Türkei nach dem Referendum

Burebista

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Eigentlich könnte der 29. Mai ein Tag der Versöhnung sein, ein Tag der Neugründung von Konstantinopel-Konstantiniya. Aber dieser Tag wird als Eroberungstag gefeiert, nicht als Versöhnungstag. Als Tag der Eroberung und Beherrschung der Griechen durch die Türken...
Durch die Schleichende Umbauung der Hg. Sophia in Moschee, wird die Eroberung wieder erneuert.
Anstatt Versöhnung zu fordern, werden alte Feindschaften promoviert.
 

Burebista

Well-Known Member
Wird das dort so gesehen? Oder ist das nur deine & meine Meinung?
Was die rum.orth. Medien betrifft: Die sind gar nicht prorussisch oder proslawisch.
Das hat Tradition. Als im ersten Weltkrieg die Deutschen Südrumänien besetzt haben, wurde der Bukarester orthodoxer Primas zum Generalfeldmarschall Mackensen einberufen und über die Beziehungen zwischen den rum. und russ. Kirche befragt. Der Primas antwortete in Wahrheit, dass es keine Beziehungen gab.
Auch zwischen 1944-1989 gab es kaum Beziehungen zwischen Moskau und Bukarest auf orth. kirchlicher Ebene.
Nach der Wende gab es wieder kaum Beziehungen.

Deswegen versuchen die Russen Kontakte über die Rep. Moldau zu verknüpfen. Aber haben keinen Erfolg.

Es gibt einige "Dugin-isten", aber ohne Erfolg, sich durchzusetzen.
Wie geschrieben: die Rumänen sind imun was die russische Propaganda betrifft. #
Der Russland-Hass ist in Rumänien zu groß.
 

Mendelssohn

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Jawohl, die Hagia Sophia wurde Museum. Und es war gut so. Nun haben die Türken angefangen, islam. Gottesdienste zu zelebrieren.
Die Türken sind nicht weg. Sie umstalten die Hagia Sophia.
Aber das trifft Euch, die Deutschen, nicht.
Dich als Balkanesen trifft es auch nicht, oder liegt die Hagia Sophia am Balkan?
Gott, wenn es ihn gibt, dürfte es ziemlich egal sein, wer ihn verehrt. vermutlich sogar, ob er verehrt wird. Er trägt keinen Schaden davon. Er braucht noch nicht einmal einen Tempel.
Gotteslästerung geht anders. Es ist ein Verrat an der Humanität, also nicht an Gebäuden.
Es gibt Gründe, Erdogan für gotteslästerlich zu halten angesichts seiner Mißachtung der Menschenrechte. Der Erhalt der Hagia Sophia gehört gewiß nicht dazu. Vom Balkan kommt vermutlich nicht genug Spende.
 

Burebista

Well-Known Member
Dich als Balkanesen trifft es auch nicht, oder liegt die Hagia Sophia am Balkan?
Gott, wenn es ihn gibt, dürfte es ziemlich egal sein, wer ihn verehrt. vermutlich sogar, ob er verehrt wird. Er trägt keinen Schaden davon. Er braucht noch nicht einmal einen Tempel.
Gotteslästerung geht anders. Es ist ein Verrat an der Humanität, also nicht an Gebäuden.
Es gibt Gründe, Erdogan für gotteslästerlich zu halten angesichts seiner Mißachtung der Menschenrechte. Der Erhalt der Hagia Sophia gehört gewiß nicht dazu. Vom Balkan kommt vermutlich nicht genug Spende.
:) Habe schon geschrieben. Es geht hier nicht um Glaube und um Gott. Sondern um Herrschaft. Wer wen beherrscht.
 

Alubehütet

Well-Known Member
Gott, wenn es ihn gibt, dürfte es ziemlich egal sein, wer ihn verehrt. vermutlich sogar, ob er verehrt wird. Er trägt keinen Schaden davon. Er braucht noch nicht einmal einen Tempel.
Hm. Was man so hört und liest, scheint ER das aber anders zu sehen? o_O



5. Mose 5


7 Du sollst keine anderen Götter neben mir haben!

8 Du sollst dir kein Bildnis noch irgend ein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was in den Wassern ist, tiefer als die Erdoberfläche. 9 Bete sie nicht an und diene ihnen nicht! Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott, der die Schuld der Väter heimsucht an den Kindern bis in das dritte und vierte Glied derer, die mich hassen, 10 der aber Gnade erweist an vielen Tausenden, die mich lieben und meine Gebote halten.
 

