de/notizen-zu-bergkarabach/

Ich finde, der sollte ins ernsthafte Fach wechseln. Seine Witzchen machen seine klugen Gedanken schwer lesbar.
 

Alubehütet

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29 Januar 2017
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Scheint schon wieder vorbei zu sein :): Kirgisistan

Ein gestürmter Regierungssitz, fast 600 Verletzte: In Kirgisistan sind nach den Parlamentswahlen Hunderte Oppositionelle auf die Straße gegangen. Nun hat die Wahlkommission das Wahlergebnis für ungültig erklärt.

SPON
Ausführlicher zu den Unruhen die Tagesschau
 
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