"Unterwerfung": Dienstag, 6. Juni 2018, 20.15 h, ARD (heute)

Alubehütet

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29 Januar 2017
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sommersonne

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19 März 2017
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... dann muss man aber auch verstehen wie Deutsche in dieser Sache ticken. Gleiches Recht für alle, Türken und Deutsche.
Allerdings kann man es nun auch mal wieder gut sein lassen.
 

eruvaer

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7 April 2014
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Liebe.
„Zusammen mit Mesut, Cenk und weiteren Sportlern haben wir gestern Abend eine Veranstaltung einer türkischen Stiftung in London besucht. Wir finden es gut, dass es eine Stiftung gibt, die türkische Studenten im Ausland fördert und Ihnen damit eine internationale Karriere ermöglicht.
Wir haben den türkischen Staatspräsidenten am Rande der Veranstaltung getroffen. Aus Rücksicht vor den derzeit schwierigen Beziehungen unserer beiden Länder haben wir darüber nicht über unsere sozialen Kanäle gepostet. Aber sollten wir uns gegenüber dem Präsidenten des Heimatlandes unserer Familien unhöflich verhalten? Bei aller berechtigten Kritik haben wir uns aus Respekt vor dem Amt des Präsidenten und unseren türkischen Wurzeln – auch als deutsche Staatsbürger - für die Geste der Höflichkeit entschieden.
Es war nicht unsere Absicht, mit diesem Bild ein politisches Statement abzugeben, geschweige denn Wahlkampf zu machen. Als deutsche Nationalspieler bekennen wir uns zu den Werten des DFB und sind uns unserer Verantwortung bewusst.
Fussball ist unser Leben und nicht die Politik.“

https://www.facebook.com/antiISlamismus/posts/857930784394606

Die beiden sind nicht extra aus Deutschland angereist um den Präsidenten zu treffen, sondern waren bereits in GB und gingen zu dieser Stiftungs-Veranstaltung.
Diese geriet nicht ins Schussfeuer.
Später traf Erdogan noch Queen Elisabeth und Premierministerin May.
Auch diese werden gemeinsam nett in die Kameras geguckt haben für Fotos.
Keine Kritik an deren Moral.
Gündogans Foto wird teilweise sogar kommentiert damit, er hätte den gleichen Schnurrbart wie Erdogan o_O
Ja, sie haben beide einen Schnurrbart, aber "gleich" würd ich nicht sagen.

Was schreiben Sportler auf Trikots?
"Für meinen grössten Fan"
Das erscheint mir nicht angemessen, wenn man Merkel oder Erdogan oder Queen Elisabeth ein Trikot schenkt.

Wodurch glänzen Fussballer?
Seltenst durch Intelligenz, noch seltener für politisches Engagement, wenn man Glück hat reicht es grade noch für soziales Engagement - also den regionalen Jugendsport oder gleich Fussballverein unterstützen.

Also haben die beiden vollintegriert das erfüllt, was man von Sportlern erwartet:
impulsives kurzsichtiges Verhaltgen strotzend vor Begeisterung an den Tag legen.

Ja klar war das unglücklich.
Ich hab sogar bei Twitter gelesen, dass Gündogan die Frechheit besass über Deutschland als "für dieses Land" zu bezeichnen statt für MEIN Land....ja? Ich klatsche immer schon, wenn ein Fussballer überhaupt mal einen von A bis Z durchdachten und grammatikalisch akzeptablen Satz zustande bekommt!
Und kann nicht nachvollziehen, warum man wirklich mehr von ihnen erwartet.

Hätte man irgendeinen anderen Fussballprofi zu einer ähnlichen Veranstaltung in Deutschland geschickt, wo Erdogan extra hinreist, weil er dieses Projekt unterstützt - wie viele von denen hätten wohl ebenfalls gedacht "toll der Kerl! das ist mein Mann! Find ich total gut was der hier macht!" und hätte ihm ebenfalls "Mein Präsident" auf das geschenkte Trikot geschrieben und mit ihm ein Foto gemacht?
Ich vermute: die meisten. Auch völlig ohne jeglichen türkischen Hintergrund.
Das ist eben typisch Sportsgeist.
*Schulterklopf* "mein Mann!"


