Wer bin ich?

marleen

Member
AW: Wer bin ich?

es geht ja bei integration nicht darum die türkische kultur versickern zu lassen und "deutsch"zu leben(schweinefleisch,dirndl,volksmusik,...)....es geht nur darum sich nicht BEWUSST abzugrenzen und deutschland so wie es ist und wir alle hier leben für bestimmte dinge zu verurteilen...ich liebe die türkei und die türkische kultur sprache alles und ich kann durchaus verstehen,dass man sich danach sehnt...ich vermisse die türkei ja selbst und überlege auszuwandern!nur finde ich es halt sch... wenn manche sich bewusst abgrenzen und deutschland schlecht machen und sich mehr und mehr eine parallelgesellschaft bildet!ich freue mich auch darüber,dass es leute gibt,die sich miit deutschland identifizieren und sich hier zu hause fühlen...so wie volkan!ich kann aber auch vollständig die meinung von orient express verstehen und hoffe aber trotzdem dass du dich auch hier zu hause fühlst....;)

und was heißen die texte von alev und volkan?kann mal jemand übersetzen...
 

smeng

New Member
AW: Wer bin ich?

ich hab mir mal die mühe gemacht und den text von izmirlialev übersetzt:

Zitat von izmirlialev:
also volkan..... senin yazdiklarin veya baskalarin ne düsündügü beni hic ama hic ilgilendirmiyor.... su an ben 1 senedir türkiyede yasiyorum ve calisiyorum ve HIC de almanci olarak görmüyorlar..... almanlarin yapmadiklarini benim milletim bana yapti.... kucak acti beni kabul ettiler tamam mi.... cok seviyorsan almanyayi ve yasantisini ve almanlarini o zaman onlar gibi ol.... türk bayragimizi oraya koyup sonra türkiyeyi elestirip ben türküm yok göz yaslarim akiyor demek le malesef olmuyor......o zaman o resmi cikar ve su alman bayragini koysana....nasil olsa onlar gibi düsünüyorsun hatta ve hatta rüyalarin bile almanmis....eeee daha ne duruyorsun koysana..... türkiye de olup biten bu söz konusu degil....her yerde olay var..... eger ecelin geldiyse sende bomba dan vefat edersin.... senin yerinde olsam böyle büyük konusmam.... burada da yeterince olay oluyor.... bilmem anlatabildim mi.....aman ne vorteil benim icin almanya gibi yerde yasamam baksana onun icin orada degilim....... ben onlarin hic birseyini istemiyorum....hem ailem buraya gelirken kimse bana sormadi..... burada dünyaya geldiysem benim sucum degil....sen kendini mutlu hisset bana neeee........ hayir alman vatandasi degilim aman ALLAH KORUSUN....... so jetzt reicht es...... haaaa sen tatilini git ostsee de yap tamam.... bomba patliyan yerlerde isin yok dimi..... hem sehit olanlar vatan icin sehit olmuslardir....sen onu birak sen askerligini bile yapmamisindir birde kalkip türkiyeyi bana anlatiyorsun..... neyse kendine iyi bak... almanya da iyi bombasiz günler.....

also volkan das was du geschrieben hast und was andere (hier) denken interessiert mich ganz und garnicht. ich lebe jetzt seit einem jahr in der türkei und arbeite auch hier und ich werde nie als "ALMANCI" angesehen. das was die deutschen für mich nicht tuen konnten, haben meine landsleute getan. sie haben mich mit offenen armen empfangen, sie haben mich akzeptiert, verstehst du mich. wenn du deutschland, das leben in deutschland und die deutschen so sehr liebst, dann sei so wie sie. unsere türkische flagge als anzeigebild hinzustellen und dann aber uns zu kritisieren und zu sagen, "mir kommen die tränen", ja so einfach ist das leider nicht. dann tu doch das bild raus und stell die deutsche nationalflagge rein, denn wie es ausschaut denkst du ja wie die deutschen und sogar deine träume sind deutsch. ja was wartest du denn noch, ändere es doch. was in der türkei geschieht und geschehen ist, steht hier nicht zur diskussion, überall passieren dinge. und sollte dein ende gekommen sein, dann wirst auch du an einer bombe dein leben verlieren. wenn ich an deiner stelle wäre, würde ich nicht so große töne spucken. hier passieren auch genügen schlechte dinge, ich weiss nicht ob ich mich verständlich machen konnte. ach was für einen vorteil hab ich denn in einem land wie deutschland, da möchte ich nicht leben, schau doch ich bin doch nicht deswegen dort. ich möchte nichts von ihnen. als meine eltern nach deutschland gekommen sind, hat mich keiner gefragt. das ich hier auf die welt gekommen bin, ist nicht mein verschulden. fühl du dich wohl, es interessiert mich nicht. und nein ich bin nicht deutscher staatsbürger, gott bewahre. so jetzt reicht es. ah und gehe deinen urlaub an der ostsee machen, ok. an orten wo bomben explodieren, hast du nichts verloren, nicht wahr. und die gefallenen sind für ihr/das land gefallen. aber vergiss das, du hast doch sicher nicht mal deine wehrpflicht erfüllt und erklärst mir die türkei. na ja was solls, machs gut. wünsch dir eine bombenlose zeit in deutschland.
 

