Nein noch nicht, aber ich werde es mir auch ansehen.
Dass mein Sohn sagte, er will da rein, hat mich wirklich gefreut. Er hatte die Wahl, "Indiana Jones" war mir nur eingefallen, weil mir nach Action war, Bruce Willis aus der Konserve hätte es auch getan, aber als er dann mit Oppenheimer ankam, dachte ich erfreut: - jup! Sohn seiner Mutter.

Ich glaub, ich hab's ihm nie erzählt, ganz sicherlich nicht, aber Heinar Kipphardts Schauspiel "In der Sache J. Robert Oppenheimer" war für mich eine Art Initialzündung. Das haben wir auf der Schule in der Mittelstufe gelesen. Bei einer ungewöhnlich fähigen Deutschlehrerin, die sich nicht mit einfachen Antworten zufrieden gab und ansonsten Kind ihrer Zeit war: Hennarote lange Wallemähne, Schlabberlook, geistig auf Zack. Wie es bei den 68ern und Nach-68ern halt war, aus denen dann unterschiedlich bunte Listen und schließlich die Grünen hervorgingen. Leider hatte ich die Frau nur ein oder zwei Jahre. Jedenfalls gehörte diese Schullektüre damals zu den Büchern, die mich wirklich beeindruckt und dazu beigetragen haben, meine politische Denke hervorzukitzeln. Sagt dir der Autor was?
Heinar Kipphardt? Interessanter Lebenslauf, aus der SED wurde er ausgeschlossen.
Längst vergessen, aber sein Stück über Oppenheimer wurde gefeiert, auch verfilmt (mit Charles Regnier in der Hauptrolle), und nach seinem Tod auch eines über Eichmann. Nazim Hikmet hatte er übrigens auch übersetzt.
Und den alten Film mit Regnier habe ich sogar bei Youtube entdeckt. Ein Kammerspiel, preisgekrönt. Nolans Oppenheimer dürfte der Kontrapunkt sein.