Türkei 2017: Referendum

beren

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29 März 2015
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Wieso sollen die Kurden nicht ganz normal überwiegend als „Gastarbeiter“ aus Anatolien hier eingewandert sein? Hat man damals speziell Türkischsprachige angeworben? Ich weiß es nicht.

Kann mich aber daran erinnern, daß ich mich in den 80ern mal massiv darüber aufgeregt habe, daß die Kurden auch in Deutschland amtlich mit den türkischen Nachnamen versehen wurden, die ihnen der türkische Staat verpaßt hat. Dann müßten sie ja Republiktürken gewesen sein.


Nein, ich rede nicht von damals. Zumindest ist das mit Hannover neueren Datums.
 

beren

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29 März 2015
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Wieso sollen die Kurden nicht ganz normal überwiegend als „Gastarbeiter“ aus Anatolien hier eingewandert sein? Hat man damals speziell Türkischsprachige angeworben? Ich weiß es nicht.

Kann mich aber daran erinnern, daß ich mich in den 80ern mal massiv darüber aufgeregt habe, daß die Kurden auch in Deutschland amtlich mit den türkischen Nachnamen versehen wurden, die ihnen der türkische Staat verpaßt hat. Dann müßten sie ja Republiktürken gewesen sein.



Ich denke, ich verwechsle da was. Warum sollen sie keine türkische Staatsbürgerschaft mehr haben. Es sei denn, sie haben sich nach 2000 einbürgern lassen. Viele Kurden die ich kenne, haben aber auch schon vor 2000 sich gegen die doppelte Staatsbürgerschaft entschieden.
 

EnRetard

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19 Februar 2017
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Dann begründe das doch mal:). Du schreibst immer, Leute wie @Almancali sollten entweder ausschließlich die deutsche Staatsbürgerschaft bekommen, oder aber wieder raus. Aufenthaltstitel sollten nicht langfristig gelten, außer bei „Spezialfällen“. Aber Du begründest nicht, was das bringen soll.
Die Niederlassungserlaubnis hat für die Betroffenen so wenig Nutzen, dass sie überflüssig ist. Sie ist ein Windei. Sie schützt sie nicht davor, bei längeren Auslandsaufenthalten ihr Aufenthaltsrecht zu verlieren. Sie schützt sie nicht einmal mit 100%iger Sicherheit davor, bei Sozialhilfebezug ihr Aufenthaltsrecht zu verlieren. Und sie ermöglicht weder das Wahlrecht noch den Beamtenstatus. Zwei Vorteile hat sie gegenüber der einfachen Aufethaltserlaubnis: Die Leute dürfen eine Firma aufmachen und sie müssen nicht mehr beim Ausländeramt antanzen. Aber haben keine Bürgerrechte und keinen bombensicheren Aufenthalt. Die Niederlassungserlaubnis ist eine Zweiter-Klasse-Bescheinigung. Die Einbürgerung, für die nur unwesentlich mehr verlangt wird, macht die Leute zu Bürgern mit allen Rechten und Pflichten.
Wenn du meine Posts zum Thema gelesen hättest, wäre dir aufgefallen, dass ich Rauswerfen ausdrücklich ablehne. Ich bin nur dafür, dass Deutschland deutlich macht, dass es Bürger will und keine Nichtbürger. Was es bedeutet, in großer Zahl Nichtbürger im Land zu haben, müsstest du mit deiner Lettland-Connection eigentlich wissen.
 

sommersonne

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19 März 2017
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Leipzig
Hat es denn überhaupt einen Sinn herauszufinden welche Gruppe in welchem Bundesland nun was gewählt hat. Es ändert sich dadurch nichts, es ist durch. Den Türken nicht wohlgesonnene Deutsche unterscheiden sowieso nicht und werden immer sagen - die Türken ...

Fakt ist, die Integration war zum großen Teil Wunschdenken und nun könnten beide Seiten mal darüber nachdenken was getan werden kann damit das in Zukunft besser wird.

Aber wenn man sich mal die Siebenbürger Sachsen oder meinetwegen auch die Chinesenviertel in New York anschaut, dann wird klar das eingewanderte oder angesiedelte Volksgruppen auf sehr lange Zeit an ihrer Identitat, ihrer Sprache, ihren Traditionen und Bräuchen festhalten. Das ist nicht Böswilligkeit, sondern es ist einfacher und Menschen neigen nunmal dazu, wenn möglich, den einfacheren Weg zu gehen.
 

eruvaer

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7 April 2014
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Liebe.
dass die Integration besser laufen sollte, sehe ich auch so.
nur sehe ich diese Wahl eben nicht als Beweis dafür. Dafür taugt die nämlich nur wenn man alle Randbedingungen und Zahlen außer Acht lässt.
 

Skeptiker

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26 Januar 2008
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Aber wenn man sich mal die Siebenbürger Sachsen oder meinetwegen auch die Chinesenviertel in New York anschaut, dann wird klar das eingewanderte oder angesiedelte Volksgruppen auf sehr lange Zeit an ihrer Identitat, ihrer Sprache, ihren Traditionen und Bräuchen festhalten. Das ist nicht Böswilligkeit, sondern es ist einfacher und Menschen neigen nunmal dazu, wenn möglich, den einfacheren Weg zu gehen.