cafedelsol

Gesperrt
AW: Wer bin ich?

Das habe ich mal gefunden, denke es passt hier ganz gut rein

Kampagne im Fernsehen: Du bist Deutschland

Eine Stellungnahme von einem Türken zu dieser Kampagne
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Wahrscheinlich sind es die gleichen Medien, die in den letzten Jahren für
Fremdenhass und Kriegstreiberei in Deutschland eingetreten sind.

Bild, Spiegel und Konsorten.

Jetzt machen wir einfach paar hübsche Spots mit sogar Ausländern drin und
spielen die bunte heile deutsche Welt.

Und morgen kommst du trotzdem nicht in ihre Diskotheken und in ihre Cafes
und siehst an der Tankstelle schon weitem die Schlagzeile der Bild, dass
Du Türke Schuld an der Neuwahl bist, an der Wirtschaftsmisere, an der
Pisa-Studie, an Hartz 1-4, an ALG 1-5 und an der Verfettung der Deutschen
durch Döner.

Dann zerren die Deutschen wieder paar Moslems(Terrorverdächtige) aus ihren
Moscheen (Terrorzellen), zeigen dir vor der Sommersaison täglich
Fernseh-Reportagen, wie deutsche Urlauber für ihren Türkei-Urlaub, den sie
für 3,50EUR gebucht haben, entsetzt nur 4 Sterne-Hotels bekommen haben.

Wie sie einen Deutschen wieder in der bösen Türkei verhaftet haben, weil
er Kulturgüter raus schmuggeln wollte ("Der Stein gehört doch meinem
siebenjährigen Sohn und die vier Kilo Kokain meiner zweijährigen
Tochter").

Und wie mies die türkischen Flugzeugen gewartet werden. Aber wenn danach
griechische und italienische Flugzeuge vom Himmel fallen, sind die
Deutschen still.

Du bist nicht Deutschland, Du bist Türke!

Mousse T ist Hannoveraner, Erol Sander Münchner, Cem Özdemir Schwabe, aber
der
U-Bahn-Schubser, der ist ein Türke.

Die deutschen Medien haben mit unterschwelligen Berichten dafür gesorgt,
dass über den Türken nur negativ berichtet wird. Ganz Europa kann brennen,
es kann gemordet, vergewaltigt und gehetzt werden, aber im Spiegel-Online
kann man großformatig lesen, wie ein Schaf in der Türkei vom Dach gefallen
ist. (Kein Scherz)

Wir Deutschen verdrehen alles, wie es uns passt. Wir erfinden Lügen,
manipulieren, lassen Wahrheiten weg.

Wir Deutsche wissen nicht wo Armenien liegt, haben eigentlich noch nie von
ihnen gehört, wissen nicht welche Sprache sie sprechen, was sie essen und
was sie an Kultur zu bieten haben, aber für den Völkermord an ihnen könnt
doch nur ihr Türken in Frage kommen.

Da sagen wir auch nicht, dass es die Osmanen waren sondern ihr Türken. Wir
sagen schließlich auch nie, dass die Deutschen an der ganzen Scheiße im
zweiten Weltkrieg Schuld sind. Das waren die Nazis. Ein oder zwei Wörter
vertauschen und alles klingt ein wenig anders.

