Was ist das Ziel des Lebens?

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eruvaer

Well-Known Member
ich hab mal wieder was hübsches gefunden - wieder auf Englisch und wieder statt nach einer Übersetzung zu suchen selbst übersetzt :confused: - wenns scheee macht... :rolleyes:

während ich so am fröhlich vor mich hin übersetzen war, hab ich mich zurück erinnert, dass ich irgendwann mal eine Geschichte aufgeschrieben hatte - ganz ähnlicher Natur...
zu der Zeit war meine erste Tante gestorben und ich dachte über den Sinn und Unsinn des Lebens und dem was wohl danach sein mag nach. meine Idee, was doch "nett" wäre war, dass jeder der stirbt in eine Zwischenwelt kommt, in der er vor einem riesigen leeren Buch sitzt. mit einer Schreibfeder in der Hand. jedes Wort das er schreibt wird geschehen. und so schreibt jeder verstorbene an einem neuen Leben.
diese Schreiberlinge interagieren miteinander, unterhalten sich, machen Mittagspausen, tauschen Ideen aus und schreiben ihre Charaktere zusammen oder auseiandner. doch sie können nicht über alles frei bestimmen. sie schreiben nur die Umstände, die ihrer Person widerfährt.
wie die Person sich zu Handeln entscheidet steht ihr immer frei.
doch natürlich nur in gewissen Bahnen. manche Schreiberlinge wünschen sich das eine oder andere für ihren Menschen und werden nicht müde deren Lebensumstände immer wieder so zu schreiben, dass sich vllt letzendlich ihr Mensch zu dem entwickelt, den sie gern hätten.


Mittlerweile glaube ich das nicht mehr.
ich denke physikalischer.
Jedes Sein ist Energie. eine Mischung aus positiver, negativer, trauriger, aggressiver, starker, schwacher Energie.
stirbt ein Mensch, vergeht der Körper. seine Energie bleibt.
das ist dann, was manch einer noch zu spüren glaubt, wenn der liebe Mensch schon längst nicht mehr ist.
die Spuren, die Energie, die er hinterließ.
aber nun zum Ei:



The Egg
by Andy Weir

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Du warst auf deinem Heimweg als du starbst.

Es war ein Autounfall. Nichts besonders bemerkenswertes, aber dennoch fatal.

Du liesst deine Frau und zwei Kinder zurück. Es war ein schmerzloser Tod. Die Sanis gaben ihr Bestes dich zu retten, doch ohne Erfolg. Dein Körper war völlig zerstört – es war besser so, glaub mir.

Und so kam es dass du mich trafst.

„Was...was ist passiert?“, fragtest du mich. „Wo bin ich?“

„Du bist gestorben“, sagte ich nüchtern. Kein Grund zimperlich zu sein.

„Da war ein... ein Lkw und er geriet ins Schleudern...“

„Jip.“, sagte ich.

„Ich...ich bin gestorben?“

„Jip. Aber fühl dich nicht schlecht deswegen. Jeder stirbt.“, sagte ich.

Du sahst dich um. Da war Nichts. Nur du und ich.

„Was ist das für ein Ort?“, fragtest du mich. „Ist dies das Jenseits?“

„Mehr oder weniger“, sagte ich.

„Bist du Gott?“, fragtest du.

„Jip“, antwortete ich. „Ich bin Gott.“

„Meine Kinder...meine Frau“, sagtest du.

„Was ist mit ihnen?“

„Wird es ihnen gut gehen?“

„Das ist was ich gerne sehe“, entgegnete ich. „Du bist grade gestorben und deine größte Sorge ist deine Familie. Das ist wirklich etwas Gutes.“

Du sahst mich fasziniert an. Für dich sah ich nicht wie ein Gott aus. Ich sah aus, wie ein Mann. Oder vielleicht eine Frau. Eine vage Autoritätsperson vielleicht. Mehr wie ein Grundschullehrer, denn wie der Allmächtige.

„Sorge dich nicht“, sagte ich. „Es wird ihnen gut gehen. Deine Kinder werden dich als perfekt in in jeder Hinsicht in Erinnerung behalten. Sie hatten nicht die Zeit Verachtung für dich zu entwickeln. Deine Frau wird äußerlich trauern, doch innerlich wird sie sich befreit fühlen. Um fair zu sein – eure Ehe war dabei zu zerbrechen. Falles es ein Trost für dich ist: sie wird sich dafür schuldig fühlen Befreiung zu verspüren.“

„Oh“, sagtest du. „Also, was passiert nun? Komme ich in den Himmel oder in die Hölle oder sowas?“

„Weder noch“, sagte ich. „Du wirst wiedergeboren werden.“

„Ah“, sagtest du. „Also hatten die Hindus Recht!“

„Alle Religionen haben auf ihre Weise Recht“, entgegnete ich. „Geh mit mir.“

Du gingst an meiner Seite, wir Schritten durch die Leere.

