TÜRkenkalender oder die Zeit zur Ruhe zu kommen...

Dieses Thema im Forum "Gedichte und Geschichten - siir ve hikaye" wurde erstellt von Hanni Heini, 1 Dezember 2015.

  1. beren
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    beren Well-Known Member

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    Ich schließe mich den beiden Herren an, DANKE! ;)

     
  2. Hanni Heini
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    Hanni Heini Well-Known Member

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    Hallo Ihr Lieben!

    Auch dieses Jahr möchte ich den ADVENTSKALENDER weiterleben lassen. Es ist eine schöne Möglichkeit sich erfreulichen, nachdenklichen Dingen zu widmen. In diesem Advent habe ich erfreulicherweise Unterstützung.... aber fangen wir direkt an mit:
    Türchen 1

    Hingehört


    Advent ist nicht wie Rückenschwimmen: eintauchen und die Geräusche des Alltags sind ausgeblendet. Natürlich werde ich inden kommenden Wochen dieselben Töne hören wie auch sonst im Jahr. Wochentags klappt um viertel nach sechs die Autotür unseres Nachbarn. Das Rasseln sich reibender Legosteine verrät: Unser Großer hat die Kiste ausgekippt, wir mussen zusammen aufräumen. Mein Mann hämmert auf seiner Computertastatur.

    Die Summe der Klänge macht mein Leben unverwechselbar. Gegen Geräusche kann ich mich nicht wehren, ich kann die Ohren nicht wie die Augen schließen. Aber ich kann auf die Klänge hören, die mein Leben im Advent anders machen. Walnussknacken gehört für mich dazu. Der Stern aus Glas, den ich jetzt wieder vor das Fenster hänge und der im Luftzug leise klirrt. Nur in diesen Wochen entzünde ich so viele Kerzen - und genieße das satte Reißen des Streichholzes an seiner Schachtel.

    Advent klingt anders. Wenn ich hinhöre, hat er seine ganz eigene Symphonie.

    Iris Macke, Der Andere Advent 2015/16, Andere Zeiten e.V.
     
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  3. Doris
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    Doris Well-Known Member

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    Türchen 2

    upload_2016-12-2_9-54-29.png


    Wann ist denn endlich Weihnachten?

    Die Geschichte des ersten Adventskalenders
    von Sandra Binder (Autor) und Daniel Fernández (Illustrator)


    Die Tage bis Weihnachten können so lang sein! Der kleine Gerhard kann einfach nicht einsehen, dass das tolle Fest erst am 24. Dezember sein soll und beschließt, es noch heute zu feiern. Doch Krippe aufbauen, Plätzchen backen, Stube schmücken ist zu viel: Gerhard richtet ein heilloses Chaos an. Dann lernt er, dass es auch schön sein kann, auf gute Dinge eine Weile zu warten. Besonders, wenn in der Adventszeit ein Kalender dabei hilft. Ein wunderschön illustriertes Bilderbuch, das von der Erfindung des ersten Adventskalenders erzählt. Im Anhang finden sich Informationen über den Erfinder und Ideen für eigene Kalender.​
     
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  4. Hanni Heini
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    Hanni Heini Well-Known Member

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    Türchen 3

    Niemals Gewalt

    Jenen aber, die jetzt so vernehmlich nach härterer Zucht und strafferen Zügeln rufen, möchte ich das erzählen, was mir einmal eine alte Dame berichtet hat. Sie war eine junge Mutter zu der Zeit, als man noch an diesen Bibelspruch glaubte, dieses "Wer die Rute schont, verdirbt den Knaben".

    Im Grunde ihres Herzens glaubte sie wohl gar nicht daran, aber eines Tages hatte ihr kleiner Sohn etwas getan, wofür er ihrer Meinung nach eine Tracht Prügel verdient hatte, die erste in seinem Leben. Sie trug ihm auf, in den Garten zu gehen und selber nach einem Stock zu suchen, den er ihr dann bringen sollte. Der kleine Junge ging und blieb lange fort. Schließlich kam er weinend zurück und sagte: "Ich habe keinen Stock finden können, aber hier hast du einen Stein, den kannst du ja nach mir werfen."

    Da aber fing auch die Mutter an zu weinen, denn plötzlich sah sie alles mit den Augen des Kindes. Das Kind musste gedacht haben, "Meine Mutter will mir wirklich weh tun, und das kann sie ja auch mit einem Stein."