Wir schicken Reporter durchs ganze Land und lassen Dönerbuden nach
Reinheit untersuchen, die fünfzig sauberen zeigen wir dir nicht, den
einundfünfzigsten, den wir dreckig vorfinden hauen wir dir um die Ohren.

Wir zeigen dir auch nicht die Millionen Touristen, die zufrieden aus ihrem
Türkei-Urlaub zurück kommen, wir zeigen dir die zwei Touristen, die
unzufrieden waren.

Wir werfen Euch vor, dass in der Türkei seit zwanzig Jahren keine einzige
Kirche gebaut wurde, dass es über 970 Kirchen für die paar Christen in der
Türkei gibt, verschweigen wir.

Wir werfen euch vor, dass ihr den griechischen Teil von Zypern nicht
anerkennt, aber dass der türkische Teil von Griechenland auch nicht
anerkannt wird, lassen wir weg.

So verdrehen die Medien alles und setzen unseren Konsumenten ein
vorgefertigtes Bild des Türken vor.

Und da glaubt ihr immer noch, dass IHR Deutschland seid?
 

marleen

Member
AW: Wer bin ich?

also den letzten beitrag finde ich etwas zu krass...denn ich würde niemals behaupten die deutschen wären nicht am2.weltkrieg schuld gewesen!und ich würde auch niemlas türkischen oder russischen,egal wem schuld an pisa,hartz4,etc geben...es hat nie einer allein schuld!deutschland hat fehler gemacht aber auch diejenigen die sich bewusst abgrenzen machen fehler...und ich würde mir sehr wünschen,dass endlich auf beiden seiten dafür GEARBEITET wird ein "WIR"gefühl zu stande zu bringen...
alev du hast glaube ich das thema verfehlt...es ging um die frage "wer bin ich?" und fragen,die ich gestellt habe an uns hier im forum...es geht hier aber nicht darum andere wegen ihren gefühlen/meinungen zu verurteilen oder zu streiten.ich verstehe nicht warum du so ausflippst und ich glaube,ohne dir zu nahe treten zu wollen,dass genau durch deine reaktion gezeigt wird wie sich menschen bewusst nicht integrieren wollen...oder gegen "wir" kämpfen.du brauchst auch nicht die typisch deutschen vorurteile rauskramen vonwegen urlaub an der ostsee...denn es verlangt ja auch keiner,dass alle türken hier zu lande christen werden,schweinefleisch essen und volksmusik hören...
ich habe alle türken als sehr gastfreundlich und offen kennengelernt,hier wie in der türkei und ich verstehe nicht warum du so aggressiv bist...aber wenn das deine meinung ist auch ok...finde es nur schade
ja da ist noch einiges zu tun aber wenigstens fühlen sich ein paar von euch hier zu hause und gehen als gutes beispiel für "WIR ALLE sind deutschland"voran...natürlich gibts da auch auf deutscher seite noch viel zu tun zwecks neo-nazis usw...aber des wäre jetzt zu lang...
 

Volkan72

New Member
AW: Wer bin ich?

Danke Dir Smeng das Du dir die Mühe gemacht hast den Text zu übersetzen! So wie mir scheint, seit ihr nicht gerne in Deutschland! Bedanke Dich nur bei Alev für ihren Text! Bedanke Dich bei allen die in Deutschland leben aber das Land doch so sehr hassen! Wir Türken tragen einen Teil bei, das Vorurteile herschen! Mein Freundeskreis besteht hauptsächlich aus Türken, mein Essen, meine Musik, meine Sprache türkisch! Ich halte auch mit Stolz meine Fahne hoch, schaue mir die Länderspiele unserer Nationalmanschaft an und bin Stolz wenn sie gewinnen! Ich habe aber auch soviel Courage sagen zu können das ich gerne in Deutschland lebe, das ich den deutschen Pass besitze und zu dem stehe! Ja, immer alles mit Füßen treten was anders ist, was uns nicht in den Kram passt! Du, ihr schärrt auch alles über einen Kamm und beklagt euch wenn es die Deutschen mit uns machen! Integration wird von euch nicht verstanden! Ich finde es sehr erstaunlich, wo ihr doch gebildet seit, das ihr so denkt! Es geht nicht in meinen gesunden Menschenverstand! Dieser Thread trifft so langsam seine Überschrift! Wer wir sind, ihr seit, ich bin, kommt so langsam raus! Da kann ich nur sagen, zurück ins 19. Jahrhundert!

