WDR - Die letzte Instanz

Alubehütet

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29 Januar 2017
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1. Wie @Berfin1980 schreibt: es ist keineswegs erlaubt, einen 11-jährigen zu fesseln und ihn von den Eltern zu isolieren. Das ist Verletzung der Menschenrechte. Ganz einfach und muß bestraft werden.
Ja. Das ist auch mir klar. Ich habe eventuell menschliches Verständnis für den Polizisten, wenn ich mehr darüber erfahre, dennoch geht das gar nicht und muß bestraft werden.
2. Name der Sprache: Romanes/Rromani? Wenn man die Sprache und das Volk respektieren will, dann muss man den Namen des Volkes und der Sprache mit 2R schreiben. In der dt. Sprache ist dieser Name ein Neologismus also ein neues Wort.
Mit 2R ist mir das noch nie begegnet. Das Internet liefert mir dazu:

Romani … dessen Verwendung sich allerdings erst noch durchsetzen muss. Romani stammt von Rom, mit dem sich traditionell viele, jedoch nicht alle Gruppen selbst bezeichnen. Im engeren Sinne kann Rom „(Ehe-)Mann“, im weiteren Sinne „Gruppenmitglied“ bedeuten. Andere, weithin bekannte Selbstbezeichnungen der Romani-Gruppen sind u.a.: Sinti (so werden in Deutschland die in Deutschland, Österreich, den Niederlanden, Frankreich, Norditalien und Südosteuropa beheimateten Romani bezeichnet), Manuš, Calé, Romanichal, Kalé etc.

Rromani ist ein weiterer moderner, von vielen akzeptierter Begriff. Wie Romani versucht der Begriff Rromani die verschiedenen Gruppen, die in unterschiedlichen Ländern und Regionen der ganzen Welt verteilt leben, abzudecken. Das Doppel-r im Wort Rromani entspricht seiner Aussprache in vielen Dialekten. In manchen Sprachen kann seine Verwendung dazu beitragen, mögliche Missverständnisse und Verwechslungen mit ähnlich klingenden Wörtern wie Rumänien oder Rom etc. zu vermeiden.
Ich sehe nicht, daß ich beide rr verwenden müßte; hat sich zumindest unter den Deutschen, anscheinend aber auch noch nicht in deren Community durchgesetzt. Ich kenne es nur mit einem R und bleibe auch erst einmal dabei.
3. Spricht der Polizist gebrochen Rromani?
Offensichtlich.
Geben die Quellen nicht her.
Gibt es noch Rromani-Sprechende in Deutschland? Wo wird die gelehrt?
Die deutsche Wikipedia hat einen interessanten Artikel zu Sintitikes, die Sprache der Sinti, um die es hier offensichtlich geht. Sie sagen in der Tat, das sei eine Sprache, die nur den Volksangehörigen zugänglich sei; Fremde würden sie sie nicht unterrichten. Was man unter diesen Bedingungen so weiß, scheint das eine Schwestersprache des Romanes zu sein mit allerdings vielen eigenen Lehnwörtern; sprachlich dem Romanes vielleicht so nahestehend wie Deutsch und Niederländisch. Sintitikes jedenfalls sei nicht einfach ein Dialekt des Romanes. Sowohl Sintitikes als auch Romanes (in vielen Mundarten) werden in Deutschland noch gesprochen.
4. Hat je ein Deutscher diese Sprache mal gehört, wie sie klingt? Ich schon, fast jedes Mal, wenn ich mit dem Bus zum Markt fahre.
Ich habe es auch gehört, allerdings schon fünf Jahre her, mazedonische Roma. Ich würde sie nicht wiedererkennen.
5. Ich glaube, es geht um ein internes familien- oder klan- Spektakel. Innerhalb der 2. oder 3. Generation einer Migrantenfamilie. Weil nur die schon in der 2./3. Generation einen Polizist hervorbringen könnten (die Ungarn oder Rumänen oder Slowaken wären jetzt das noch nicht fähig, werden aber in einer Generation sein). Der Polizist, der noch gebrochen die Sprache spricht, könnte schon voll integriert in die dt. Gesellschaft/Polizei sein, aber doch noch Wurzeln in der Familie/Clan haben.
Klingt plausibel, ich denke auch in diese Richtung, bleibt jedoch Spekulation. Fakt scheint jedenfalls zu sein, daß der fragliche Polizist kein blonder, blauäugiger Sauerkrautesser gewesen zu sein scheint, der noch in den Traditionen von Opas Rassismus dächte. Zumindest kann er gebrochen Romanes. Damit ist die Geschichte nicht so einfach, wie sie sich auf dem ersten Blick liest. Allerdings scheint der Polizist auch keinen spezifischen Sinti-Hintergrund zu haben, jedenfalls deren Sprache nicht zu sprechen, sondern eben ein Romanes.
 
