Parlamentswahl Türkei November 2015

beren

Well-Known Member
Eine mögliche Erklärung liefert der Spiegel:

Die Partei schürt Ängste, um Menschen hinter sich zu scharen.
Die türkische Regierung hat im eigenen Land Chaos gesät, auf Gewalt gesetzt, Kritiker mundtot gemacht - und zur Belohnung auch noch eine Wahl gewonnen. Um Demokratie geht es dabei nicht.
Geradezu beängstigend aber ist, dass die AKP nach dem für sie ungünstigen Ergebnis im Juni jegliche Friedensbemühungen mit der PKK abbrach und einen Krieg gegen die Kurden begann, gleichzeitig aber die Chuzpe hatte zu behaupten, nur unter ihrer Alleinherrschaft könne wieder Stabilität herrschen. Das ist, als würde man einen Brunnen vergiften und sich anschließend als Wasserlieferant anbieten




...burasi türkiye burda her sey her an olabilir

Ein Satz, den ich von meinem Onkel unzählige Male gehört habe.

Aus der n-tv: Nach Einschätzung des europäischen Grünen-Chefs Reinhard Bütikofer sollte das Wahlergebnis in der Türkei von der EU sorgfältig unter die Lupe genommen werden. "Man wird genau hingucken müssen, inwieweit das in seinen Dimensionen doch überraschende Ergebnis einfach das Ergebnis einer Fehlprognose aller dortigen Demoskopen gewesen ist oder möglicherweise auch das Ergebnis von Manipulationen", sagte Bütikofer.

Mal sehen was dabei rauskommt. Außer ein paar Katzen wird nicht viel drin sein.
Aber so lange das Volk sagen kann, dass Straßen gebaut werden (lief auch schon mal in Deutschland in den 30'igern ganz gut), Megaprojekte wie Shoppingcenter und vieles mehr, ist die Welt für einige in Ordnung. Scheiß egal, ob man diese braucht oder nicht, auch scheiß egal, ob man sich das leisten kann bei der Arbeitslosenzahl.
Scheiß egal, ob diese Bauprojekte in erster Linie den Erdogan-Clan nur weiter bereichert. Hauptsache man kann das Gefühl vermitteln, die Türkei würde sich im Umbruch befinden. Dabei ist die Türkei wirtschaftlich lediglich auf der Erfolgswelle der Schwellenländer geritten.
Was der Mann aber geschafft hat, den Türken Selbstbewusstsein zu geben (insbesondere den bisher vernachlässigten schwarzen Türken). Das hat er tatsächlich geschafft. Er tritt gut auf, verkauft sich gut, das reicht, das zieht. Es ist dabei egal, ob das nur Fassade ist. Der Schein und die Selbstverarsche sind wichtiger als die Realität. Die Opposition wirkt dagegen blass, wenn sie überhaupt mal zu Wort kommen in der AKP dominierten Türkei. Nicht das Gesetzbuch ist Gesetzt, sondern die AKP. Erdogan hat noch nicht einmal ein Geheimnis daraus gemacht, was er von einigen richterlichen Beschlüssen hält. Er hat sein eigenes Gesetzbuch. Dabei hatte er wie wohl kein anderer vorher das Wort Demokratie bemüht in jeglicher Konstellation.
Da schaut man darüber weg, ob man eine Demokratie hat oder nicht. Es gab nie wirklich eine Demokratie in der Türkei. Was das Problem der Türken ist: Autoritäten kritisiert man nicht. Das sieht man oft auch in der Arbeitswelt in der Türkei. Der Chef ist dort der Chef.


Ich freue mich über das Ergebnis!
Bunlara müstahak



Traurig alles, ehrlich, sehr traurig.

 

Almancali

Well-Known Member
Die Türken haben gewählt und gut ist's. Auch wenn mir (oder uns) das Ergebnis nicht gefällt, so ist der Drops letztendlich gelutscht. Das ca. 60% der wahlberechtigten Türken aus der BRD für die AKP wählten ist sicherlich besorgniserregend.

Allerdings drehen wir uns einfach um 360°, dann erkennen wir, dass auf Grund der kürzlichen Geschehnisse rund um Flüchtlinge, sehr viele europäische Länder rechtslastige Parteien gewählt haben. Frankreich, Schweiz, Österreich, Polen, Tschechien.

Auch in der BRD machen sich die rechtslastigen Parteien stark. Im Verbund mit dem Ergebnis der Türkei müsste man sich eher auf eine Zukunft Gedanken machen.

Die Fragestellung sollte lauten "Was wird sein ?".

Statt das man sich für eine freie Türkei stark macht, machte man sich für einen starken Führer stark. Einer der anderen Nationen vor's Schienbein treten kann. Das scheint die klare Message für den Ausgang der Wahl gewesen zu sein.