Volkan
 

smeng

New Member
AW: Wer bin ich?

fakt ist einfach, man wird nicht zu hundertprozent akzeptiert. für mich ist das grund genug, das land nicht hundertprozent zu lieben. mir ist jeglicher komfort unwichtiger als ein gesundes miteinander. ich halte nach wie vor nichts von tatsachenverwischung.

lg

ps: versteht mich bitte nicht falsch, selbstverständlich ist der größte teil der deutschen, denen ich tagtaglich begegne so wie ich es mir wünsche, nur leider halt der größte teil und nicht alle. deswegen habe ich auch den begriff "hundertprozent" gewählt.
 
A

Anouk

Guest
AW: Wer bin ich?

Volkan, ich denke nicht, dass Smeng den Text von Alev übersetzt hat, um Dich zu ärgern oder den Inhalt in allem gutzuheißen - der Punkt ist einfach, dass auch Analphaturken wie ich dieser Diskussion gerne folgen würden und einen Text in deutscher Sprache schlicht wesentlich besser verstehen. Für diese Mühe bin sehr wahrscheinlich nicht nur ich sehr dankbar! ;)

Was das nicht 100%ig akzeptiert werden betrifft: das Dilemma, fürchte ich, tritt überall auf, wo jemand aufgrund seiner Eigenschaften, seines Aussehens, seiner (womöglich besseren) Bildung, Sprache, Umgangsformen und/oder kultureller Bräuche irgendwie als "anders" empfunden wird. Wobei dieses Anderssein, wenn man's konsequent zu Ende denkt, ja jeden Menschen betrifft; jeder Mensch unterscheidet sich von anderen Menschen (sofern er/sie nicht geklont ist). Es gibt, zugegeben, Länder, die sich mit der Integration von Migranten erheblich leichter tun als Deutschland, zumal Integration (rebel hat auf den Unterschied, glaube ich, auch weiter oben schon hingewiesen) hierzulande oft mit Assimiliation verwechselt bzw. gleichgesetzt wird. Das nervt, verständlicherweise, aber: ich glaube, es spielt auch eine Rolle, in welcher Gegend, in welchem Umfeld man lebt. Es ist ja kein Zufall, dass z.B. im Ruhrgebiet (sowieso traditionell ein riesiger Schmelztiegel) oder in Berlin große türkische Communities existieren - die Leute dort, wage ich zu behaupten, sind tendenziell wesentlich zugänglicher, kontaktfreudiger und mit Sicherheit viel toleranter im Umgang mit "Zugereisten" als in etlichen anderen Landstrichen.
Unter bodenständigen Pappenheimern in Kleinkleckersdorf in der holsteinischen Schweiz wäre selbst ich (Deutsche, deutscher Pass, alleinerziehend und einiges mehr): nur mit Müh und Not gelittene Außenseiterin. Exotin. Und warum? Nun, weil ich zum Beispiel nicht bereit wäre, jeden Sonnabend, Dienstag und Donnerstag den Gehweg zu fegen und die Rasenkanten mit der Nagelschere zu stutzen, weil ich z.B. weder Zeit noch Lust hätte, meine Nachbarinnen unentwegt zu wichtigen Ritualen wie Kaffee und selbstgebackenem Kuchen einzuladen, weil ich Schützenfeste und ähnlich (typisch deutsche?) Folkloreveranstaltungen bevorzugt schwänzen würde... usw. usf.

