TÜRkenkalender oder die Zeit zur Ruhe zu kommen...

Hanni Heini

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20 März 2015
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Doris

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1 Januar 2015
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Türchen 22

Die Apfelsine des Waisenknaben

von Charles Dickens

Schon als kleiner Junge hatte ich meine Eltern verloren und kam in ein Waisenhaus in der Nähe von London. Es war mehr als ein Gefängnis. Wir mussten 14 Stunden täglich arbeiten- im Garten, in der Küche, im Stall, auf dem Felde. Kein Tag brachte eine Abwechslung, und im ganzen Jahr gab es für uns nur einen einzigen Ruhetag. Das war der Weihnachtstag. Dann bekam jeder Junge eine Apfelsine zum Christfest. Das war alles, keine Süßigkeiten, kein Spielzeug. Aber auch diese eine Apfelsine bekam nur derjenige , der sich im Laufe des Jahres nichts hatte zu Schulden kommen lassen und immer folgsam war. Die Apfelsine an Weihnachten verkörperte die Sehnsucht eines ganzen Jahres.

So war wieder einmal das Christfest herangekommen. Aber es bedeutete für mein Knabenherz fast das Ende der Welt. Während die anderen Jungen am Waisenvater vorbeischritten und jeder seine Apfelsine in Empfang nahm, musste ich in einer Zimmerecke stehen und zusehen. Das war meine Strafe dafür, dass ich eines Tages im Sommer hatte aus dem Waisenhaus weglaufen wollen. Als die Geschenkverteilung vorüber war, durften die anderen Knaben im Hofe spielen. Ich aber musste in den Schlafraum gehen und dort den ganzen Tag über im Bett liegen bleiben. Ich war tieftraurig und beschämt. Ich weinte und wollte nicht länger leben.

Nach einer Weile hörte ich Schritte und im Zimmer. Eine Hand zog die Bettdecke weg, unter der ich mich verkochen hatte. Ich blickte auf. Ein kleiner Junge namens William stand vor meinem Bett, hatte eine Apfelsine in der rechten Hand und hielt sie mir entgegen. Ich wusste nicht, wie mir geschah. Wo sollte eine überzählige Apfelsine hergekommen sein? Ich sah abwechselnd auf William und auf die Frucht und fühlte dumpf in mir, dass es mit der Apfelsine eine besondere Bewandtnis haben müsse. Auf einmal kam mir zu Bewusstsein, dass die Apfelsine bereits geschält war, und als ich näher hinblickte, wurde mir alles klar, und Tränen kamen in meine Augen, und als ich die Hand ausstreckte, um die Frucht entgegenzunehmen, da wusste ich, dass ich fest zupacken musste, damit sie nicht auseinander fiel.

Was war geschehen? Zehn Knaben hatten sich im Hof zusammengetan und beschlossen, dass auch ich zu Weihnachten meine Apfelsine haben müsse. So hatte jeder die seine geschält und eine Scheibe abgetrennt, und die zehn abgetrennten Scheiben hatten sie sorgfältig zu einer neuen, schönen runden Apfelsine zusammengesetzt. Diese Apfelsine war das schönste Weihnachtsgeschenk in meinen Leben.
Sie lehrte mich, wie trostvoll echte Kameradschaft sein kann.
 

Hanni Heini

Well-Known Member
20 März 2015
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Türchen 23


Liebe Mama, lieber Papa,

seit ich im Internat bin, war ich, was das Briefeschreiben angeht, sehr nachlässig. Ich will euch
nun auf den neuesten Stand bringen, aber bevor ihr anfangt zu lesen, nehmt euch bitte einen
Stuhl. Ihr lest nicht weiter, bevor ihr euch gesetzt habt! Okay?

Also, es geht mir inzwischen wieder einigermassen.
Der Schädelbruch und die Gehirnerschütterung, die ich mir zugezogen hatte,
als ich aus dem Fenster des Wohnheims gesprungen bin,
nachdem dort kurz nach meiner Ankunft ein Feuer ausgebrochen war, sind ziemlich ausgeheilt.
Ich war nur zwei Wochen im Krankenhaus und kann schon fast wieder normal sehen.

Glücklicherweise hat der Tankwart einer Tankstelle das Feuer im Wohnheim und meinen Sprung
aus dem Fenster gesehen und die Feuerwehr und den Krankenwagen gerufen. Er hat mich auch im Krankenhaus besucht – und da das Wohnheim abgebrannt war, und ich nicht wusste, wo ich
unterkommen sollte, hat er mir netterweise angeboten, bei ihm zu wohnen.
Eigentlich ist es nur ein Zimmer im ersten Stock, aber es ist doch recht gemütlich.

Er ist ein sehr netter Junge und wir lieben uns sehr und haben vor, zu heiraten. Wir wissen noch
nicht genau wann, aber es soll schnell gehen, damit man nicht sieht, dass ich schwanger bin.
Ja, Mama und Papa, ich bin schwanger. Ich weiss, wie sehr ihr euch freut, bald Grosseltern zu sein
und ich weiss, ihr werdet das Baby gern haben und ihm die gleiche Liebe, Zuneigung und Für-
sorge zukommen lassen, die ihr mir als Kind gegeben habt.