Zudem haben wir bald mehr Rechtsdruck in der BRD, so dass es für einheimische Türken und Muslime schwieriger wird in gesellschaftlichen Dingen Anschluss zu finden (Arbeit, Ausbildung, Ausbildungsplätze usw.). Irgendwann kommt dann das Thema "Auswandern" oder "Rückkehren" in die Türkei erneut in die Köpfe der Migranten und Migrantenkinder...

... stellt sich nur die Frage nach dem "Wohin auswandern ?". Die Türkei ist auf Grund kultureller Defizite (selbst für Deutsch-Türken) einfach zu groß. Sind bereits zahlreiche Rückkehrer wieder in die BRD zurückgekehrt, so wird in 10-20 Jahren keiner mehr auf die Idee kommen überhaupt noch in die Türkei zurückzukehren, da die Defizite noch größer werden.

In der BRD wird der Ton zwischenzeitlich für unsere Leute aber auch härter. Gerade wegen dem Zustrom an Flüchtlingen. Wird der Türke doch generell mit Muslimen (und Flüchtlingen) in einen Kessel geworfen.
 

beren

Well-Known Member

Stimmen für die AKP:

Rize: 75,3%

Bayburt: 72,9%

Konya: 73,9%

Cankiri: 68,7%

Aksaray: 71,2%

K.Maras: 71,3%

Adiyaman: 69%

Sivas: 68,2%

Düzce: 70,4%
 

ege35

Well-Known Member
Eine mögliche Erklärung liefert der Spiegel:

Die Partei schürt Ängste, um Menschen hinter sich zu scharen.
Die türkische Regierung hat im eigenen Land Chaos gesät, auf Gewalt gesetzt, Kritiker mundtot gemacht - und zur Belohnung auch noch eine Wahl gewonnen. Um Demokratie geht es dabei nicht.
Geradezu beängstigend aber ist, dass die AKP nach dem für sie ungünstigen Ergebnis im Juni jegliche Friedensbemühungen mit der PKK abbrach und einen Krieg gegen die Kurden begann, gleichzeitig aber die Chuzpe hatte zu behaupten, nur unter ihrer Alleinherrschaft könne wieder Stabilität herrschen. Das ist, als würde man einen Brunnen vergiften und sich anschließend als Wasserlieferant anbieten




...burasi türkiye burda her sey her an olabilir

Ein Satz, den ich von meinem Onkel unzählige Male gehört habe.

Aus der n-tv: Nach Einschätzung des europäischen Grünen-Chefs Reinhard Bütikofer sollte das Wahlergebnis in der Türkei von der EU sorgfältig unter die Lupe genommen werden. "Man wird genau hingucken müssen, inwieweit das in seinen Dimensionen doch überraschende Ergebnis einfach das Ergebnis einer Fehlprognose aller dortigen Demoskopen gewesen ist oder möglicherweise auch das Ergebnis von Manipulationen", sagte Bütikofer.

Mal sehen was dabei rauskommt. Außer ein paar Katzen wird nicht viel drin sein.
Aber so lange das Volk sagen kann, dass Straßen gebaut werden (lief auch schon mal in Deutschland in den 30'igern ganz gut), Megaprojekte wie Shoppingcenter und vieles mehr, ist die Welt für einige in Ordnung. Scheiß egal, ob man diese braucht oder nicht, auch scheiß egal, ob man sich das leisten kann bei der Arbeitslosenzahl.
Scheiß egal, ob diese Bauprojekte in erster Linie den Erdogan-Clan nur weiter bereichert. Hauptsache man kann das Gefühl vermitteln, die Türkei würde sich im Umbruch befinden. Dabei ist die Türkei wirtschaftlich lediglich auf der Erfolgswelle der Schwellenländer geritten.
Was der Mann aber geschafft hat, den Türken Selbstbewusstsein zu geben (insbesondere den bisher vernachlässigten schwarzen Türken). Das hat er tatsächlich geschafft. Er tritt gut auf, verkauft sich gut, das reicht, das zieht. Es ist dabei egal, ob das nur Fassade ist. Der Schein und die Selbstverarsche sind wichtiger als die Realität. Die Opposition wirkt dagegen blass, wenn sie überhaupt mal zu Wort kommen in der AKP dominierten Türkei. Nicht das Gesetzbuch ist Gesetzt, sondern die AKP. Erdogan hat noch nicht einmal ein Geheimnis daraus gemacht, was er von einigen richterlichen Beschlüssen hält. Er hat sein eigenes Gesetzbuch. Dabei hatte er wie wohl kein anderer vorher das Wort Demokratie bemüht in jeglicher Konstellation.
Da schaut man darüber weg, ob man eine Demokratie hat oder nicht. Es gab nie wirklich eine Demokratie in der Türkei. Was das Problem der Türken ist: Autoritäten kritisiert man nicht. Das sieht man oft auch in der Arbeitswelt in der Türkei. Der Chef ist dort der Chef.


