Ich gebe mal ein anderes Beispiel, da war ein Gülenkritiker innerhalb der Zaman-Redaktion.
Der wurde direkt gekündigt, nachdem er sein Buch annonciert hatte.
Für mich kann es keine reine "Freie Presse" geben, denn innerhalb einer Richtung bildet sich eine eine politische Agenda, und innerhalb dieser Agenda darf man nicht quer treten.
Desto mächtiger und vernetzter diese Agenda wird, desto mehr Bezüge zu einer Art gesteuertem Journalismus nimmt es an, die an eine Zensierung der Regierung erinnert, nur die Zensur kommt nicht von der Regierung, sondern direkt von der Agenda, also institutioneller Journalismus.
Ob ich innerhalb einer Regierung nicht quer treten darf, oder innerhalb einer Redaktion, ist für mich dasselbe nur in Klein- oder Großformat, solange die Agenda klein ist.
Und eben wird man in Axel Springer Redaktion, die schon sehr groß ist, auch nicht quer treten, denn die ankommenden Journalisten müssen da auch eine politische Überprüfung durch.
Das heißt, statt einer regierungsgesteuertem Journalismus hat man in der anderen Extreme eine institutionell gesteuerten Journalismus. Und vom politischem Effekt ist es irgendwann ein und dasselbe.
Da spielt es vom Effekt keine Rolle mehr ob die Informationen durch die Regierung oder von einer institutionellen Basis gesteuert wird. Der Effekt ist am Ende derselbe.