Habe angefangen, die "Unterwerfung" zu lesen. Liest sich mal wieder wie geschnitten Brot, Houellebecq hat's echt drauf.
Einerseits so unaufgeregt, andererseits komisch-ironisch. Das Buch dürfte allenfalls die europäische Rechte und islamophobe Abendländler provozieren.
Sein Bild eines gemäßigten Islam, der in Frankreich an die politische Macht kommt, klingt gerade für Houllebecq ziemlich versöhnlich und entspannt.
Hier nochmal ein Interview aus der Zeit:
http://www.zeit.de/2015/04/michel-houellebecq-unterwerfung-charlie-hebdo-frankreich-radikalisierung
"Der Tod ist nicht auszuhalten"
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ZEIT: Es macht Ihnen sichtlich Vergnügen, mit der gesamten Moderne aufzuräumen.
Houellebecq: Es tut mir leid, wenn ich hier etwas pedantisch werde. Aber diese Idee hatte vor mir schon
Auguste Comte. Er hat vorausgesagt, dass das Zeitalter der Revolution und der Aufklärung von einem neuen religiösen Zeitalter abgelöst werden wird. Diesem Gedanken habe ich schon immer zugestimmt. Eine Gesellschaft ohne Religion ist nicht überlebensfähig. Der Laizismus, der Rationalismus und die Aufklärung, deren Grundprinzip die Abkehr vom Glauben ist, haben keine Zukunft. Sie finden in vielen meiner Romane Entwürfe einer neuen Religion.
ZEIT: Gefällt Ihnen der Antimodernismus des Islams auch persönlich?
Houellebecq: Oui ... bof ... hmmm ... ich bin mir nicht sicher, ob er wirklich stärker ist als der Antimodernismus des Katholizismus.
ZEIT: Und beide sagen Ihnen gleichermaßen zu?
Houellebecq: Der Sorbonne-Präsident Rediger im Roman interessiert mich. Er will zunächst zum Katholizismus konvertieren, bekennt sich aber schließlich zum Islam.
ZEIT: Wo ist das Problem mit dem Katholizismus?
Houellebecq: Gute Frage. Es ist vielleicht zu kompliziert mit dem Katholizismus, es gibt die Jungfrau Maria, Jesus Christus ...
ZEIT: ... einfach zu viel unübersichtliches Personal?
Houellebecq: So ungefähr. Im Islam gibt es den Schöpfer, und Schluss.
ZEIT: Und die Unterwerfung unter den Schöpfer ist das höchste Glück?
Houellebecq: Genau.
ZEIT: Sie warnen Ihre Leser keineswegs vor der Unterwerfung unter den Islam. Im Gegenteil.
Houellebecq: Was ich denke, ist ganz unwichtig.
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