Ich freue mich über das Ergebnis!
Bunlara müstahak

Ich hätte geliked, wenn die beiden letzten Sätze nicht wären. Ich glaube nicht daran. dass die Stimmen alle korrekt waren - da wurde zu sehr gemauschelt...
https://www.jungewelt.de/2015/11-02/002.php
 

Almancali

Well-Known Member
Türken kloppen sich gerade in Stuttgart und Mannheim über den Wahlausgang. Was für ein Gesicht zeigt man in einem Fremden Land.
 

beren

Well-Known Member
Die Türken haben gewählt und gut ist's. Auch wenn mir (oder uns) das Ergebnis nicht gefällt, so ist der Drops letztendlich gelutscht. Das ca. 60% der wahlberechtigten Türken aus der BRD für die AKP wählten ist sicherlich besorgniserregend.

Allerdings drehen wir uns einfach um 360°, dann erkennen wir, dass auf Grund der kürzlichen Geschehnisse rund um Flüchtlinge, sehr viele europäische Länder rechtslastige Parteien gewählt haben. Frankreich, Schweiz, Österreich, Polen, Tschechien.

Auch in der BRD machen sich die rechtslastigen Parteien stark. Im Verbund mit dem Ergebnis der Türkei müsste man sich eher auf eine Zukunft Gedanken machen.

Die Fragestellung sollte lauten "Was wird sein ?".

Statt das man sich für eine freie Türkei stark macht, machte man sich für einen starken Führer stark. Einer der anderen Nationen vor's Schienbein treten kann. Das scheint die klare Message für den Ausgang der Wahl gewesen zu sein.

Zudem haben wir bald mehr Rechtsdruck in der BRD, so dass es für einheimische Türken und Muslime schwieriger wird in gesellschaftlichen Dingen Anschluss zu finden (Arbeit, Ausbildung, Ausbildungsplätze usw.). Irgendwann kommt dann das Thema "Auswandern" oder "Rückkehren" in die Türkei erneut in die Köpfe der Migranten und Migrantenkinder...

... stellt sich nur die Frage nach dem "Wohin auswandern ?". Die Türkei ist auf Grund kultureller Defizite (selbst für Deutsch-Türken) einfach zu groß. Sind bereits zahlreiche Rückkehrer wieder in die BRD zurückgekehrt, so wird in 10-20 Jahren keiner mehr auf die Idee kommen überhaupt noch in die Türkei zurückzukehren, da die Defizite noch größer werden.

In der BRD wird der Ton zwischenzeitlich für unsere Leute aber auch härter. Gerade wegen dem Zustrom an Flüchtlingen. Wird der Türke doch generell mit Muslimen (und Flüchtlingen) in einen Kessel geworfen.


Doch, warum nicht. Viele der religiösen fühlen sich sehr wohl in der Türkei, zumindest die, mit denen ich die Möglichkeit hatte zu schreiben. Sie sagen, dieses Gefühl, was sie in der Türkei haben, mit Ezan und der ganzen Atmosphäre, das erfüllt ihr Herz mit Wärme und Wohlbehagen. Sie fühlen sich dort wohler als hier. Wo können diese Landsleute sich denn noch wohler fühlen? Deshalb können sich auch viele eine Rückkehr sehr gut vorstellen.

Die Rückkehrer die du meinst, die kommen zurück, weil es schon schwer ist, wenn man sich an Deutschland gewöhnt hat.

Bei den meisten religiösen Rückkehrern ist das bestimmt anders, denn die meisten von ihnen haben auch so in einer Parallelwelt gelebt, für die wird es ganz sicher dort besser sein als hier. Okay, sie können für wichtige Arztbesuche herkommen, weil sie hier eben doch eine weitaus höhere Ebene der med. Betreuung erfahren, und natürlich wegen der Kinder und Enkelkinder. Für mich fallen eigentlich auch schon die meisten Rentner, die mehr als sechs Monate im Jahr in der Türkei Leben, unter Rückkehrer, wenn man es genauer betrachtet. Denn so gesehen ist nämlich deren Lebensmittelpunkt dort und nicht mehr hier.

Die meisten anderen Rückkehrer suchen sich schon Städte wie Izmir, Istanbul oder Bodrum aus. Weil man da eher mit der neuen alten Heimat klar kommen kann als sonst woanders in der TR.



 
Top