grünesblau
Well-Known Member
das hab ich nie so gesehen und da hast du recht, aber was ist so schwer daran zu sagen, dass man ne Packung Tampons brauch oder ne neue Zahnbürste? Wäre mir echt lieber als ständig nach nem Euro gefragt zu werden!
Versteh ich. Aber ich versteh auch den Bittenden. Für den ist das Alltag, damit klar zu kommen, in der devoten Rolle des Bittstellers zu stecken. Manche verdecken das mit gespielter Fröhlichkeit, andere sind schon etwas geschaffter und haben zig hinter sich, die einfach wegschauten und weitergingen. Muss endlos demütigend und ermüdend sein, in so einer Lage zu stecken. Da legt man sich bestimmt einen Schutzpanzer zu mit der Zeit. Wenn man sich dann noch weiter herabwürdigen muss, in's Detail zu gehen, was man gerade braucht - ich befürchte einfach, da sind nicht alle, die einem auf der Straße begegnen, so offen, verständnisvoll und flexibel. Die Meisten gehen doch sicherlich schon weiter, wenn sie merken, man will etwas von ihnen oder haben es eilig, keine Zeit, sind misstrauisch usw. Also ich weiß nicht, ob ich die tägliche Kraft aufbringen würde, die Leute gezielt auf das anzusprechen, was ich gerade brauche. Auch wenn ich mich dann extra z.B. vor einem Drogeriemarkt aufstelle, weil es da das gibt, was ich gerade brauche. Vielleicht würde ich dann auch dazu übergehen, die Menschen schlicht um einen Euro zu bitten, um mich nicht der immer wiederkehrenden Schmach hingeben zu müssen, einem forteilenden Menschen meine Bedürfnisse zu erklären.