Mendelssohn

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Meine Güte, @Alubehütet, nun komm doch nicht vor-aufklärerisch daher. Inzwischen haben nicht nur Juden und Christen gelernt, ihre heiligen Schriften im historischen Kontext zu verstehen und zu interpretieren. Es gibt natürlich überall auch Vernunftresistente. Aber wenn es Gott gibt, gibt es nur einen. Darin sind sich die monotheistischen Religionen einig. Sonst wären sie ja keine Monotheisten.

Eines ist gewiß: das Referendum wird die Aufklärung nicht ungeschehen machen. Auch nicht in der Türkei.
 

Alubehütet

Well-Known Member
Ja und nein. :)

Meine Güte, @Alubehütet, nun komm doch nicht vor-aufklärerisch daher.
:D
Aber wenn es Gott gibt, gibt es nur einen. Darin sind sich die monotheistischen Religionen einig. Sonst wären sie ja keine Monotheisten.
Das stimmt natürlich. Aber
Gott, wenn es ihn gibt, dürfte es ziemlich egal sein, wer ihn verehrt. Vermutlich sogar, ob er verehrt wird. Er trägt keinen Schaden davon.
akzeptiere ich trotzdem nicht. Wenn Gott so völlig egal ist, was wir hier so machen, dann kann er uns auch egal sein o_O


Sicher trägt er keinen Schaden davon, wenn irgend ein Vollpfosten ihm zum Lob und zur Ehre sich und andere in die Luft sprengt. Aber es wird ihm hoffentlich nicht egal sein :mad:
 
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Burebista

Well-Known Member
Ich find das so kleinlich.

Hagia Sophia in Istanbul, o.k., verstehe ich, nationales Symbol und so. Ist auch Symbolpolitik, gut für's Selbstbewusstsein. Aber Hagia Sophia in Nicäa, das bedeutet keinem Türken irgendwas, keinem Muslim. Aber sie bedeutet den Christen etwas, also nehmen wir sie ihnen weg.

Was für eine islamistische Kleinkrämerei, wie schäbig. Nichts gegen den Islam. Aber Islamismus finde ich verachtenswert, selbst in solch schäbigster Form. :(
Es ist die Mentalität des Sprichwortes: "Derjenige, den du nicht sterben lässt, der wird dich in der Zukunft nicht am Leben lassen". Dieses Sprichwort ist eigentlich das Grundgesetz des Benehmens in Südosteuropa (woher das stammt, ist für mich eine Frage). Auf Rumänisch: "Pe cine nu lasi sa moara, acela nu te lasa sa traiesti". Hast Du mal dieses Sprichwort gehört?
Die orthodoxen und altorientalischen Christen aus der Türkei sind auf dem Sterbebett. Und trotzdem, warum benehmen sich die Islamisten so? Haben die wirklich Angst??? Ist es wirklich so, dass die Ausrottung derjenigen, die als Feinde gelten, als einzige Erlösung angesehen wird?
Ich habe oft Deutschen auf Tagungen gesagt , dass sie aufpassen sollten, was die Migranten betrifft, weil im Osten gesagt wird, dass "Derjenige, den du nicht sterben lässt, der wird dich in der Zukunft nicht am Leben lassen". Die Antwort war "es ist lächerlich. Denn meine Sicherheit hängt von der Sicherheit des Feindes ab. Wenn mein Feind sieht, dass ich ihm Sicherheit gewähre, dann werde ich auch sicher sein".
Aber das ist ein Zeichen eines ganz falschen Verständnisses von dem Unterschied der Mitteleuropäischen und Südosteuropäischen Mentalität (simpel gesagt West-Ost).

PS. 1999 wurde der Rektor der Universität Cluj Napoca (dt. Klausenburg) Unterrichtsminister in der rum. Regierung. Ein Jahr später wurde er in einer TV Sendung über die Unterschiede zwischen Klausenburg (Siebenbürgen, mitteleuropäischer Einfluss) und Bukarest (Walachei, osmanischer Einfluss) gefragt. Er antwortete etwa so: "Neid und im Hinten stechen gibt es überall. Aber was mich in Bukarest aufmerksam gemacht hat, war, dass dort aufgepasst wird, dass der Feind nicht nur zu Boden kommt, sondern auch nicht mehr im Stande ist, aufzustehen".
Es ist wirklich interessant, woher diese Lebensart "Derjenige, den du nicht sterben lässt, der wird dich in der Zukunft nicht am Leben lassen"?...
In Rumänien ist es gewiss so: je nördlich man ist (Nordwest aber auch Nordost), ist man milder. Je südlicher (Südwest oder Südost), um so mehr weniger milder und desto feindlicher.
 
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