Sozialsystem in Deutschland ungerecht?

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Mein_Ingomann

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AW: Sozialsystem in Deutschland ungerecht?

das ist leider oft so und passt in die allgemeine Verwilderung der deutschen Arbeitsweltkultur.
Wenn es nach mir ginge, gäbe es legal überhaupt keine Beschäftigung, die nicht sozial-und krankneversicherungspflichtig ist und nicht einen Mindestlohn von 10,50 hat.

Dieser 2. Markt ist allerdings ein unerwünschter Nebeneffekt der Eineurojobs. So ist es in der Tat so, dass reguläre Gärtner oder Straßenreiniger ihren Job verlieren können, weil Alg2empfänger das für 1 Euro machen (müssen)

Das darf zwar offiziell nicht sein, es wird auch niemand aus diesem Grund gekündigt.... aber auch nicht neu eingestellt.

Insofern müsste man an einem an sich gutem Instrument noch erheblich nachregulieren , zB mehr bezahlen.... wieviel meinst Du?
Ich meine, wenn man den Normallohn zahlt, dann hätten die ALG2empfänger einen Vorteil gegenüber den Normalarbeitern, außer man begrenzt die maximale Stundenzahl.
Oder man verbietet jedem Empfänger von ALG2 jegliche Erwerbstätigkeit.
Irgendwie drehen wir uns im Kreis jetzt.:cry:

Es werden sog "Beschäftigungsgesellschaften" gegründet, in denen H4 Empfänger z.B. Grünanlagen pflegen müssen. Das treibt dann solche Blüten, dass bei Ausschreibungen solcher Arbeiten private GaLa Betriebe das Nachsehen haben und irgendwann ihre Leute entlassen müssen. Und die landen nach einem Jahr wo...?
 
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Pit 63

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AW: Sozialsystem in Deutschland ungerecht?


Beispiel Sozialversicherung:
Warum entrichtet nicht jeder Einkommensbezieher, ob selbständig, angestellt oder verbeamtet prozentual zu seinem Einkommen Kranken- und Rentenversicherungsbeiträge ohne Obergrenze?
DAS entspräche meiner Vorstellung von sozialer Gerechtigkeit.
Wer 2000 Euro brutto verdient und 17 Prozent davon für KV und RV abführt, ist doch verhältnismässig weitaus stärker betroffen als derjenige, der 20.000 oder 200.000 Euro verdient. Wenn persönliche Einnahmen unbegrenzt sind, solltes es die anteiligen Sozialenabgaben ebenfalls sein.

Ich hab die Zahlen gerade mal überschlagen. In der Krankenversicherung sieht es demnach so aus:
Wer 20.000 Euro monatlich verdient, zahlt den Höchstbeitrag in der Krankenversicherung iHv 300 Euro als Angestellter (Arbeitnehmeranteil). Das entspricht einem Krankenversicherungsbeitrag iHv 1,5 Prozent des Monatsgehalts. Je höher das Monatseinkommen, desto geringer wird der prozentuale Abzug vom Gehalt.
Wer unter 4000 Euro im Monat verdient, zahlt dagegen stets 7,5 Prozent von seinem Monatseinkommen an die Krankenversicherung.
Für die Rentenversicherung gilt:
Wer unter 5.900 Euro verdient zahlt regelmässig 9 Prozent (Arbeitgeberanteil) von seinem Lohn.
Bei einem Einkommen iHv 20.000 Euro sind nur noch 2,65 Prozent fällig. Auch hier gilt natürlich: Je höher das Einkommen, desto geringer fällt der prozentuale Gehaltsabzug aus.



 

fritztotila

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AW: Sozialsystem in Deutschland ungerecht?

Es werden sog "Beschäftigungsgesellschaften" gegründet, in denen H4 Empfänger z.B. Grünanlagen pflegen müssen. Das treibt dann solche Blüten, dass bei Ausschreibungen solcher Arbeiten private GaLa Betriebe das Nachsehen haben und irgendwann ihre Leute entlassen müssen. Und die landen nach einem Jahr wo...?

wie könnte man das ändern, Deiner Meinung nach?
 

Lynx72

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AW: Sozialsystem in Deutschland ungerecht?

"Zwei Kinder aus einer Hartz-IV-Familie werden bei einem Kirmesunfall schwer verletzt. Sie bekommen Schmerzensgeld, das wird angelegt. Müssen die Zinsen daraus als Einkommen auf den Hartz-IV-Satz angerechnet werden? Das Bundessozialgericht sagt ja. "

http://de.finance.yahoo.com/nachric...ensgeld-werden-auf-hartz-iv-angerechnet-.html

Ohne Worte.

Wie, nur die Zinsen, nicht das Schmerzensgeld selbst? Was hatten die Blagen von den Tagedieben denn auf der Kirmes zu suchen, statt z.B. Zeitungen auszutragen, um die Belastung für den Steuerzahler zu vermindern?
 
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Mein_Ingomann

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AW: Sozialsystem in Deutschland ungerecht?

wie könnte man das ändern, Deiner Meinung nach?