Kann man natürlich auch in 100 Jahren noch weiter drüber diskutieren und die beiden zum Teufel wünschen.
Aber ich bezweifle stark, dass da mehr hinter steckt.
Ebenso bezweifle ich noch viel stärker, dass irgendwelche PR-Berater vorher zu ihnen gesagt haben könnten, sie sollen bloss nicht nett zu RTE sein oä
Man wünscht sich die Welt immer rundum durchdacht, organisiert, weitsichtig und logisch - das ist sie aber nicht.
 

Alubehütet

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29 Januar 2017
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Wuppertal
Diese Diskussion wollte ich hier eigentlich nicht weiterführen. Wollte @EnRetard nur darauf aufmerksam machen, daß Oliver Bierhoff genau so wie @sommersonne umgangssprachlich von „den“ Türken spricht, selbst bei Leuten, die nicht wie Deniz über zwei, sondern nur über die deutsche Staatsbürgerschaft verfügen.

Aber zur Sache: Vor zwanzig Jahren hätte ich das auch abgehakt unter unbedarfte Aktion, vielleicht naiv. Heutzutage gibt es einen Haufen Spin-Doktoren rund um „Die Mannschaft“, die genau so etwas verhindern sollen. Und die den beiden geraten haben werden, den Quatsch zu lassen bzw. zu einem anderem Zeitpunkt nachzuholen, jenseits einer kommenden Fußball-WM. Den beiden war es offensichtlich wichtig, vor den Präsidentschaftswahlen solch ein Statement zu setzen. Dann sollen sie dazu stehen und das auch so sagen.
 
Zuletzt bearbeitet:

Skeptiker

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26 Januar 2008
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Es geht darum, dass der "eitle Zonenpfaffe" die Lebensleistung der Gastarbeiter-Generation mit seinem Genörgel über unzureichende Deutschkenntnisse herabwürdigt.
Das kann man ihm aber nur mit sehr sehr viel Phantasie und Drogen in der Blutbahn andichten. Der von @turkish talk gepostete Kommentar geht völlig an dem Gesagten vorbei und verfehlt das Thema um Meilen.

Insgesamt finde ich die Aufregung über diesen einen Satz ziemlich lächerlich zieht man die gesamte Antwort Gaucks und die gestellte Frage in Betracht! Hierüber könnte und müsste man sich aufregen, nicht aber über den einen Satz!
 

Bintje

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5 Mai 2018
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Das kann man ihm aber nur mit sehr sehr viel Phantasie und Drogen in der Blutbahn andichten. Der von @turkish talk gepostete Kommentar geht völlig an dem Gesagten vorbei und verfehlt das Thema um Meilen.

Nein, keineswegs. Wie hat Gauck sich denn ausgedrückt? Als Mann, der des Deutschen durchaus mächtig, fast übermächtig ist? Der als Pastor um die Wirkung von Worten weiß?

Er hat wörtlich "nicht hinnehmbar" gesagt. Und was Hatice Akyün ihm erwiderte (im geposteten Kommentar), finde ich sehr angemessen. "Nicht hinnehmbar" suggeriert etwas Unerträgliches, dem man nicht mit Toleranz, Empathie und Verständnis für andere Lebensumstände begegnen kann, sondern bei dem man Zwang anwenden muss, Druck.

Daraus spricht die kulturrestaurative Selbstgerechtigkeit des wackeren Kirchenmanns, der in der DDR jahrzehntelang keinen oder nur einen sehr eingeschränkten Blick für unterschiedliche gesellschaftliche Realitäten (zumal im Westen) entwickelt hat. Wahrscheinlich auch deshalb, weil er den gar nicht hat entwickeln können: das sei ihm zugestanden: aber der Mann war immerhin Bundespräsident. Also einer, der für alle Deutschen auftrat - auch für in Deutschland lebende und in Deutschland geborene Migranten.