    Sie nahm ihren kleinen Sohn in die Arme, und beide weinten eine Weile gemeinsam. Dann legte sie den Stein auf ein Bord in der Küche, und dort blieb er liegen als ständige Mahnung an das Versprechen, das sie sich in dieser Stunde selber gegeben hatte:
    "NIEMALS GEWALT!"

    Astrid Lindgren in ihrer Dankesrede für den "Friedenspreis des Deutschen Buchhandels" 1978
     
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  5. Doris
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    Doris Well-Known Member

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    Türchen 4

    upload_2016-12-4_8-46-59.png


    Adventssonntage

    Die vier Sonntage im Advent unterstreichen den doppelten Charakter des Wartens: Warten auf die Ankunft (lat. adventus) Jesu und Warten auf seine erhoffte Wiederkehr am Ende der Zeiten. Jeder Sonntag hat ein eigenes Gepräge und gestaltet so die weihnachtliche Vorgeschichte: 1. Advent: Einzug Jesu in Jerusalem, 2. Advent: Wiederkunft Christi, 3. Advent: Johannes der Täufer (Vorläufer Jesu), 4. Advent; Maria (Mutter Jesu). An jedem Sonntag wird eine weitere Kerze auf dem Adventskranz entzündet. Viele Menschen besuchen einen Adventsbasar oder einen Weihnachtsmarkt, um sich auf das Weihnachtsfest einzustimmen.

    Der zweite Sonntag im Advent steht unter dem Leitbild "Der kommende Erlöser" (Lukas 21,25-33). Er erinnert daran, dass in der Person Jesu der verheißene Messias erschienen ist. Messias ist die griechische Übersetzung von Christos (lat.: Christus). Wörtlich übersetzt heißt der Begriff "der Gesalbte", der den Menschen Heil bringt - für Leib und Seele. Deshalb wird Jesus auch als Heiland der Welt bezeichnet.

    (EKD)
     
  6. Hanni Heini
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    Hanni Heini Well-Known Member

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    Türchen 5

    Exklusiv

    Eine farbige Frau wünschte, in eine New Yorker Gemeinde aufgenommen zu werden.
    Der Pfarrer war reserviert. „Ich bin nicht sicher, ob Sie so recht zu uns passen. Ich schlage vor, Sie
    gehen erstmal nach Hause und beten darüber und warten ab, was Ihnen der Allmächtige dazu sagen wird."

    Einige Tage später kam die Frau wieder. „Herr Pfarrer“, sagte sie, „ich habe Ihren Rat befolgt.
    Ich sprach mit dem Allmächtigen über die Sache, und er sagte zu mir: Bedenke, dass es sich um eine sehr exklusive Gemeinde handelt. Ich selbst versuche schon seit vielen Jahren hineinzukommen, aber bis jetzt ist es mir noch nicht gelungen.“


    Aus "Typisch!" Andere Zeiten Verlag
     
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  7. Doris
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    Türchen 6

    upload_2016-12-6_8-41-54.png

    Ein Brief vom Nikolaus
    von Gudrun Wenig

    Inzwischen trag ich roten Plüsch
    Und wechselweise grau und weiße Bärte
    Und wenn ich meine Stimme hebe
    Liegt sie im Streit mit Ladenkassen
    oder mit digitalen Kinderchören.

    Ja, das habt ihr aus mir gemacht!
    Ich, der ich damals, wie der eine oder andere noch weiß,
    dereinst als Bischof durch die Lande ritt
    um armer Leute Kinder zu beschenken.

    Ihr Menschen handelt eben so, mit dem der gibt!
    Es fällt euch leicht, ihn gänzlich zu benutzen.
    Und hätten mich die Kinder nicht,
    das tun sie oft, wenn sie der Wirklichkeit entfliehn,
    mit einem Mantel ihrer Märchenhaftigkeit umhüllt,
    Ich hätte vielleicht gar nicht überlebt,

    Jedoch, verachtet mir die Märchen und Legenden nicht,
    denn da wird noch gerecht geteilt,
    in gleicher Weise zwischen Zorn und Güte,
    und Angst und Freude und zwischen Liebe oder Trauer.
    Es ist nicht meine Schuld, dass es auf Erden anders ist.

    Ihr einflussreichen Leute dieser Stadt,
    so lasst mich ziehn,
    durch eure Straßen, eure Weihnachtsmärkte
    und wenn ihr mir begegnet so erkennt in mir
    nicht nur Symbol von sattem Gleichmut und von Überfluss.

