AW: Lieben wir "light" im Jahr 2020?
Ich bin 1960 sieben Jahre alt gewesen und in die Schule gekommen,
Trotz bescheidener Mathematikkenntnisse kann ich nun errechnen, dass du 3 Jahre jünger bist als ich und interessanterweise habe ich, in Hannover aufgewachsen, durchaus vergleichbare Erfahrungen gemacht.
in Leipzig. Für die Feier zur Schuleinführung musste man beim Konsum Bescheid sagen dass man etwas mehr brauchte diese Woche. Butter, Kondensmilch und Milch schrieben die Verkäuferinnen in ein Heft und wer seine Ration für diese Woche weg hatte, der bekam nichts mehr. Beim Fleischer war es auch so. Ebenso beim Gemüsehändler.
Ich hatte ein blaues Pionierhalstuch um und bin manchen Nachmittag, wenn Pioniernachmittag war, mit einem Handwagen und Kindern aus meiner Schulklasse von Haus zu Haus gezogen und habe äusserst ungern gefragt ob die Leute leere Gläser, Flaschen und Papier hätten. Das wurde dann auf dem Schulhof gesammelt.
Auch bei uns gab es ein Geschäft namens "Konsum" und ich habe mich als Kind auch immer fürchterlich über ALLES gefreut, die Scheibe Wurst etc und die Menschen waren im Vergleich zu heute echt arm: Mein Vater hat mal seinen Vorgesetzen MIT FRAU zum Abendessen eingeladen, ich musste ins Bett, aber ich erinnere mich genau: Es gab pro Person EIN Würstchen und für ALLE eine, ja EINE Flasche Bier....
Wir haben Stifte und Hefte für die Kinder in Kuba gespendet.
Natürlich habe ich als Kind den Mangel nicht so gemerkt.
Wir konnten auf grossen freien Flächen (wo vorher Ruinen standen) spielen, Gras und Unkraut waren hoch, wir konnten gut verstecken spielen. Es fuhren kaum Autos und so hatte keiner grossartig Angst um uns und wir hatten viele Freunde mit denen wir spielten bis es dunkel wurde und wir nach Hause mussten. Das gibt es ja nun heute kaum noch in den Städten.
Trotzdem möchte ich nicht noch mal 50 Jahre zurück.
Ja und Ruinen zum Spielen und viel freie Fläche, kaum Autos, all das war in Hannover auch. Es gab leerstehend Fabrikhallen, in denen man spielen konnte, aber nicht durfte, es gab Bettler, Lumpensammler und den "Kohlenmann" , brachte auf Eselskarren säckeweise Kohlen, die man in den Keller schüttete, von wo ich sie eimerweise im Winter wieder in die Wohnung im 5. Stock hochtrug, wofür ich gelobt wurde und stolz war. All das gibt es heute so nicht mehr.
Das mit den Pionieren ist mir erspart geblieben, das schon
Auch ich sehne mich insgesamt nach der Zeit nicht zurück, die Menschen dachten irgendwie insgesamt engstirniger. Nichts war besser.