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Burebista

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4 November 2015
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Kompliziert.
Die Internetseite hat recht. In Rumänien wird immer mit 2R geschrieben, damit es nicht mit dem Volksnamen Români (Rumänen) verwechselt werden kann.
Die Lehrbücher für die Rroma verwenden hier immer das doppelte R.
Aber in deren Sprache ist das doppelte Rr.
Literaturhinweise:
Hancock, Ian (2002), We are the Romani people. Ame sam e Rromane džene, Hertfordshire: University of Hertfordshire Press. Interface Collection, coordinated with Centre de recherches tsiganes, Paris.
Ich weiß nicht, ob in anderen Ländern es noch Schulbücher in Rromani oder Romanes gibt. Die Schulbücher in Rumänien wurden von der dt. Unicef bezahlt! Und die werden auch verwendet. Die Deutschen haben sich sehr bemüht, die Rroma aus Rumänien (also nicht Rrumänien, hehe) zu unterstützen.

Rromani ist eine indische Sprache. Hat Annäherung zum Persischen, aber wenig.
In Rumänien werden viele rum. Wörter verwendet.
Als ich einmal im Bus war, saßen vor mir 2 junge Rroma-Frauen, beide in Rroma-Tracht (bunte Röcker). Eine davon telefonierte nach Deutschland. Sie weinte, sie wurde offensichtlich von dem Ehemann oder Freund beschimpft (konnte man auch hören, leider, die Geschreien). Die andere Frau war auch sehr betroffen, weinte aber nicht. War aber sehr empathisch. Die Sprache war halb Rromani, halb Rumänisch. Konnte aus dem Kontext erhören, dass sie erklären musste, was sie mit dem Sozialgeld von Rumänien gemacht hat, oder mit dem Geld, das der Mann geschickt hat (wahrscheinlicher). Es ging um Geld und die Frau wurde vom Mann aus Deutschland beschimpft. Die Frau weinte wirklich und die zweite Frau schaute ihr sehr traurig zu.
Was kann man noch dazu sagen???
Ich bin nicht überrascht, falls ein Polizist aus einer Rroma-Familie aus Ex-Jugoslawien in der 2. oder 3. Generation einen Kind aus dem eigenen Clan mit Handschellen disziplinieren würde.

PS. ABER ES IST SPEKULATION!
 

Burebista

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4 November 2015
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Muss schreiben.
Nur in der Türkei wurde ich als Zigeuner bezeichnet, als ich sagte, dass ich aus Rumänien kam. Das passierte in keinem anderen Land.
War in Istanbul und sagte, dass ich aus Rumänien kam (es war Winter). Bekam die Antwort: "Oh, Gipsy". Ich lachte, fand es nicht verspottend. Aber ich entdeckte meinen Kopf (Mütze ab), so dass man sehen konnte, dass ich nicht ein Schwarzkopf bin. Und da wurde mir erwidert: "oh, blond gipsy".
Ich fand es damals eigentümlich.
Aber seit der Geschichte mit dem Schiri Coltescu und mit Șumudică finde ich, dass Rassismus in der TR sehr entwickelt ist und dass wir, die Rumänen dort, in der TR, als Zigeuner angesehen werden, im negativen Sinn.
 

sommersonne

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19 März 2017
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Habe hier gelesen, aber es scheint für mich sehr merkwürdig zu sein.
1. Wie @Berfin1980 schreibt: es ist keineswegs erlaubt, einen 11-jährigen zu fesseln und ihn von den Eltern zu isolieren. Das ist Verletzung der Menschenrechte. Ganz einfach und muß bestraft werden.
2. Name der Sprache: Romanes/Rromani? Wenn man die Sprache und das Volk respektieren will, dann muss man den Namen des Volkes und der Sprache mit 2R schreiben. In der dt. Sprache ist dieser Name ein Neologismus also ein neues Wort. Hur Helmut Schmidt Zeit kannte man das Wort wahrscheinlich nicht. Und man müsste dann das Wort richtig schreiben wollen/können.
3. Spricht der Polizist gebrochen Rromani? Woher kommt der? Gibt es noch Rromani-Sprechende in Deutschland? Wo wird die gelehrt?
4. Hat je ein Deutscher diese Sprache mal gehört, wie sie klingt? Ich schon, fast jedes Mal, wenn ich mit dem Bus zum Markt fahre.
5. Ich glaube, es geht um ein internes familien- oder klan- Spektakel. Innerhalb der 2. oder 3. Generation einer Migrantenfamilie. Wahrscheinlich ehemalige Jugoslawen/Südslawen. Weil nur die schon in der 2./3. Generation einen Polizist hervorbringen könnten (die Ungarn oder Rumänen oder Slowaken wären jetzt das noch nicht fähig, werden aber in einer Generation sein). Der Polizist, der noch gebrochen die Sprache spricht, könnte schon voll integriert in die dt. Gesellschaft/Polizei sein, aber doch noch Wurzeln in der Familie/Clan haben.
So habe ich mir das auch gedacht.
 