    Es ist nicht wichtig, ob ich echt bin oder falsch,
    verwendet ihr nur einen Augenblick darin, zu hoffen,
    dass jene Kinder, denen ich noch niemals etwas schenkte,
    nicht in den Häusern eurer Straßen wohnen.
     
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  8. Hanni Heini
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    Hanni Heini Well-Known Member

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    Türchen 7

    Eremiten-Tage

    Manchmal mag ich nicht mal meine Lieblingsmenschen sehen. Dann quäle ich mich einsilbig durchs Abendessen mit Mann und Kindern, lese vor, ohne zu verstehen, was ich sage, um dann, endlich, mit mir und meinen Gedanken allein zu sein. Wenn jemand mich mobil anruft, drücke ich ihn einfach weg. Meine Eremiten-Abende sind anderen nur schwer vermittelbar.

    Ich war nicht immer so. Erst seit mein Leben übervoll ist mit 24-Stunden-Familie, Geschäftskontakten, Eltern von Freundinnen meiner Kinder und Bekanntschaften, halte ich die anderen manchmal nicht aus. Dann ist mir alles zu viel, ihre Geschichten, ihre lauten Stimmen. Alle wollen was von mir: Vorlesen, Kochen, Rat, Tat. Kurz bevor ich panisch um mich schlage, verstumme ich. Das wird gerade noch akzeptiert. Danach greife ich zum Gegenmittel: Lesen, Musikhören, Joggen - ganz schlichtes Ichprogramm. Hilft immer.

    Die Sehnsucht nach dem Alleinsein geht bei mir seltsamerweise Hand in Hand mit dem Wunsch, wirklich dazuzugehören. Teil einer Gemeinschaft zu sein, die sich gegenseitig unterstützt. Neulich habe ich etwa einen Karton mit Ausgemistetem vor die Haustür gestellt und "zum Mitnehmen" drangeschrieben. Am Abend war der Karton leer und ich glücklich. In solchen Momenten würde ich am liebsten jeden, der vorbeikommt, umarmen. In dem Schwung rufe ich dann Freunde an, die ich gern sprechen möchte. Manchmal drückt mich einer von ihnen auf dem Handy weg. "Eremiten-Tag", denke ich dann und kann das nur zu gut verstehen.

    Sinja Schütte
     
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  9. Doris
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    Doris Well-Known Member

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    Türchen 8

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    Weihnachtsmarkt

    Die Vorläufer der heutigen Weihnachtsmärkte sind aus dem 17. Jahrhundert überliefert. Jahrmärkte um die Weihnachtszeit lassen sich schon vorher nachweisen, erstmals im 13. Jahrhundert. Heute sind genau wie auf den frühesten Weihnachtsmärkten handgearbeitetes Spielzeug, Stollen, Lebkuchen sowie diverse Geschenke die beliebtesten Verkaufsartikel. Ihren Ursprung haben die neuzeitlichen Weihnachtsmärkte in protestantischen Gegenden; erst später haben sie sich auch in katholischen Gebieten verbreitet. Die ersten Weihnachtsmärkte, wie der Christkindlesmarkt in Nürnberg und der Striezelmarkt in Dresden, wurden um die Kirchen herum aufgebaut, da man sich so erhoffte, die Kirchenbesucher als Käufer zu gewinnen. Heute sind Weihnachtsmärkte nicht nur beliebter Treffpunkt, sondern vielerorts auch touristische Attraktionen. (EKD)​
     
  10. Hanni Heini
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    Hanni Heini Well-Known Member

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    Türchen 9
    Mit freundlichen Grüßen

    Der berühmte Clown Grock erhält eines Tages einen Brief, der voll ist von falschen Behauptungen
    und schlimmen Beschuldigungen. Seine Freunde raten ihm, den Absender des Briefes zu verklagen.
    Auch ein Clown könne ja nicht immer nur lustig sein.

    Aber Grock winkt ab. „Ich möchte das anders regeln“, sagt der Clown.
    Er schickt den Brief zurück an den Absender und schreibt dazu:
    „Diesen unverschämten Brief habe ich bekommen. Ich schicke ihn nun an Sie, damit Sie wissen, dass irgendjemand in Ihrem Namen beleidigende Briefe verschickt.

    Mit freundlichen Grüßen, Ihr Clown Grock."


    aus: Typisch! Andere Zeiten e.V.:

     
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