„Wohin gehen wir?“

„Nirgendwo bestimmtes“, sagte ich „Es ist nur schön zu gehen während man sich unterhält.“

„Also...was ist der Sinn?“, fragtest du „Wenn ich wiedergeboren werde, werde ich ein unbeschriebenes Blatt sein, nicht wahr? Ein Baby. Alle meine Erfahrungen und alles, was ich in diesem Leben tat, wird nicht mehr relevant sein“

„Nein. So nicht.“, sagte ich „In dir trägst du all dein Wissen, deine Erfahrungen aus all deinen bisherigen Leben. Du erinnerst dich nur genau jetzt nicht an sie.“

Ich hörte auf umher zu gehen und fasste dich bei der Schulter. „Deine Seele ist bedeutender, schöner und gigantischer, als du dir vielleicht vorstellen kannst. Ein menschlicher Geist kann nur einen kleinen Teil von dem fassen, was du bist. Es ist, als würdest du deinen Finger in ein Glas Wasser tippen, um zu sehen ob es warm oder kalt ist. Du fügst einen Teil von dir selbst in das Gefäß, und wenn du es wieder heraus holst, hast du die Erfahrungen gewonnen, die es innehielt.

In den vergangenen 48 Jahren warst du ein Mensch. Also hast du dich nicht sonderlich erweitert, um den Rest deines immensen Bewusstseins zu erfahren. Wenn wir lange genug hier blieben, würdest du beginnen dich zu erinnern. Aber es würde keinen Sinn machen dies nach jedem Leben zu tun.“

„Wie oft wurde ich denn schon wiedergeboren?“

„Oh, viele viele Male. In vielen verschiedenen Leben.“, sagte ich. „Dieses Mal wirst du ein chinesisches Bauernmädchen in 540 n.Chr. Sein.“

„Warte....was!?“, stammeltest du „Du schickst mich in der Zeit zurück!?“

„Technisch gesehen schon, ja. Zeit, wie du sie kennst, existiert nur in deinem Universum. Die Dinge sind anders, wo ich her komme.“

„Wo kommst du her?“

„Ach, natürlich“, erklärte ich „Ich komme von...von woanders. Dort gibt es andere wie mich. Ich weiss, du wirst wissen wollen, wie es dort ist, aber du würdest es ehrlich nicht verstehen.“

„Oh“, entgegnetest du etwas niedergeschlagen „Aber, wenn ich wiedergeboren werde an verschiedenen Orten und Zeiten, dann könnte ich mit mir selbst interagiert haben!“

„Natürlich. Das passiert die ganze Zeit. Und mit beiden Leben, die sich nur ihrer eigenen Lebensspanne bewusst sind, weisst du nicht einmal, dass es passiert.“

„Was ist der Sinn von all dem?“

„Ernsthaft?“, fragte ich „Ernsthaft? Du fragst mich nach dem Sinn des Lebens? Ist das nicht ein bisschen stereotyp?“

„Es ist eine berechtige Frage.“ entgegnetest du beharrlich.

Ich sah dir in die Augen. „Der Sinn des Lebens, der Grund warum ich dieses Universum geschaffen habe, ist, damit du reifst.“

„Du meinst die Menschheit? Du willst, dass wir uns entwickeln?“

„Nein. Nur du. Ich habe dieses Universum nur für dich geschaffen. Mit jedem neuen Leben wächst und entwickelst du dich zu einem größeren Intellekt.“

„Nur ich? Was ist mit all den andern?“

„Es gibt niemand anders. In diesem Universum gibt es nur dich und mich.“

Du sahst mich verständnislos an „Aber all die Menschen auf der Erde...“

„Alle du. Verschiedene Inkarnationen von dir.“

„Was? Ich bin Jeder!?“

„Nun hast du es!“, sagte ich mit einem erbaulichen Klaps auf die Schulter-

„Ich bin jeder Mensch der jemals lebte?“

„Oder der jemals leben wird. Ja.“

„Ich bin Abraham Lincoln?“

„Und auch John Wilkes Booth“, fügte ich hinzu.

„Ich bin Hitler?“, fragtest du entsetzt.

„Und all die Millionen, die er tötete.“

„Ich bin Jesus?“

„...und jeder Einzelne, der ihm folgte.“

Du wurdest still.

„Jedes mal, wenn du jemanden geopfert hast, hast du dich selbst geopfert“, erklärte ich weiter. „Jeder Akt der Nächstenliebe hast du ebenso dir selbst entgegen gebracht. Jeder fröhliche oder traurige Moment, den irgendein Mensch erlebt, wird von dir erlebt werden.“

Du dachtest lange nach...

