Spenden und Almosen

das hab ich nie so gesehen und da hast du recht, aber was ist so schwer daran zu sagen, dass man ne Packung Tampons brauch oder ne neue Zahnbürste? Wäre mir echt lieber als ständig nach nem Euro gefragt zu werden!

Versteh ich. Aber ich versteh auch den Bittenden. Für den ist das Alltag, damit klar zu kommen, in der devoten Rolle des Bittstellers zu stecken. Manche verdecken das mit gespielter Fröhlichkeit, andere sind schon etwas geschaffter und haben zig hinter sich, die einfach wegschauten und weitergingen. Muss endlos demütigend und ermüdend sein, in so einer Lage zu stecken. Da legt man sich bestimmt einen Schutzpanzer zu mit der Zeit. Wenn man sich dann noch weiter herabwürdigen muss, in's Detail zu gehen, was man gerade braucht - ich befürchte einfach, da sind nicht alle, die einem auf der Straße begegnen, so offen, verständnisvoll und flexibel. Die Meisten gehen doch sicherlich schon weiter, wenn sie merken, man will etwas von ihnen oder haben es eilig, keine Zeit, sind misstrauisch usw. Also ich weiß nicht, ob ich die tägliche Kraft aufbringen würde, die Leute gezielt auf das anzusprechen, was ich gerade brauche. Auch wenn ich mich dann extra z.B. vor einem Drogeriemarkt aufstelle, weil es da das gibt, was ich gerade brauche. Vielleicht würde ich dann auch dazu übergehen, die Menschen schlicht um einen Euro zu bitten, um mich nicht der immer wiederkehrenden Schmach hingeben zu müssen, einem forteilenden Menschen meine Bedürfnisse zu erklären.
 
Mal so eine Frage:

Es gibt ja so Leute, die sagen, dass sie "Zigeunern" nichts geben, weil die organisiert wären und man damit nur die dahinterliegenden Mafiastrukturen unterstützen würde.

Mich schert das allerdings nicht, weil ich aus Prinzip keine Prinzipien bei der Vergabe von Almosen an Bettler habe. Wenn ich Lust habe, was zu geben, dann gebe ich. Manchmal sogar trotz einer momentanen Antipathie einer bestimmten Person gegenüber.

Gebt Ihr Almosen an Bettler? Oder werft Ihr dem Straßenmusiker was in den Hut?


Das andere sind natürlich Hilfsorganisationen. Spendet ihr? Wen ja, für wen? Regelmäßig oder unregelmäßig?

Ich habe das eine Weile gemacht, mag aber nicht mehr, weil ich die ganze Marketing-Maschinerie von Hilfsorganisationen abstoßend finde und die sicherlich viel Geld verschlingt.

Wie haltet ihr das?

Bei Strassenmusikern bin ich parteiisch, weil ich denen grundsätzlich etwas gebe. 1) Weil sie nicht einfach nur betteln und 2) weil sie mehr Musik in den Alltag bringen. In Frankreich gibt es sogar einen Contest für Strassenmusiker, die in der Metro "betteln" dürfen. An Hilfsorganisationen zu spenden ist ein guter Weg, ein anderer guter Weg ist es, sich auf Foundraising Seiten Projekte auszusuchen, die man gern unterstützen möchte.
 
Ich spende grundsätzlich nichts an Organisationen. Da sind die Unkosten so hoch, da kommt nur ein Bruchteil des Geldes dort an, wo es gebraucht wird.
 
Ich bezahle manchmal per SMS einige Euro für Hilfsorganisationen. An Bettler gebe ich nichts, nur wenn ich alte Frauen sehe, die hilfebittend auf die Leute zuschauen und doch nichts sagen.
 
Ich bezahle manchmal per SMS einige Euro für Hilfsorganisationen. An Bettler gebe ich nichts, nur wenn ich alte Frauen sehe, die hilfebittend auf die Leute zuschauen und doch nichts sagen.
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Ich spende grundsätzlich nichts an Organisationen. Da sind die Unkosten so hoch, da kommt nur ein Bruchteil des Geldes dort an, wo es gebraucht wird.
Das Problem hast du bei Foundraising Projekten z.B. nicht, weil du da nachvollziehen kannst in welches Projekt das Geld geht. Ansonsten kannst du mir mal erklären wo bei Organisationen wie Pro Asyl oder Ärzte ohne Grenzen die Unkosten für den Organisationsapparat so hoch sind, dass von dem Geld nichts da ankommt wo es gebraucht wird?
 
Ich spende Bettlern prinzipiell nichts da ich der Überzeugung bin das man deren Elend damit noch verstärkt.
Denn wer immer gerade genug Cents im Becher hat um irgendwie über den Tag zu kommen wird niemals professionelle Hilfe aufsuchen um seine Situation zu ändern.


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Hier bei uns stehen sie an den Supermärkten, wo die Einkaufswagen stehen. sie betteln um die 50 Cent oder den Euro den man da reinsteckt. Anfangs habe ich das Geld noch gegeben und dann bin ich auf einen Chip umgestiegen.
Dann gibts eine alten Mann der seit Jahren mit seinem Hund in der Einkaufspassage sitzt.Er bekommt regelmäßig etwas von mir. Ich habe mir vor Jahren mal seine Geschichte erzählen lassen und sie gleicht der vieler Obdachloser.Die Lebensituation hatte sich für ihn von einem auf den anderen Tag so verändert das er jeden Halt verloren hat und kam mit dieser Perspektivlosigkeit nicht zurecht und ist auf der Straße gelandet.
 
Das Problem hast du bei Foundraising Projekten z.B. nicht, weil du da nachvollziehen kannst in welches Projekt das Geld geht. Ansonsten kannst du mir mal erklären wo bei Organisationen wie Pro Asyl oder Ärzte ohne Grenzen die Unkosten für den Organisationsapparat so hoch sind, dass von dem Geld nichts da ankommt wo es gebraucht wird?

Das ist ein gern bemühtes Argument, um sich generell gegen Spenden auszusprechen. Bei manchen Organisationen trifft es zu, häufiger nicht, und wie es sich im Einzelfall verhält, kann jeder nicht nur bei 'Pro Asyl' und 'Ärzte ohne Grenzen' (die ihre Einnahmen sinnvoll verwenden) jeder selbst herausfinden. Ich hatte den Link schon weiter oben gepostet (#7) und ein bisschen dazu erklärt:

http://www.dzi.de/spenderberatung/

Bei Interesse für eine Organisation einfach in der Suchmaske nachschauen. ;)
 
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