Putins Rußland

Dieses Thema im Forum "Politik- und Geschichtsforum" wurde erstellt von Mendelssohn, 26 März 2018.

  1. Mendelssohn
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    Poroschenko sollte wissen, dass Putin in Sachen Grenze nicht mit sich spaßen lässt. Ich erinnere an Georgien/Südossetien.
    Mal eine ganz banale Frage: hat die Krim je der Ukraine gehört? Die Zeit, als die Ukraine der SU gehörte kann man m. E. nicht zählen, um darauf einen Gebietsanspruch geltend zu machen. Der Ablösungsvertrag der Ukraine beinhaltete gewiss nicht die Krim, die eine Schenkung der SU an sich selbst war.
    M. E. sind es die Amerikaner, die Poroschenko anstacheln, weil sie gern eine Basis auf der Krim hätten.
     
  2. Berfin1980
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    Berfin1980 Well-Known Member

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    Der Gedanke kam mir auch.
     
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  3. Mendelssohn
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    Ich frage mich gerade, ob Putin nicht vielleicht die AfD-Gelder kürzt, denn soweit vorne will Russland die deutschen Nazis nun auch wieder nicht sehen. Kann ich mir jedenfalls nicht vorstellen mit Blick aufs historische Gedächtnis der Russen..
     
  4. Burebista
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    Burebista Well-Known Member

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    Hat es die Ukraine mal gegeben, außer der SU-Zeit :)?
     
  5. Mendelssohn
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    Irgendwann muss es die Ukraine mal gegeben haben, denn ukrainisch ist eine eigene Sprache: nicht polnisch, nicht russisch, nicht slowakisch. Aber der Grenzverlauf ist ein wenig fließend. Und dann gibt es ja auch noch die Sage der Gründung des russischen Zarenreichs in der Ukraine. Eigentlich gehört Russland der Ukraine.
    So oder so, man kann Russland und die Ukraine nicht sauber voneinander trennen, vermutlich noch weniger als Deutschland und Österreich. Die Ukraine in die Nato und die EU zu holen, gelingt nur, wenn Russland auch Mitglied der Nato und der EU würde. Also eher nicht.
     
  6. Burebista
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    Burebista Well-Known Member

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    Ja, hast recht. Die eigene ukrainische Sprache ist nicht polnisch, nicht russisch und auch nicht slowakisch.
    Und Russland entstand in Kiew, nach der Christianisierung der Altrussen. :)
    Ich glaube, dass die sehr nationsbewussten Ukrainer im Westen der Ukraine leben, insbesondere in den Territorien die bis 1918 österreichisch waren und in der Zwischenkriegszeit polnisch. Und da spielt(e) auch die Konfession (griechisch-katholisch) eine Rolle.
    Aber nicht unbedingt.
    Die Gegend um Kiew und östlich davon wurde von den "Großrussen" (von Moskau; die Ukrainer waren "Klein-Russen"; die Termini wurden nicht pejorativ verwendet) in der 2. Hälfte des 17. Jhds. erobert. Anfangs gewährten die Großrussen diesen Ukrainern (Leute aus den Randgegenden, da der Terminus Ukraine eigentlich Randgegend bedeutet) Autonomie. Diese Autonomie wurde Generationen später nicht mehr anerkannt. So wurden die Randrussen oder die Ukrainer böse und frustriert.
    Aber die "Großrussen" wollten weiter nach Süden und trafen die romanisch-sprachige Moldau.
    Die Moldau war ein autonomes Fürstentum innerhalb des osmanischen Reiches. Im Jahr 1711 war Fürst der Walachei ein gewisser Dimitrie Cantemir. https://de.wikipedia.org/wiki/Dimitrie_Cantemir
    Der hatte eine gute Beziehung zum Moskauer Herrscher Peter der Große. Und Beide Männer, Peter der Große und Dimitrie Cantemir, waren im Kampf gegen das osman. Reich verbündet. Aber die Armee der Moldauer hat verraten. Die Moldauer wussten schon, dass man den Großrussen nicht vertrauen dürfte. Die islamisch-türkische Herrschaft der Osmanen war vertraulicher als die russische. Die Moldauer haben das von den Ukrainer, den Randrussen, erfahren. Und so wurde Peter der Gr0ße 1711 geschlagen.

    Es gibt heute eine ukr.-russ. Grenze. Diese Grenze ist verwirrend. Es gibt eine staatliche Grenze (oder es gab eine...). Es gibt kaum eine Sprachgrenze. Es gibt aber eine politische und staatsverständliche/ geostrategische Grenze.

    Ja, es gibt eine geostrategische Grenze. Im Westen will man von Moskau nicht mehr hören. Und im Osten nichts mehr von Westen.

    Es ist tragisch. Aber das Tragische wird erlebt.

    Sibiu/Hermannstadt war vor 1989 ein Hub der Nachrichtendienste zwischen Ost und West. Nach 1995 wurde es ein Zentrum für das Erlernen der dt. Sprache für diejenigen jungen Leute, die in Westen studieren wollten. Man studierte Deutsch in Sibiu/Hermannstadt und bekam ein Diplom und konnte dann weiter nach D.
    Es wurden/werden hier in Sibiu Hermannstadt Deutsch-Studienprogramme für Ausländer organisiert. Es kamen nach Sibiu/Hermannstadt Leute aus vielen Ländern, auch aus der Ukraine. Einer aus der Ukraine fuhr während des Bürgerkriegs, als es hier Ferien gab, in die Ukraine und starb dort. Er fuhr tatsächlich um auf die Seite der Russen zu kämpfen (im Krieg). Und starb im Krieg.

    Hast recht, die Sache ist zu kompliziert.
     
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  7. Burebista
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    Gruselich. Dieser junge Mann studierte Deutsch, war ein normaler Mensch, aber ging während der Ferien in die UA zu kämpfen und starb auf russischer Seite.
     
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  8. Mendelssohn
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    Auch war die Ukraine als Teil des Vierländerecks Slowakei, Ungarn, Polen, Ukraine Heimstatt der Juden und Roma. Nach dem Ende von KuK gab es infolge von Progromen und umfassenden Enteignungen große Migrationsbewegungen aus dem Vierländereck Richtung Berlin und Wien. In Moskau kamen nur eingesessene Juden in Position.
     
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