Der riesesngroße Unterschied aber ist, deine Beispiele behalten nicht die Staatsbürgerschaft des Herkunftslandes bis in die dritte und vierte Generation (generell finde ich den Fall der siebenbürgener Sachsen eh grundverschieden zu den der Türken in Dtl und der Chinesen in den USA, aber das wäre eine eigene Diskussion wert). Jene, nehmen wir die Chinesen in den USA, sind amerikanische Staatsbürger und fühlen sich auch als Amerikaner.....aber eben mit chinesischen Wurzeln. Gerade die klassischen Einwanderungsländer sind das beste Beispiel dafür, daß die Besinnung auf die Herkunft absolut nichts mit der Staatsbürgerschaft zu tun hat!
 

sommersonne

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19 März 2017
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Leipzig
Der riesesngroße Unterschied aber ist, deine Beispiele behalten nicht die Staatsbürgerschaft des Herkunftslandes bis in die dritte und vierte Generation (generell finde ich den Fall der siebenbürgener Sachsen eh grundverschieden zu den der Türken in Dtl und der Chinesen in den USA, aber das wäre eine eigene Diskussion wert). Jene, nehmen wir die Chinesen in den USA, sind amerikanische Staatsbürger und fühlen sich auch als Amerikaner.....aber eben mit chinesischen Wurzeln. Gerade die klassischen Einwanderungsländer sind das beste Beispiel dafür, daß die Besinnung auf die Herkunft absolut nichts mit der Staatsbürgerschaft zu tun hat!

Ich denke eher viele der Chinesen z.B. hatten mal einen politischen Grund einzuwandern oder sie wollten das es ihnen besser ging. Deshalb sind sie Amerika dankbar, aber für Amerikaner halten sie sich nicht. Sie denken, sprechen, essen und leben weiter chinesisch (bis auf Ausnahmen). Sonst gäbe es dieses Viertel nicht, wo man sehr gut zurecht kommt ohne ein Wort englisch zu sprechen. Die meisten werden wohl die chinesische Staatsbürgerschaft nicht behalten haben, weil sie sowieso nie wieder zurück wollten.

Die damaligen türkischen Gastarbeiter dachten aber sie gingen zurück. Dann fanden aber die Kinder Arbeit und wollten bleiben, dann kamen Enkel usw. Viele hatten sich in der Türkei aber schon Eigentum gekauft und das verband sie mit der Türkei. Man konnte sich immer noch einbilden man sei da zu Hause. Die Erben dann ebenso.
Es hat bei ihnen nie eine emotionale Ablösung stattgefunden,bis in die heutige Generation. Wenn man dann noch wählen darf und der Erdogan ihnen vor macht sie hätten eine wichtige Rolle für die Türkei, dann ist klar wie sie sich fühlen. Ein Paß hat da kaum Bedeutung.
 
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beren

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29 März 2015
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Ich denke eher viele der Chinesen z.B. hatten mal einen politischen Grund einzuwandern oder sie wollten das es ihnen besser ging. Deshalb sind sie Amerika dankbar, aber für Amerikaner halten sie sich nicht. Sie denken, sprechen, essen und leben weiter chinesisch (bis auf Ausnahmen). Sonst gäbe es dieses Viertel nicht, wo man sehr gut zurecht kommt ohne ein Wort englisch zu sprechen. Die meisten werden wohl die chinesische Staatsbürgerschaft nicht behalten haben, weil sie sowieso nie wieder zurück wollten.

Die damaligen türkischen Gastarbeiter dachten aber sie gingen zurück. Dann fanden aber die Kinder Arbeit und wollten bleiben, dann kamen Enkel usw. Viele hatten sich in der Türkei aber schon Eigentum gekauft und das verband sie mit der Türkei. Man konnte sich immer noch einbilden man sei da zu Hause. Die Erben dann ebenso.
Es hat bei ihnen nie eine emotionale Ablösung stattgefunden,bis in die heutige Generation. Wenn man dann noch wählen darf und der Erdogan ihnen vor macht sie hätten eine wichtige Rolle für die Türkei, dann ist klar wie sie sich fühlen. Ein Paß hat da kaum Bedeutung.


Außerdem liegt die Türkei nicht so weit weg und ist ein beliebtes Reiseziel. :)
 
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alterali

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19 April 2007
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mittenmang
Hat es denn überhaupt einen Sinn herauszufinden welche Gruppe in welchem Bundesland nun was gewählt hat. Es ändert sich dadurch nichts, es ist durch. Den Türken nicht wohlgesonnene Deutsche unterscheiden sowieso nicht und werden immer sagen - die Türken ...

Fakt ist, die Integration war zum großen Teil Wunschdenken und nun könnten beide Seiten mal darüber nachdenken was getan werden kann damit das in Zukunft besser wird.

Aber wenn man sich mal die Siebenbürger Sachsen oder meinetwegen auch die Chinesenviertel in New York anschaut, dann wird klar das eingewanderte oder angesiedelte Volksgruppen auf sehr lange Zeit an ihrer Identitat, ihrer Sprache, ihren Traditionen und Bräuchen festhalten. Das ist nicht Böswilligkeit, sondern es ist einfacher und Menschen neigen nunmal dazu, wenn möglich, den einfacheren Weg zu gehen.
Es ist eben nicht immer der einfachere Weg!
Und die ganze Integrationlaberei, da halt ick nix von.
Es geht um andere Sachen.