„Warum?“, fragtest du. „Warum das alles?“

„Weil du eines Tages wie ich sein wirst. Weil das ist, was du bist. Du bist einer von uns. Du bist mein Kind.“

„Whoa“, entfuhr es dir skeptisch „du meinst ich bin ein Gott?“

„Nein. Noch nicht. Du bist ein Fetus. Du wächst noch. Eines Tages wirst du jedes Menschenleben aller Zeit gelebt haben, dann wirst du genug gewachsen sein, um geboren zu werden.“

„Also das ganze Universum ist nur...“, fragtest du.

„Ein Ei.“ antwortete ich. „Nun ist es Zeit für dein nächstes Leben.“ sagte ich. Und schickte dich auf deinen Weg.
 
D

Dörtmevsim

Guest
Sinn des Lebens; Lebensziele! Ich denke, dass Leben bietet uns viele Puzzel-Teile. Oft auch welche, die wir verabscheuen und nicht annehmen. Welche an dem unsere Größe und Werte gemessen werden. Bei denen wir vielleicht sogar an unsere Grenzen stoßen, darüber stolpern und immerzu hinken! Warum können wir nicht einfach glücklich sein und müssen uns fortwährend in Zufriedenheit üben? Warum ist der Mensch überhaupt anfällig gegen äußere Einflüsse? Warum werden wir unterschiedlich behandelt, bevorzugt, geprüft von dieser Welt? Warum sterben viele an Hunger und Not, währen wir am Überfluss verrecken? Ein Tier jagt und erlegt, um sein Magen satt zu kriegen und der Mensch um seine Gier zu befriedigen ... ! Das nennt man Pervers! Und und und .... Warum?

So viele Fragen gehen mir durch den Kopf und ich habe nicht einmal begonnen! Worauf ich hinausgehen möchte ist: Ich denke, dass der Mensch in seinen schwächen immer wieder geprüft wird und auch immer wieder darin erinnert wird! Dies bietet uns das Leben vermutlich deshalb, weil wir in diesem Leben das "Mensch sein" lernen müssen (Hz. Ali).

Und ich denke auch, dass wir in diesem Leben sehr materiell verbunden sind. Geld, Vermögen, Wohnung, Holz, Luft, Essen, Pflanzen, eigene Körper etc. ... ! Und das diese materiellen Güter uns zur Verfügung gestellt worden sind, um uns an unsere immateriellen Güter näher zu bringen! Vermutlich um uns dem Tod vorzubereiten.

Ich denke auch, dass der Tod eine Brücke zu einem neuen Bewusstseinszustand ist. Unabhängig von Materie! Doch die Ablösung muss hier beginnen! Die letzte Ablösung beginnt mit dem letzen Atemzug und verlassen des Körpers! Doch davor muss man sich wohl von vielen anderen materiellen Werten lösen und um Selbstverwirklichung bemühen! Sich selbst als Mensch und als Persönlichkeit zu verwirklichen!
 
P

Pit 63

Guest
Geh zum Fluss und hol mir eine Tasse Wasser, sagte der Zen-Meister. Wo bekomme ich das Wasser her? fragte der Schüler. Vom Fluss natürlich, wo sonst gibt es Wasser, sagte sein Meister.
Der Schüler machte sich auf den Weg zum Fluss. Als er angekommen war und die Tasse mit Wasser füllte, sah er flussaufwärts eine Frau in seinem Alter. Die Frau sah den Mann auch und sie verliebten sich ineinander. Er zog zu ihr auf das Gut ihrer Familie und sie bauten ein Haus. Über die Jahre wurden ihnen Kinder geboren. Sie waren glücklich miteinander und ernährten sich von der Landwirtschaft, die sie betrieben.
Eines Tages kam eine Flut. Das Dorf wurde überschwemmt, und er musste sich mit seiner Frau und den Kindern auf das Dach des Hauses retten. Der Sturm wütete heftig und das Wasser im Fluss trat über die Ufer. Es stieg immer höher bis zum Dach. Seine Kinder und seine Frau wurden vom reißenden Strom fortgerissen und ertranken, nur er konnte sich mit Mühe am Dachgiebel festhalten und überlebte. Als der Sturm sich legte, entriss sich ein gellender Schrei seiner Kehle und er begann zu weinen.
Als das Wasser bereits ins Flussbett zurückgekehrt war, kauerte der Mann immer noch völlig verzweifelt auf dem Dach seines Hauses.
Da legte sich von hinten ganz sanft eine Hand auf seine Schulter. Es war die Hand seines Meisters. Leise fragte er ihn: Wo bleibst Du so lange? Wolltest du mir nicht eine Tasse Wasser holen?
 
