Ich find das so kleinlich.
Hagia Sophia in Istanbul, o.k., verstehe ich, nationales Symbol und so. Ist auch Symbolpolitik, gut für's Selbstbewusstsein. Aber Hagia Sophia in Nicäa, das bedeutet keinem Türken irgendwas, keinem Muslim. Aber sie bedeutet den Christen etwas, also nehmen wir sie ihnen weg.
Was für eine islamistische Kleinkrämerei, wie schäbig. Nichts gegen den Islam. Aber Islamismus finde ich verachtenswert, selbst in solch schäbigster Form.
Es ist die Mentalität des Sprichwortes: "Derjenige, den du nicht sterben lässt, der wird dich in der Zukunft nicht am Leben lassen". Dieses Sprichwort ist eigentlich das Grundgesetz des Benehmens in Südosteuropa (woher das stammt, ist für mich eine Frage). Auf Rumänisch: "Pe cine nu lasi sa moara, acela nu te lasa sa traiesti". Hast Du mal dieses Sprichwort gehört?
Die orthodoxen und altorientalischen Christen aus der Türkei sind auf dem Sterbebett. Und trotzdem, warum benehmen sich die Islamisten so? Haben die wirklich Angst??? Ist es wirklich so, dass die Ausrottung derjenigen, die als Feinde gelten, als einzige Erlösung angesehen wird?
Ich habe oft Deutschen auf Tagungen gesagt , dass sie aufpassen sollten, was die Migranten betrifft, weil im Osten gesagt wird, dass "Derjenige, den du nicht sterben lässt, der wird dich in der Zukunft nicht am Leben lassen". Die Antwort war "es ist lächerlich. Denn meine Sicherheit hängt von der Sicherheit des Feindes ab. Wenn mein Feind sieht, dass ich ihm Sicherheit gewähre, dann werde ich auch sicher sein".
Aber das ist ein Zeichen eines ganz falschen Verständnisses von dem Unterschied der Mitteleuropäischen und Südosteuropäischen Mentalität (simpel gesagt West-Ost).
PS. 1999 wurde der Rektor der Universität Cluj Napoca (dt. Klausenburg) Unterrichtsminister in der rum. Regierung. Ein Jahr später wurde er in einer TV Sendung über die Unterschiede zwischen Klausenburg (Siebenbürgen, mitteleuropäischer Einfluss) und Bukarest (Walachei, osmanischer Einfluss) gefragt. Er antwortete etwa so: "Neid und im Hinten stechen gibt es überall. Aber was mich in Bukarest aufmerksam gemacht hat, war, dass dort aufgepasst wird, dass der Feind nicht nur zu Boden kommt, sondern auch nicht mehr im Stande ist, aufzustehen".
Es ist wirklich interessant, woher diese Lebensart "Derjenige, den du nicht sterben lässt, der wird dich in der Zukunft nicht am Leben lassen"?...
In Rumänien ist es gewiss so: je nördlich man ist (Nordwest aber auch Nordost), ist man milder. Je südlicher (Südwest oder Südost), um so mehr weniger milder und desto feindlicher.