Es gibt immer mindestens zwei Seiten, Skeptiker. Die andere Seite hat Akyün ihm vorgehalten. Finde ich völlig in Ordnung. Und wenn Du das noch immer nicht verstehst, lies mal diese Geschichte - die Geschichte von Erdoğan Altındiş, der als Zehnjähriger von seinem in Deutschland arbeitenden Vater nach München geholt wurde, um wegen seiner Kinderlähmung behandelt zu werden. Er lebte mit 250 Männern in einem Barackenlager im Münchner Osten. Das, auch das waren die Realitäten, obgleich die Geschichte für ihn gut ausgegangen ist.

http://www.sueddeutsche.de/muenchen/wandler-zwischen-zwei-welten-der-mann-mit-dem-drachen-1.3996183

Noch etwas, was Dich vielleicht zum Nachdenken bringt: vor einigen Jahren, vielleicht acht oder zehn Jahre her, gab es eine Studie des, ich glaube, türkischen Bildungsministeriums. Dabei stellte sich heraus, dass ca. ein Drittel der Frauen aus der im Westen sog. "Babyboomer"-Generation nicht lesen und schreiben konnten. Ein Drittel. Trotz Schulpflicht in der Türkei. Sie waren oder sind überwiegend sekundäre Analphabetinnen, weil sie früh aus der Schule genommen wurden und dann arbeiten mussten. So haben sie es wieder verlernt. Solche Menschen kenne ich auch, auch hier in Deutschland. Sie kommen irgendwie durch. Nicht gut, aber sie kommen durch.

Und!: als die erste Generation von "Gastarbeitern" hier ankam, gab es keine Deutsch- und Integrationskurse. Auch noch nicht in der zweiten, meine ich. Das hatten "wir", die wir so vehement "Integration" einfordern, schlicht nicht auf dem Schirm. Man hielt es nicht für erforderlich, wollte kein "Einwanderungsland" sein.
Dann braucht man sich aber auch nicht zu beklagen, wenn Menschen, die ihr ganzes Leben lang gerackert haben und abends zu erschöpft waren, zu erledigt, um auch noch eine Fremdsprache zu lernen, nicht perfekt Deutsch können.
Das ist auch Sache des individuellen Bildungshintergrunds. Und wenn man das Vermitteln von Sprachkenntnissen ausschließlich Arbeitskolleg/inn/en überlässt bzw darauf baut, dass der Rest schon von selbst kommt, braucht man sich auch nicht zu wundern, wenn dabei nicht so viel herauskommt, wie ein evangelischer Pastor es für wünschenswert hält.

Gauck hat mit seiner unangemessenen Wortwahl ein Fass aufgemacht, das meines Erachtens von Arroganz, Ungeduld und mangelndem Fingerspitzengefühl zeugt.
Nicht die beste Empfehlung für einen in seiner Position, mit seinen Lebenserfahrungen.
 
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Msane

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25 März 2010
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Allgemein gesagt, egal ob türkischstämmiger Mitbürger, Pole oder Deutscher im Ausland, wenn man sich dafür entscheidet dauerhaft in einem anderen Land zu leben sollte man auch die Sprache erwerben, hat einfach was mit Anstand und Respekt zu tun, außerdem würde es mich extremst stören wenn ich mich in meiner neuen Heimat nicht mit den Einheimischen verständigen könnte.
Ohne die Sprache kann man keinen Kontakt aufbauen, selbst dann nicht wenn man es möchte.


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Zerd

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12 Oktober 2005
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D'accord, bis auf die Sache mit "Anstand und Respekt", die ich eher an anderer Stelle erwarten würde, sehe ich das ganz ähnlich. Und ich gehe da sogar noch einen Schritt weiter und finde es sehr bedauerlich, dass wir heutzutage immer mehr Akademiker haben, die noch nie einen Goethe oder Schiller gelesen haben und ohne die Rechtschreibprüfung von Word keinen etwas längeren Satz fehlerfrei hinbekommen.

Aber: wenn einer das partout nicht tut oder will oder kann, aus welchen Gründen auch immer, dann hat er selbst schon in der Regel so viele Nachteile dadurch, dass es ganz gewiss nicht auch noch abwertender Urteile, Ausgrenzung oder gar Repressalien bedarf. Ich halte es da wie Amelie: jeder hat das Recht, sich sein eigenes Leben so schwer wie nur möglich zu machen - und keiner hat das Recht, den anderen zu seinem vermeintlichen Glück zu zwingen oder zu nötigen...