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noname75

Well-Known Member
Es gibt keinen Sinn. Wir sind da und wir werden verschwinden. Die gesamte Menschheitsgeschichte. Nur ein wimpernschlag in der Geschichte des Universums. Und wir nehmen uns so wichtig.
Wimpernschlag ist ein wenig dick aufgetragen. Vieeeeeeeeeel kürzer. Dann kommt die nächste Spezies.
 

Eskolein

Well-Known Member
Es gibt keinen Sinn. Wir sind da und wir werden verschwinden. Die gesamte Menschheitsgeschichte. Nur ein wimpernschlag in der Geschichte des Universums. Und wir nehmen uns so wichtig.
Wimpernschlag ist ein wenig dick aufgetragen. Vieeeeeeeeeel kürzer. Dann kommt die nächste Spezies.

Bevor Gott unsere existenz bemerkt werden wir bereits verschwunden sein.
 
P

Pit 63

Guest
Es gibt keinen Sinn. Wir sind da und wir werden verschwinden. Die gesamte Menschheitsgeschichte. Nur ein wimpernschlag in der Geschichte des Universums. Und wir nehmen uns so wichtig.
Bedeutung und Bedeutungslosigkeit, Wichtigkeit und Unwichtigkeit sind zwei Seiten der selben Medaille.
In dem Zusammenhang sehe ich alle Aussagen als relativ, perspektivisch und abhängig. MaW: Keine Aussage in dem Kontext ist absolut oder steht für sich sondern immer nur in Bezug zu anderen Aussagen, die ebenfalls relativ, perspektivisch und abhängig sind.

Ich glaube auch, dass alle Formen und Phänomene auf allen Ebenen kommen und gehen, ausnahmslos alle.

Ich glaube aber auch an das Leben an sich, dass sich zwar in allem zeigt, sich aber auch allem entzieht. Natürlich ändert das nichts an meiner Vergänglichkeit. Nicht die Form ist Leben, das Leben ist Form. Das Wesen alles bedingt Seienden ist das unbedingte Sein selbst. Natürlich kann man als Seiendes nicht über das Sein sprechen in dem Sinne, dass man etwas realistisches iSv Erfahrbarkeit darüber sagt, man kann es nur andeuten oder drum herum reden- wie ein Blinder es tun würde, der über das Sehen spekuliert.

Das ungetrennte Sein fällt in seiner Schöpfung in die Polarität und erlebt sich getrennt voneinander, so wie der Mensch im Traum. Alles, was ihm begegnet, ist seine Schöpfung, er weiss es nur nicht- bis er erwacht.
Nur um Missverständnissen vorzubeugen: Der Träumer erwacht, nicht der Geträumte- deshalb gibt es für Personen kein Erwachen. Was es zu Lebzeiten geben kann, ist das Erwachen aus der Person- das nennt man Erleuchtung- wenn man diesen Menschen glaubt.
 
S

Sunguroğlu

Guest
Hedeflerden birisi mutlaka kendimiz gibi olmaya calismak olmalidir! Bazi insanlar bunu zararsiz görebilir veya önemsemeyebilir ama bu sahsen iyi bir sey degil.
Kendini oldugun gibi tanitmak degil de, olmak istedigin gibi anlatmak, yapmadigin seyleri yapiyorum gibi göstermek. hazir olmadigin seyleri, hazirim gibi yansitmak karsimizdaki kisiyi hayal kirikligina ugratir, bizi de ilerde mutlaka bunalim'a itebilir. kim bunalima girmek ister?
eski forumdan tanidigim bir arkadas vardi; sürekli bunu yapiyorum, suraya gidiyorum, cok spor yaparim, cok is projelerim var derdi ama forumda ki diger bir arkadas onun hic internetten cikmadigini söyler, devletten yardim aldigini söyler millete rezil ederdi..

simdi, tabii ki milletin özeli, devletten yardim mi aliyormus, almiyormus beni ilgilendirmez, haddim de degil. ama söylemek istedigim, insanin acizligini kabul etmesidir...Ben acizsem acizim ne var bunda? bulundugum kötü durumu kabullenmek dünyanin sonu mu? kimseye söylenmez belki ama tam tersini anlatmak da ne oluyor?
Böyle yapan insanlar hem kendilerine zarar veriyor hem de karsi tarafi yaniltmis oluyorlar..Ve karsimizda ki insan yanilmak istemiyor belki?
Konuyu toparliyorum; insan kendisini oldugu gibi anlatmali veya bu halinden memnun degilse, olmak istedigi gibi olmadan kimsenin karsisina fazla cikmamalidir.
bu tabi ki benim görüsüm, hedef olarak gördügüm önemli seylerden birisi..

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