Parlamentswahl Türkei November 2015

Pitane

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Was geht Deutschland das an?

Die Türkei ist das wichtigste Brückenland für Flüchtlinge und Migranten aus Syrien, dem Irak, dem Iran und Afghanistan. In der Türkei leben offiziellen Angaben zufolge mehr als zwei Millionen Flüchtlinge. Ankara soll zum wichtigen Partner beim Umgang mit Flüchtlingen werden, die über die Türkei und die Balkanländer nach Deutschland kommen. Stabile innenpolitische Verhältnisse wären dafür enorm wichtig.

Ob die Türkei undemokratischer und autoritärer wird, ob Presse- und Meinungsfreiheit immer weiter eingeschränkt werden, ist nicht zuletzt deshalb interessant, weil die Türkei sich um die EU-Mitgliedschaft bemüht und die Beitrittsverhandlungen laut Kanzlerin Angela Merkel beschleunigt werden sollen. Zudem ist die Türkei NATO-Mitglied und müsste im Bündnisfall auch von deutschen Soldaten verteidigt werden. Ein solcher Bündnisfall kann in der aufgewühltesten Ecke der Welt nicht ausgeschlossen werden.


http://www.tagesschau.de/ausland/tuerkei-vor-der-wahl-101.html

ich denke stabile innenpolitische Verhältnisse sind doch bei einem solchen Wahlergebnis gegeben. Hätte die Mehrheit der Wähler Ängste wegen der Presse- oder Meinungsfreiheit gehabt, wäre die AKP nicht mit über 50% gewählt worden.
Die Befürchtung das die Türkei undemokratischer und autoritärer wird hatte die Mehrheit anscheinend nicht, allen Anschein nach ist die Sehnsucht nach einer starken Partei bzw. Person vorhanden.
Ich glaube das Verhandlungen mit einer Person einfacher sind als wenn diese mit demokratischen Mehrheiten verhandelt werden müssen.
Das in der jetzigen Situation Vorteile erpresst werden, da würden sich die Demokraten nicht von einem Diktator unterscheiden.
Es ist wie es ist, die Mehrheit hat entschieden, die Türkei ist zwar ein wichtiger Handelspartner, insofern interessiert uns das Wahlergebnis, aber in Wirklichkeit geht das den Deutschen nichts an.
 
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Novus

Well-Known Member


Ich wäre für Emine Ülker Tarhan gewesen.... aber die ist ja schon weg von der CHP.


Tolle Frau. Sie hat das herz am rechten Fleck. Und deswegen ungeeignet sich der dreckigen türkischen Alltagspolitik zu stellen. Sie ist zu weiblich, emotional und gutmütig und auch kein Typ die bei den Islamisten oder Kurden Stimmen ergattern würde und um die geht es, die Linken Stimmen hat man ja schon.
 

beren

Well-Known Member
Der Spiegel schreibt:

Erdogan besucht am Morgen nach dem klaren Wahlsieg eine Moschee in seiner Heimatstadt Istanbul. Sicherheitsleute umringen ihn und halten Hunderte von Fans und Dutzende Journalisten auf Distanz. Erdogan ist in Redelaune. Er holt aus zur Kritik gegenüber dem Ausland. "Warum respektieren die internationalen Medien nicht unseren nationalen Willen?", fragt er.

Von sich selbst in der dritten Person sprechend, erklärt der Präsident: "Sie zeigen uns seit jenem Tag, an dem das türkische Volk Erdogan mit 52 Prozent zum Präsidenten wählte, keinen Respekt. Bis heute nicht. Man muss sie fragen: Ist das euer Verständnis von Demokratie?"


Weiß jemand aus der türkischen Presse, dass er das so gesagt hat oder ist das ein Übersetzungsfehler?


http://www.hurriyet.com.tr/erdogan-milli-irade-istikrardan-yana-tecelli-etti-40008888

Da ist die Rede von: Erdogan sprach von sich und der AKP als eine Einheit/ also er sagte Erdogan und meinte damit sich und die AKP als ein ganzes, er machte da keinen Unterschied. Deshalb auch die dritte Person in der Formulierung.
Viele ausländische Zeitungen (Zeitungs-Redaktionen) wollten nicht, das Erdogan gewählt wird. Eine schlagende Mehrheit hat sich jedoch gezwungenermaßen für Erdogan ausgesprochen, weil er den nationalen Kampf führt...
weiter im Text:
Warum interessiert sich die Weltpresse mit dieser Intensität für uns und nicht für ihr eigenes Land?
Warum respektieren sie unsere nationale Entscheidung/unseren nationalen Willen nicht?
Man könnte meinen, seitdem Erdogan mit 52% zum Präsidenten gewählt wurde, ist kein Respekt mehr da.
Das ist im Grunde das wichtige, was man sie fragen sollte und müsste. Ist das euer Verständnis von Demokratie?
Warum respektiert ihr die 52% nicht? Und jetzt ist diese eine Partei mit annähernd 50% gewählt worden.
Die endgültigen Zahlen gibt es ab dem 17.November...
Die ganze Welt muss dieses endgültige Ergebnis akzeptieren. Ich habe solch eine Reife bei der Weltpresse jedoch nicht wirklich bemerkt/gesehen/festgestellt...