sommersonne

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19 März 2017
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Leipzig
Muss schreiben.
Nur in der Türkei wurde ich als Zigeuner bezeichnet, als ich sagte, dass ich aus Rumänien kam. Das passierte in keinem anderen Land.
War in Istanbul und sagte, dass ich aus Rumänien kam (es war Winter). Bekam die Antwort: "Oh, Gipsy". Ich lachte, fand es nicht verspottend. Aber ich entdeckte meinen Kopf (Mütze ab), so dass man sehen konnte, dass ich nicht ein Schwarzkopf bin. Und da wurde mir erwidert: "oh, blond gipsy".
Ich fand es damals eigentümlich.
Aber seit der Geschichte mit dem Schiri Coltescu und mit Șumudică finde ich, dass Rassismus in der TR sehr entwickelt ist und dass wir, die Rumänen dort, in der TR, als Zigeuner angesehen werden, im negativen Sinn.
Vielleicht kommt das daher das Rumänen, genau wie Bulgaren die nach dem Fall des Sozialismus verstärkt für Handel nach Istanbul gingen, als Konkurenten angesehen wurden.
 

EnRetard

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19 Februar 2017
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Vielleicht kommt das daher das Rumänen, genau wie Bulgaren die nach dem Fall des Sozialismus verstärkt für Handel nach Istanbul gingen, als Konkurenten angesehen wurden.
Vielleicht kommt das auch daher, dass viele Türken stinkig sind, dass RO und BG in die EU aufgenommen wurden, obwohl sie wirtschaftlich schwächer waren als die TR. (Ironie)...
Zu Bulgarien: Viele türkisch sprechende Bulgaren sind turkifizierte Roma. Höre ich jedenfalls dauernd von Türkeistämmigen, die sie als " Çingene" bezeichnen.
 

sommersonne

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19 März 2017
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Kann sein, aber ich glaube nicht das der normalo Istanbuler sich so sehr für die EU interessiert, das ist nichs auf was sie selbst Einfluß hätten. Aber die Händler interessieren sich für die Konkurenz und versuchen sie zu vertreiben mit unfreundlichen Bemerkungen und Verhalten.
 

Berfin1980

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19 Juni 2015
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1. Wie @Berfin1980 schreibt: es ist keineswegs erlaubt, einen 11-jährigen zu fesseln und ihn von den Eltern zu isolieren. Das ist Verletzung der Menschenrechte. Ganz einfach und muß bestraft werden.
Erstens gegen Menschenrechte und dann gegen hier geltende Gesetze.
3. Spricht der Polizist gebrochen Rromani? Woher kommt der? Gibt es noch Rromani-Sprechende in Deutschland? Wo wird die gelehrt?
Ich habe es schon mal versucht zu beschreiben. Es gibt durchaus Gegenden in Deutschland die einen hohen Anteil von dort lebenden Migranten aufweisen. Die Kinder und Jugendlichen kommunizieren auch miteinander und oft wird auch nachgefragt was das Wort bedeutet das ein anderer nutzt. Dan lernt man den eine oder anderen Wortfetzen schon mal.
4. Hat je ein Deutscher diese Sprache mal gehört, wie sie klingt? Ich schon, fast jedes Mal, wenn ich mit dem Bus zum Markt fahre.
Ja habe ich.
5. Ich glaube, es geht um ein internes familien- oder klan- Spektakel. Innerhalb der 2. oder 3. Generation einer Migrantenfamilie. Wahrscheinlich ehemalige Jugoslawen/Südslawen. Weil nur die schon in der 2./3. Generation einen Polizist hervorbringen könnten (die Ungarn oder Rumänen oder Slowaken wären jetzt das noch nicht fähig, werden aber in einer Generation sein). Der Polizist, der noch gebrochen die Sprache spricht, könnte schon voll integriert in die dt. Gesellschaft/Polizei sein, aber doch noch Wurzeln in der Familie/Clan haben.

Das glaube ich nicht und wenn du die Fakten gelesen hast kannst du das auch nicht glauben. Der Junge war mit seiner Mutter zu Besuch, die Kinder haben vor dem Haus gespielt und die Kontrolle durch die Beamten war anlasslos.

Was aber durchaus sein kann der Polizist ist ein Rassist.
 

Burebista

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4 November 2015
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Vielleicht kommt das auch daher, dass viele Türken stinkig sind, dass RO und BG in die EU aufgenommen wurden, obwohl sie wirtschaftlich schwächer waren als die TR. (Ironie)...
Zu Bulgarien: Viele türkisch sprechende Bulgaren sind turkifizierte Roma. Höre ich jedenfalls dauernd von Türkeistämmigen, die sie als " Çingene" bezeichnen.
Ironisch waren wir auch. Wir machten den Witz: Die EU nimmt Rumänien und Bulgarien auf, um festzustellen, ob die Türkei integrierbar sei. :)
 
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