Ich weiss, ihr werdet ihn mit offenen Armen in unserer Familie aufnehmen. Er ist nett, wenn
schulisch auch nicht besonders gebildet. Auch wenn er eine andere Hautfarbe und Religion hat als wir, wird euch das sicherlich nicht stören.

Jetzt, da ich euch das Neueste mitgeteilt habe, möchte ich euch sagen, dass es im Wohnheim
nicht gebrannt hat, ich keine Gehirnerschütterung oder Schädelbruch hatte, ich nicht im Krankenhaus war, nicht schwanger bin, nicht verlobt, und auch keinen Freund habe.

Allerdings bekomme ich eine Sechs in Geschichte und eine
Fünf in Chemie, und ich möchte, dass ihr diese Noten in der richtigen Relation seht!

Eure Tochter Johanna


aus „der andere Advent“ Verein Andere Zeiten eV
 

beren

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29 März 2015
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Türchen 23


Liebe Mama, lieber Papa,

seit ich im Internat bin, war ich, was das Briefeschreiben angeht, sehr nachlässig. Ich will euch
nun auf den neuesten Stand bringen, aber bevor ihr anfangt zu lesen, nehmt euch bitte einen
Stuhl. Ihr lest nicht weiter, bevor ihr euch gesetzt habt! Okay?

Also, es geht mir inzwischen wieder einigermassen.
Der Schädelbruch und die Gehirnerschütterung, die ich mir zugezogen hatte,
als ich aus dem Fenster des Wohnheims gesprungen bin,
nachdem dort kurz nach meiner Ankunft ein Feuer ausgebrochen war, sind ziemlich ausgeheilt.
Ich war nur zwei Wochen im Krankenhaus und kann schon fast wieder normal sehen.

Glücklicherweise hat der Tankwart einer Tankstelle das Feuer im Wohnheim und meinen Sprung
aus dem Fenster gesehen und die Feuerwehr und den Krankenwagen gerufen. Er hat mich auch im Krankenhaus besucht – und da das Wohnheim abgebrannt war, und ich nicht wusste, wo ich
unterkommen sollte, hat er mir netterweise angeboten, bei ihm zu wohnen.
Eigentlich ist es nur ein Zimmer im ersten Stock, aber es ist doch recht gemütlich.

Er ist ein sehr netter Junge und wir lieben uns sehr und haben vor, zu heiraten. Wir wissen noch
nicht genau wann, aber es soll schnell gehen, damit man nicht sieht, dass ich schwanger bin.
Ja, Mama und Papa, ich bin schwanger. Ich weiss, wie sehr ihr euch freut, bald Grosseltern zu sein
und ich weiss, ihr werdet das Baby gern haben und ihm die gleiche Liebe, Zuneigung und Für-
sorge zukommen lassen, die ihr mir als Kind gegeben habt.

Ich weiss, ihr werdet ihn mit offenen Armen in unserer Familie aufnehmen. Er ist nett, wenn
schulisch auch nicht besonders gebildet. Auch wenn er eine andere Hautfarbe und Religion hat als wir, wird euch das sicherlich nicht stören.

Jetzt, da ich euch das Neueste mitgeteilt habe, möchte ich euch sagen, dass es im Wohnheim
nicht gebrannt hat, ich keine Gehirnerschütterung oder Schädelbruch hatte, ich nicht im Krankenhaus war, nicht schwanger bin, nicht verlobt, und auch keinen Freund habe.

Allerdings bekomme ich eine Sechs in Geschichte und eine
Fünf in Chemie, und ich möchte, dass ihr diese Noten in der richtigen Relation seht!

Eure Tochter Johanna


aus „der andere Advent“ Verein Andere Zeiten eV







:D:D:D

Gute Taktik.
 
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Doris

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Gezur Krislinjden (albanisch)
Etho Bricho (aramäisch)
Честита Коледа – Tchestita Koleda (bulgarisch)
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Nollaig Shona Dhuit (irisch)
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メリークリスマス – Merii Kurisumasu (japanisch)
聖誕節同新年快樂 – Gun Tso Sun Tan’Gung Haw Sun (kantonesisch)
크리스마스를 축하합니다 – keuriseimaseureul chukahamnida (koreansich)
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聖誕快樂 新年快樂 – Kung His Hsin Nien bing Chu Shen Tan (mandarin)
Zalig Kerstfeest (niederländisch)
God Jul (norwegisch)
Maligayan Pasko (phillipinisch)
Wesołych Świąt Bożego Narodzenia (polnisch)
Feliz Natal (portugiesisch)
Crăciun fericit (rumänisch)
Поздравляю с Новым годом и Рождеством – Pozdrevlyayu s prazddnikom Rozhdestva is Novim Godom (russisch)
Feliz Navidad (spanisch)
God Jul (schwedisch)
Prejeme Vam Vesele Vanoce a stastny Novy Rok (tschechisch)
Noeliniz kutlu olsun (türkisch)
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