Türkei ruft Botschafter aus USA ab

Dieses Thema im Forum "Aktuelle Ereignisse" wurde erstellt von Farina, 5 März 2010.

  1. Bintje
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    Bintje Well-Known Member

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    Ach, die sollen sich mal bei Martin Erdmann in Ankara erkundigen.
    Der ist längst Kummer gewöhnt und weiß, wie das geht. ;)

    Deutscher Botschafter schlägt Zelt vor türkischem Außenministerium auf
    (von 2017)
     
    sommersonne und Alubehütet gefällt das.
  2. Alubehütet
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    Alubehütet Well-Known Member

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    Interessant fand ich ja, diesen Thread hier zu finden: Damals haben sie den Botschafter der Türkei in den USA zurückgezogen. Nur aufgrund der Drohung, Armenien könnte Thema werden. Diesmal berufen sie nur den US-Botschafter in Ankara ein. Die müssen ja doch mehr Schiß haben, als wir so mitkriegen.
     
  3. Msane
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    Msane Well-Known Member

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    Wovor sollten die Schiss haben?

    Nachdem die das in Nordsyrien durchziehen, kann die Welt keiner mehr mit irgendeiner hundert Jahren alten Armeniersache schocken.

    Der Zeitpunkt das zu thematisieren ist sogar schlecht gewählt, da es von aktuellen Geschehnissen ablenkt.

    .
     
  4. sommersonne
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    sommersonne Well-Known Member

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    Ist aber auch ein Signal an die Türkei und eine klitzekleine Rache weil die sich offenbar weniger um die Meinung der Amis scheren. Das geht natürlich nicht. Da wird dann mal tief in die Mottenkiste gegriffen
     
  5. Msane
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    Msane Well-Known Member

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    Das ist keine Rache sondern ein manngroßes Feigenblatt hinter dem sich die USA verstecken, um so zu tun als würde man was tun, damit sie eben sonst nichts tun müssen.
    Und in Ankara spielt man den zu Tode Empörten um so zu tun als hätte sie das jetzt voll hart getroffen, damit die USA und der Rest der Kritiker sich zufrieden auf die Schulter klopfen können und sonst nichts tun.


    .
     
  6. Alubehütet
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    Alubehütet Well-Known Member

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    @Msane Sehe ich anders.
    Der ist doppelt gut gewählt. Erstens, weil er darauf aufmerksam macht, daß es durchaus eine Tradition in der Türkei gibt, mit nationalen Minderheiten überaus übel umzugehen. Und daß sie zumindest verbal unmittelbar kurz davor standen, solches wieder zu tun, wäre Putin ihnen nicht im letzten Moment in den Arm gefallen. Es war Putin, der die Ehre der Türkei gerettet hat, nicht Erdogan.

    Diesmal stand nicht die physische Vernichtung der Kurden auf der Agenda. Sehr wohl aber, sie in großer Anzahl dauerhaft aus ihrem seit Jahrtausenden ureigensten Gebiet in großer Anzahl zu vertreiben und den Rest im eigenen Land zur nationalen Minderheit zu machen. Der Modellfall für den Straftatbestand des Völkermords waren die Ereignisse vor hundert Jahren; an den Armeniern hat man das beispielhaft entwickelt.
    Man mag mir widersprechen. Ich habe das verstanden auch als massive Mißbilligung der Trump-Politik. So wie das Zustandekommen der Bundestags-Armenierresolution, zum 100jährigen noch erfolgreich runtergebügelt von Merkel/Gabriel, auch ein massives Mißtrauen war gegen Merkels Türkei-Appeasement (Böhmermann, der in der BRD und den NL mit Provokationen geführte Präsidentschaftswahlkampf „Merkel Du wendest Nazi-Methoden an!“, auf den Rutte so ganz anders gekontert hatte etc.). Die Türkei hat, so die Botschaft, vor 100 Jahren einen Völkermord begangen; sie ist dabei, wieder einen zu begehen; an auch noch ausgerechnet Verbündeten der USA; die, das ist in den Staaten wichtig, Christen vor den Islamisten gerettet haben (Muslime und Jeziden auch, aber das geht vielleicht weniger an in den USA); Trump macht da ganz massiv was falsch. Auch insofern ein guter Zeitpunkt. Es lenkt nicht ab von Putins Versagen, sondern macht aufmerksam auf die historische Dimension. Auch Trump hat Putin davor gerettet, daß man in hundert Jahren erzählt: Und die Türken haben es wieder getan – Und die USA hat es geschehen, ihre eigenen Freunde und Verbündete in Stich gelassen.
     
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