Grk..
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AW: Ungarn: Pressefreiheit ade
Mit Deiner Beschreibung der Europapolitiker und der Geschichtsträchtigkeit ihres Handelns stimme ich überein. Angela Merkels "Kritik" zum Mediengesetz bspw. konnte ich kaum von den obligatorischen Zeigefingern bei den bundespolitischen Chinareisen unterscheiden.
Dass Moral und Werte nur etwas für Individuen sind, beinhaltet in seiner Aussage Fatalismus und aus meiner Sicht: Sehr viel Gift. Auch wenn es immer ein Spannungsverhältnis zwischen Politik und bestehenden Gesetzen (Stichworte: Treu und Glauben, Sittenwidrigkeit, Wissen/Gewissen) gibt.
Deine Behauptung beinhaltet deshalb viel Gift, weil alles was scheinbar innerhalb der Gesetze zu sein scheint, bzw. (noch) nicht gegen diese verstößt, die höchste Form der Legitimation erfährt. =>
Selbst Gesetzesbücher mit ihren §§ sind doch keine bloße Formelsammlung, aus der sich wie bei Gleichungen mathematische Urteile ableiten lassen. Richter lassen in ihren Entscheidungen auch Werte und Moral einfließen. Weil selbst Urteile zu Organisationen wiederum Individuen betreffen und Organisationen stets im Kontakt mit ihrer Umwelt, nämlich anderen Individuen, stehen. Moral und Werte sind deshalb nicht nur "etwas" für Individuen in Deinem Sinne.
Politiker mögen (von mir aus), wie oben das erwähnte Spannungsprinzip es andeutet, Moral und Werte nur nach einem egoistischen Nutzenprinzip betrachten. Aber als Vertreter und Gewählte des Volkes besitzen sie nicht die Legitimation mit Hilfe der Demokratie die Grundrechte der Menschen auszuhebeln und sich dann hinter dem Demokratieprinzip zu verschanzen.
Hier ein Amtseid von Politikern:
Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe.
Auch hier sieht man: Moral und Werte sind nicht nur für Individuen.
Gesetze, die sich in Form von §§ "materialisiert" haben, sind das relative Endprodukt, wenn zu Abtreibungen, Ehen, Ehebruch, Genmanipulationen, Sterbehilfe, Kinderarbeit, Meinungsäusserungen, Bestrafungen (u.a. Thema Todesstrafe) Entscheidungen unter Hinzuziehung von Moral und Werten getroffen wurden.
Auch das BGB wurde doch vom römischen Recht geprägt. Ebenso wurden die Rechtssysteme auch u.a. vom Vernunftsrecht (Jeder Mensch hat angeborne, schon durch die Vernunft einleuchtende Rechte, und ist daher als eine Person zu betrachten. Sklaverei oder Leibeigenschaft, und die Ausübung einer darauf sich beziehenden Macht, wird in diesen Ländern nicht gestattet.) geprägt.
Ich verstehe Deine Einwände und stimme im Kontext mit Deinen Beispielen im größtenteils überein, aber wollte mit meinem Beitrag deutlich machen, wieviel Gift bzw. Gefahr in Deiner Aussage zu Moral/Werten/Indviduum drinsteckt. Ich lese schon die ersten Kommentare in Online-Zeitungen, in denen das ungarische Mediengesetz mit demokratischen Prinzipien schöngeredet und verteidigt wird. Und die Erwähnung von Moral und Werten darf nicht als Totschlagargument abgewiesen werden, auch wenn es von Politikern gerne instrumentalisiert wird.
Ich halte trotzdem nichts von der - in ihrer Intensität doch etwas fadenscheinigen - Renaissance der Moral und Werte in der Politik. Moral und Werte sind etwas für Individuen. Europapolitiker, die besonders in der Gefahr stehen, von der Geschichtsträchtigkeit ihres Handelns benebelt zu werden, schreiben gern mal etwas in der Richtung fest, wo man sich dann als Anwender fragen muss, was nun Moral und was Gesetz ist.
Mit Deiner Beschreibung der Europapolitiker und der Geschichtsträchtigkeit ihres Handelns stimme ich überein. Angela Merkels "Kritik" zum Mediengesetz bspw. konnte ich kaum von den obligatorischen Zeigefingern bei den bundespolitischen Chinareisen unterscheiden.
Dass Moral und Werte nur etwas für Individuen sind, beinhaltet in seiner Aussage Fatalismus und aus meiner Sicht: Sehr viel Gift. Auch wenn es immer ein Spannungsverhältnis zwischen Politik und bestehenden Gesetzen (Stichworte: Treu und Glauben, Sittenwidrigkeit, Wissen/Gewissen) gibt.
Deine Behauptung beinhaltet deshalb viel Gift, weil alles was scheinbar innerhalb der Gesetze zu sein scheint, bzw. (noch) nicht gegen diese verstößt, die höchste Form der Legitimation erfährt. =>
Selbst Gesetzesbücher mit ihren §§ sind doch keine bloße Formelsammlung, aus der sich wie bei Gleichungen mathematische Urteile ableiten lassen. Richter lassen in ihren Entscheidungen auch Werte und Moral einfließen. Weil selbst Urteile zu Organisationen wiederum Individuen betreffen und Organisationen stets im Kontakt mit ihrer Umwelt, nämlich anderen Individuen, stehen. Moral und Werte sind deshalb nicht nur "etwas" für Individuen in Deinem Sinne.
Politiker mögen (von mir aus), wie oben das erwähnte Spannungsprinzip es andeutet, Moral und Werte nur nach einem egoistischen Nutzenprinzip betrachten. Aber als Vertreter und Gewählte des Volkes besitzen sie nicht die Legitimation mit Hilfe der Demokratie die Grundrechte der Menschen auszuhebeln und sich dann hinter dem Demokratieprinzip zu verschanzen.
Hier ein Amtseid von Politikern:
Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe.
Auch hier sieht man: Moral und Werte sind nicht nur für Individuen.
Gesetze, die sich in Form von §§ "materialisiert" haben, sind das relative Endprodukt, wenn zu Abtreibungen, Ehen, Ehebruch, Genmanipulationen, Sterbehilfe, Kinderarbeit, Meinungsäusserungen, Bestrafungen (u.a. Thema Todesstrafe) Entscheidungen unter Hinzuziehung von Moral und Werten getroffen wurden.
Auch das BGB wurde doch vom römischen Recht geprägt. Ebenso wurden die Rechtssysteme auch u.a. vom Vernunftsrecht (Jeder Mensch hat angeborne, schon durch die Vernunft einleuchtende Rechte, und ist daher als eine Person zu betrachten. Sklaverei oder Leibeigenschaft, und die Ausübung einer darauf sich beziehenden Macht, wird in diesen Ländern nicht gestattet.) geprägt.
Ich verstehe Deine Einwände und stimme im Kontext mit Deinen Beispielen im größtenteils überein, aber wollte mit meinem Beitrag deutlich machen, wieviel Gift bzw. Gefahr in Deiner Aussage zu Moral/Werten/Indviduum drinsteckt. Ich lese schon die ersten Kommentare in Online-Zeitungen, in denen das ungarische Mediengesetz mit demokratischen Prinzipien schöngeredet und verteidigt wird. Und die Erwähnung von Moral und Werten darf nicht als Totschlagargument abgewiesen werden, auch wenn es von Politikern gerne instrumentalisiert wird.