Wenn es schon solche 1 Euro Jobs gibt, dann sollten sie auch rigoros darauf geprüft werden, ob sie reguläre Arbeitsplätze verdrängen oder gefährden. Das Modell macht nur dann Sinn, wenn es Arbeiten sind die sonst nicht von privaten oder öffentlich Beschäftigten wahrgenommen werden können. Wieviele sinnvolle Beschäftigungen das aber dann noch sein könnten, kann ich mir nicht vorstellen. 8)
 
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Mein_Ingomann

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AW: Sozialsystem in Deutschland ungerecht?

Wie, nur die Zinsen, nicht das Schmerzensgeld selbst? Was hatten die Blagen von den Tagedieben denn auf der Kirmes zu suchen, statt z.B. Zeitungen auszutragen, um die Belastung für den Steuerzahler zu vermindern?

Vermutlich findet sich im "Warenkorb" für H4 Eltern monatlich eine Viertel Eintrittskarte für 1 Achterbahnfahrt und die haben sie an dem Tag verprasst. :cry:
 
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Pit 63

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AW: Sozialsystem in Deutschland ungerecht?

Es werden sog "Beschäftigungsgesellschaften" gegründet, in denen H4 Empfänger z.B. Grünanlagen pflegen müssen. Das treibt dann solche Blüten, dass bei Ausschreibungen solcher Arbeiten private GaLa Betriebe das Nachsehen haben und irgendwann ihre Leute entlassen müssen. Und die landen nach einem Jahr wo...?

Der ursprünglichen gesetzgeberischen Intention des 1 Euro Jobs entspricht das aber nicht. Ist die privatwirtschaftliche Teilnahme in diesem Sinne nicht sogar illegal?
 
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Mein_Ingomann

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AW: Sozialsystem in Deutschland ungerecht?

Der ursprünglichen gesetzgeberischen Intention des 1 Euro Jobs entspricht das aber nicht. Ist die privatwirtschaftliche Teilnahme in diesem Sinne nicht sogar illegal?

Solche Fälle gab und gibt es immer wieder. Ein Beispiel das es bis ins Fernsehen geschafft hat:


"Razzia-ähnliche Überprüfung bei städtischer Beschäftigungsgesellschaft wegen zweifelhafter Ein-Euro-Jobs

Der Panorama Bericht über den fragwürdigen Einsatz von Ein-Euro-Jobbern bei der Reinigung von Schulen in Leverkusen hat erste Konsequenzen.

Am Montag, den 21. April 2008, besuchten sechs Mitarbeiter der Hartz-IV-Arbeitsgemeinschaft Leverkusen (AGL) die städtische Beschäftigungsgesellschaft Job Service Leverkusen, um alle 250 Ein-Euro-Jobs auf die erforderlichen Kriterien "öffentliches Interesse" und "Zusätzlichkeit" zu untersuchen."

http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2008/panoramaeineurojobs10.html
 
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Pit 63

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AW: Sozialsystem in Deutschland ungerecht?

Solche Fälle gab und gibt es immer wieder. Ein Beispiel das es bis ins Fernsehen geschafft hat:


"Razzia-ähnliche Überprüfung bei städtischer Beschäftigungsgesellschaft wegen zweifelhafter Ein-Euro-Jobs

Der Panorama Bericht über den fragwürdigen Einsatz von Ein-Euro-Jobbern bei der Reinigung von Schulen in Leverkusen hat erste Konsequenzen.

Am Montag, den 21. April 2008, besuchten sechs Mitarbeiter der Hartz-IV-Arbeitsgemeinschaft Leverkusen (AGL) die städtische Beschäftigungsgesellschaft Job Service Leverkusen, um alle 250 Ein-Euro-Jobs auf die erforderlichen Kriterien "öffentliches Interesse" und "Zusätzlichkeit" zu untersuchen."

http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2008/panoramaeineurojobs10.html

Das so etwas vorkommt wundert mich überhaupt nicht, die Regel sollte/dürfte es aber nicht sein, zumal es idR nicht so unauffällig bewerkstelligt werden kann, wie bspw. Schwarzarbeit.
 

fritztotila

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AW: Sozialsystem in Deutschland ungerecht?

Wenn es schon solche 1 Euro Jobs gibt, dann sollten sie auch rigoros darauf geprüft werden, ob sie reguläre Arbeitsplätze verdrängen oder gefährden. Das Modell macht nur dann Sinn, wenn es Arbeiten sind die sonst nicht von privaten oder öffentlich Beschäftigten wahrgenommen werden können. Wieviele sinnvolle Beschäftigungen das aber dann noch sein könnten, kann ich mir nicht vorstellen. 8)

Das ist ja das Problem, dass eigentlich alle Arbeiten auch von normalen Gewerben wahrgenommen werden könnten.
Also kann es dann solche Jobs gar nicht geben.
Ich meine, bei uns an der Schule geht das so: Plötzlich kommen 2 Männer im Alter von ca 40 Jahren und melden sich beim Hausmeister als zugeteilte ALG2 Eineurojobler. Deutschkenntnisse minimal. Was sollen die tun..... was können die?
"Ich Russland Ingeniur" sagen so viele. Mit Schnapsfahne.
Sie dürfen nicht putzen, denn das macht eine Firma, Serviceunternehmen, Minimallöhne. Sie dürfen im Garten arbeiten - wir haben ca 5 Büsche..... und im Winter?? Schneeräumen... nix!!!! Macht eine Firma -Serviceunternehmen.....
dann machen sie halt das, was JEDER machen würde: Sich verstecken und Bier trinken.
 
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