Das war jetzt sicher ein wenig überspitzt, aber versteht Ihr, worauf ich hinauswill?
Man wird nirgendwo, auch nicht im eigenen Land, 100%ig akzeptiert. Ich glaube, das ist eine Illusion, eine Sehnsucht. Heimat ist da, glaube ich, wo es einem vergleichsweise am besten geht, wo man den Postboten kennt, Freunde hat, einigermaßen in Frieden leben kann. Das finde ich schon sehr viel. Früher hab ich mich oft gefragt, wo ich hingehöre; ich wußte es nicht. Die Frage hat sich erst erledigt, als ich kapierte: der Wunsch nach 100%iger Zugehörigkeit, irgendwohin daheim zu sein, jederzeit heimkehren zu können, ist völliger Quatsch, solange ich in mir selbst nicht zu Hause bin. Das funktioniert nicht.
Erst umgekehrt wird ein Schuh draus, glaube ich. Und ein vermeintliches oder tatsächliches "Anderssein" ist ja kein Makel, im Gegenteil, so lange es nicht zu Lasten aller anderen geht. Irgendjemand wird sich immer daran stören, dass man vermeintlich nicht kompatibel ist. Angeblich nicht dazu passt. Aber mal ganz ehrlich: Was sind das dann für Leute? Muss man sich davon beeindrucken lassen? Die Welt durch deren verengte Brille betrachten? Womöglich befürchten, dass alle so denken?
Nö! Der Eine, der anders denkt, und es gibt immer (mindestens) einen, der anders denkt, egal wo: auf den kommt es an! Jedenfalls mir. Solche Menschen wiegen 100 andere auf, mit Leichtigkeit. Und solche Menschen findet man überall auf der Welt, auch in der Türkei, auch in Deutschland. Und man nennt sie: Freunde.

Iyi aksamlar,

anouk :)
 

Volkan72

New Member
AW: Wer bin ich?

Hallo Anouk und liebe Forum Mitglieder,
das mit dem danke für den Text übersetzen war auch so gemeint von mir! Da dieser Thread auch so langsam seinen Ursprung verliert denke ich es gut sein zu lassen mit meinen Beiträgen in diesem Thread. Dieses ist alles zu persönlich geworden! Dennoch finde ich es sehr interessant, wie doch die Abschweifung zu beobachten ist!
Es ging doch eigentlich gar nicht darum, das wir dieses Land lieben, das wir " Hundertprozentig " akzeptiert sind! Es ging lediglich darum, wer wir sind! Da wird jede Aussage gleich verdreht oder Missverstanden! :confused:
Aber ich glaube liebe Anouk, du hast es auf den Punkt bringen können. ;-)

LG
Volkan
 
M

mar

Guest
AW: Wer bin ich?

Zitat von Anouk:
[...] Wobei dieses Anderssein, wenn man's konsequent zu Ende denkt, ja jeden Menschen betrifft; jeder Mensch unterscheidet sich von anderen Menschen (sofern er/sie nicht geklont ist). [...] Unter bodenständigen Pappenheimern in Kleinkleckersdorf in der holsteinischen Schweiz wäre selbst ich (Deutsche, deutscher Pass, alleinerziehend und einiges mehr): nur mit Müh und Not gelittene Außenseiterin. Exotin. Und warum? Nun, weil ich zum Beispiel nicht bereit wäre, jeden Sonnabend, Dienstag und Donnerstag den Gehweg zu fegen und die Rasenkanten mit der Nagelschere zu stutzen, weil ich z.B. weder Zeit noch Lust hätte, meine Nachbarinnen unentwegt zu wichtigen Ritualen wie Kaffee und selbstgebackenem Kuchen einzuladen, weil ich Schützenfeste und ähnlich (typisch deutsche?) Folkloreveranstaltungen bevorzugt schwänzen würde... usw. usf.

Das war jetzt sicher ein wenig überspitzt, aber versteht Ihr, worauf ich hinauswill?
Man wird nirgendwo, auch nicht im eigenen Land, 100%ig akzeptiert. Ich glaube, das ist eine Illusion, eine Sehnsucht. Heimat ist da, glaube ich, wo es einem vergleichsweise am besten geht, wo man den Postboten kennt, Freunde hat, einigermaßen in Frieden leben kann. Das finde ich schon sehr viel. Früher hab ich mich oft gefragt, wo ich hingehöre; ich wußte es nicht. Die Frage hat sich erst erledigt, als ich kapierte: der Wunsch nach 100%iger Zugehörigkeit, irgendwohin daheim zu sein, jederzeit heimkehren zu können, ist völliger Quatsch, solange ich in mir selbst nicht zu Hause bin. Das funktioniert nicht.
Erst umgekehrt wird ein Schuh draus, glaube ich. Und ein vermeintliches oder tatsächliches "Anderssein" ist ja kein Makel, im Gegenteil, so lange es nicht zu Lasten aller anderen geht. Irgendjemand wird sich immer daran stören, dass man vermeintlich nicht kompatibel ist.