... übersprungene Stellen ;)





Cumhurbaşkanı Erdoğan, bir gazetecinin, "Dış basında Tayyip Erdoğan ile AK Parti'yi özdeşleştirerek, 'Erdoğan'a oy vermeyin' diyen basın yayın organları oldu. Şu anda AK Parti'ye oy verenlerin ezici çoğunluğu da 'Tayyip Erdoğan bir milli mücadele yürütüyor ve biz bu sebeple desteklemek zorundayız' dediler. Şimdi Cumhurbaşkanı Recep Tayyip Erdoğan'ın o milli mücadelede eli daha güçlendi diye bilir miyiz?" sorusu üzerine, bunu şahsıyla alakalı olarak değerlendirmenin doğru olmadığını söyledi.
Ancak buradan bir şeyin iyi tespit edilmesi gerektiğine işaret eden Erdoğan, şöyle devam etti:
"Acaba dünya medyası niçin bizim ülkemizle bu denli, bu şekilde ilgilenirken, kendi ülkeleriyle ilgilenmiyorlar? Milli iradeye niye saygı duymuyorlar? Milli irade burada diyelim, Erdoğan'ı yüzde 52 ile Cumhurbaşkanı seçtiği halde, seçtiği günden bugüne hala saygı duyamadılar. Manidar olan budur. Onlara bu soruyu sorun. Onlara bunu sormak lazım. Sizin demokrasi anlayışınız bu mu? Niçin yüzde 52'ye saygı duymuyorsunuz? Şu anda da yaklaşık yüzde 50 ile Türkiye'de bir parti iktidar oldu. Kesin rakamlar da Yüksek Seçim Kurulu'nun dün akşamki açıklamalarına göre, 17'sinde filan açıklanacak. Ama şu anda geçici neticelere baktığımız zaman yüzde 50 gibi bir rakam gözüküyor. Buna yurt dışında kullanılan oylar da neticelendiği zaman öyle zannediyorum ki tamamen kesinleşecek ve YSK neticeyi açıklayacak. Dolayısıyla buna da tüm dünyanın saygı duyması gerekir. Tüm dünyada da böyle bir olgunluğu ben pek görmedim. Nadide bazı yerleri bir kenara koyarsak, hamdolsun çok olgun bir seçim geçti. Çok kısa zamanda da neticeler, hemen hemen saat 24.00 olmadan biliyorsunuz netleşti. Onun için milletime de şükranlarımı iletiyorum. Sağ olsunlar, var olsunlar."
 
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Almancali

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Erdogan sprach von sich und der AKP als eine Einheit/ also er sagte Erdogan und meinte damit sich und die AKP als ein ganzes, er machte da keinen Unterschied. Deshalb auch die dritte Person in der Formulierung.
Napoleon sprach von sich auch in der dritten Person. Anders formuliert: In der Geschichte gab es zahlreiche Herrscher und Diktatoren, die irgendwann von sich "in der dritten Person" sprachen. Sie meinten bestimmt nicht ihre Parei als Einheit, sondern sich - und vor allem sich - als herausragende Person. Wer von sich in der dritten Person spricht, sollte geeignete Tabletten zu sich nehmen und eine Therapie beginnen.
 

beren

Well-Known Member
Napoleon sprach von sich auch in der dritten Person. Anders formuliert: In der Geschichte gab es zahlreiche Herrscher und Diktatoren, die irgendwann von sich "in der dritten Person" sprachen. Sie meinten bestimmt nicht ihre Parei als Einheit, sondern sich - und vor allem sich - als herausragende Person. Wer von sich in der dritten Person spricht, sollte geeignete Tabletten zu sich nehmen und eine Therapie beginnen.



Nein, er bezog das auf die Weltpresse, wie du weißt, schreiben hier alle Erdogan und meinen die AKP.



Yavaş yerler yaş. :D ;) :p
 

Almancali

Well-Known Member
... und nun alle zum Mitsingen :D


Weiterhin werden folgende Filme zum "Runterkommen" empfohlen.

Lawrence von Arabien bzw. Der Diktator.
 

Lumiukko

Well-Known Member
Hier ein sehr gut geschriebener Artikel, wie ich finde, auch wenn ich die SZ normalerweise nicht so knülle finde:
http://www.sueddeutsche.de/politik/tuerkei-erdoan-erntet-die-fruechte-der-angst-1.2718792

Ich muss sagen, dass mich dieser Absatz etwas hoffnungsvoller gestimmt hat, aber wir werden trotzdem alle abwarten und çay trinken:

Zitat von SZ.de:
Auch ohne die von ihm angestrebte Verfassungsänderung hat Erdoğan seine Macht gerade zementiert. Er kann ein hemmungsloser Pragmatiker sein, wenn er sich davon einen Nutzen verspricht. Frieden mit den Kurden wäre ein historisches Vermächtnis. Die Flüchtlingskrise eröffnet ihm die Chance, sein Land auf Augenhöhe an die Europäische Union heranzuführen. Mit mehr als zwei Millionen Flüchtlingen im Land fällt der Türkei eine Schlüsselrolle zu. Auch wenn das auf den ersten Blick nicht so aussieht: Mit dem Wahlsieg hat auch Erdoğan eine Chance bekommen, sich noch mal zu ändern. An die Macht klammern muss er sich jedenfalls im Moment nicht.
 
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