"Meinungsfreiheit futsch in Spanien"

EnRetard

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19 Februar 2017
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Wie lange die von dir genannten Machtzentren - die politische Rechte in Spanien, aber auch einflussreiche Leute in der sozialistischen Regierungspartei, z.B. Expremier Felipe Gonzales - weiter am König festhalten, hängt entscheidend davon ab, ob sich König Felipe VI die Skandale seiner Verwandtschaft von seinem persönlichen Hals halten kann. Andernfalls ist er am Ende. Seine beiden Schwestern nebst Familie - der Mann seiner Schwester Cristina sitzt wegen Untreue im Knast, Cristina selbst kam um Haaresbreite davon - hat er offiziell aus der königlichen Familie entfernt. - was die beiden nicht daran hindert, weiter Skandale zu produzieren. Noch können die Wohlwollenden sagen, der arme Mann kann sich seine Verwandtschaft eben nicht aussuchen, aber wir brauchen ihn, um das Land zusammenzuhalten. Er bewegt sich auf dünnem Eis. Übrigens auch politisch, mit seinem demonstrativen Blinken nach Rechts in der Katalonien-Frage.
 
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Mendelssohn

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17 Januar 2016
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Wie lange die von dir genannten Machtzentren - die politische Rechte in Spanien, aber auch einflussreiche Leute in der sozialistischen Regierungspartei, z.B. Expremier Felipe Gonzales - weiter am König festhalten, hängt entscheidend davon ab, ob sich König Felipe VI die Skandale seiner Verwandtschaft von seinem persönlichen Hals halten kann. Andernfalls ist er am Ende. Seine beiden Schwestern nebst Familie - der Mann seiner Schwester Cristina sitzt wegen Untreue im Knast, Cristina selbst kam um Haaresbreite davon - hat er offiziell aus der königlichen Familie entfernt. - was die beiden nicht daran hindert, weiter Skandale zu produzieren. Noch können die Wohlwollenden sagen, der arme Mann kann sich seine Verwandtschaft eben nicht aussuchen, aber wir brauchen ihn, um das Land zusammenzuhalten. Er bewegt sich auf dünnem Eis. Übrigens auch politisch, mit seinem demonstrativen Blinken nach Rechts in der Katalonien-Frage.
Skandale gehören zu Königshäusern seit ihrem Bestehen, genauso wie ihre Attitüde, die Skandale ungerührt zu überstehen. Skandale, ob sexueller oder finanzieller Natur, erschüttern Königshäuser nicht. Briten und Spanier zeigen dies zur Genüge. Ihnen den finanziellen Stecker zu ziehen, braucht es aber die Stimmen der Konservativen und der Rechten, die sich von der Monarchie ein Art Ersatz für den demokratischen Diskurs versprechen und deshalb nicht zustimmen werden. Wenn du mich fragst, sind die Briten ihre Windsors eher los als die Spanier ihre Bourbonen. Beides nicht mehr in meinem Leben. :)
 

EnRetard

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19 Februar 2017
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Skandale gehören zu Königshäusern seit ihrem Bestehen, genauso wie ihre Attitüde, die Skandale ungerührt zu überstehen. Skandale, ob sexueller oder finanzieller Natur, erschüttern Königshäuser nicht. Briten und Spanier zeigen dies zur Genüge. Ihnen den finanziellen Stecker zu ziehen, braucht es aber die Stimmen der Konservativen und der Rechten, die sich von der Monarchie ein Art Ersatz für den demokratischen Diskurs versprechen und deshalb nicht zustimmen werden. Wenn du mich fragst, sind die Briten ihre Windsors eher los als die Spanier ihre Bourbonen. Beides nicht mehr in meinem Leben. :)
Felipe sitzt aus einem einzigen Grund fest auf seinem Thron, und das ist nicht die Unterstützung der post- oder neo-fraquistischen Rechten. Es ist die Katalonien-Frage. . Deswegen eiern die eigentlich republikanischen Sozialisten herum und halten am Status Quo fest. Eine Verfassungsreform mit dem Ziel der Schaffung einer Republik würde nämlich zwangsläufig auch die Frage staatliche Einheit neu stellen, da die Katalanisten keine spanische Republik, sondern eine katalanische Republik wollen, zu der idealerweise auch die Balearen (vgl. Valtònic )und der größte Teil des Landes Valencia gehören sollen.

Trotz alledem wäre die Monarchie am Ende, wenn Felipe selbst im kriminellen Sumpf versänke wie sein Vater.
 

Mendelssohn

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17 Januar 2016
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Trotz alledem wäre die Monarchie am Ende, wenn Felipe selbst im kriminellen Sumpf versänke wie sein Vater.
Kronprinzessin Leonore steht bereit. Im nächsten Jahr ist sie volljährig. Seit wann wäre eine Monarchie an Steuerhinterziehung oder pädophilen Neigungen zugrunde gegangen? Dynastien haben immer einen Nachfolger. Heute muss man die gekrönten Häupter nicht mehr vergiften, um sie los zu werden. Man schickt sie nach Dubai oder Florida und kann wie gewohnt weitermachen. Es sei denn, die Rechtsnationalen haben eine bessere Idee und schaffen eine Mehrheit mit Christen, Kapitalisten und "Wertkonservativen".
 

EnRetard

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19 Februar 2017
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Nach der Auszählung von 99% der Stimmen lässt sich sagen, der franquistische Durchmarsch in Spanien ist einstweilen abgesagt. Ein Bündnis aus der reaktionären Volkspartei PP und der rechtsextremen Vox hat die absolute Mehrheit verfehlt. 169 der 350 Sitze sind eben nicht genug. Die Sozialisten stagnierten, ebenso das Linksbündnis Sumar, Nachfolgerin von Podemos. Gerupft wurde die katalanische Regierungspartei ERC, während Junts, die Partei des im Exil lebenden katalanischen Ex-Premiers Puigdemont, mit einem blauen Auge davon kam. Míriam Nogueras, Abgeordnete von Junts, ("Spanien ist ein verrotteter Misthaufen") dachte schon weiter und verkündete, ohne Gegenleistung werde ihre Partei Sánchez jedenfalls nicht zum Regierungschef machen. Denn auch das ist im Bereich des Möglichen: Sánchez schafft es, sämtliche Regionalparteien einzusammeln und wird wiedergewählt.
Quelle für die Wahlergebnisse: https://elpais.com/