anouk :)

anders sein "anders auffallen" in den augen anderer- wer kennt das nicht...reicht es pechschwarze haare zu haben, reicht es schwarze augen zu haben, reicht es schräge klamotten zu tragen, reicht es anders zu sprechen, reicht es einen hut zu tragen reicht es anders zu denken....
ja all das , jedes für sich, könnte reichen , das man anders "aussieht" , auffällig wird , angeschaut wird...da ist in den augen der mitmenschen , weil jeder mensch anders ist- einzigartig
das andersein macht es doch , das man wahrgenommen wird . wenn man in sich selbst zu hause ist , wertet man dies anderssein als etwas positives, denn es ist eine stärke, dieses individuelle... fühlt man sich jedoch nicht mit sich selbst im lot, ist es eigentlich egal , wo man lebt- es würde nie das glück auf erden sein, würde man immer mit sich selbst hadern... kompatibel kann man nicht mit jedem menschen sein ( jedem menschen recht getan ist keinem menschen gut getan.... von ;-) ma )
auch als deutsche ist man "fremd" unter deutschen- da reicht es mitunter schon hochdeutsch zu sprechen , dass man eine andere zeitung liest , es reicht schon, dass man anders denkt und dies auch ausspricht ( diese groß aufgerissenen augen und offene münder kennt man in den verschiedensten situationen...) selbst in partnerbeziehungen wird man immer in einem punkt "fremd" bleiben, weil es immer etwas unaussprechliches gibt zwischen menschen, und genau dieses unaussprechliche , unergründliche ist es , was diese suche nach uns selbst mobilisiert ... reaktionen, handlungen , worte- selbst nach jahren des sich "kennens" kann ein mensch plötzlich "fremd" erscheinen...
und wie hier , so ist es auch im ganz normalen alltag : dieses "sich fremdfühlen" macht etwas , was vielleicht unmerklich geschieht. man kann sich aus diesem gefühl heraus selbst kennenlernen, seine eigene toleranzgrenze und seine eigenen selbstwertgefühle neu definieren und stärken. Diese subtilen veränderungen in uns selbst , auch das "mit sich selbst fremdfühlen" ist eine spannung, die das leben mit sich bringt. Wie du schon schreibst, anouk, man ist mitunter ein aussenseiter , ein exot aus den schier unmöglichsten gründen...und von aussen kann man manchmal sehr gut den inneren kern der sache entdecken... und innen sind , wie schon angedeutet, wir selbst.

mar
 

smeng

New Member
AW: Wer bin ich?

Zitat von Anouk:
Was das nicht 100%ig akzeptiert werden betrifft: das Dilemma, fürchte ich, tritt überall auf, wo jemand aufgrund seiner Eigenschaften, seines Aussehens, seiner (womöglich besseren) Bildung, Sprache, Umgangsformen und/oder kultureller Bräuche irgendwie als "anders" empfunden wird.

zwischen "etwas anders empfinden" und abstoßen ist schon ein großer unterschied. hunderprozent ist natürlich SEHR theoretisch und irgentwo auch irrsinnig. ich meinte halt, es kommt ZU oft vor, dass man sich nicht willkommen fühlt. so was täglich zu erleben, kann ich euch sagen, ist kein schönes gefühl. ich weiß, dass ich in der türkei wegen meines aussehens nicht diskriminiert werde. ich hab genauso viel anrecht auf ein leben in meiner heimat wie jeder andere auch, sowas kommt nicht vor, dort drüben begegnet man anderen problem, aber nicht solchen.

@volkan: bedankt hab ich mich bei alev für ihre aussage bezüglich des almanci-seines. was das angeht kann ich euch, genauso wie sie, nicht zustimmen. ich weiß nicht warum man mich wegen meiner deutschen vergangenheit diskriminieren sollte, mir ist es bis jetzt nicht passiert und ich bezeifle, dass es, vielleicht bis auf ein paar ausnahmen, jemals passieren wird.

natürlich wird man auch im eigenen land nicht zu 100% akzeptiert, aber halt aus anderen gründen, die wie ich finde nicht so schlimm sind, wie eine diskriminierung wegen der herkunft in einem land, in dem man zu gast ist.

na ja life goes on...vielleicht ändert sich für mich etwas in naher zukunft ;)
 
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