AW: wie kann man einen Menschen vergessen?
ja es war unüberlegt, unkorrekt, etc. ... und ja ich hatte nix dagegen schwanger zu werden... ich würde niemalsnicht abtreiben unter keinen Umständen... das ist alles saublöd, aber in dem Moment konnt ich nicht anders, hätte alles getan ihn zu halten.
Emmelie, ich kann mich guppy, feshak und kayserilikiz nur anschließen. Und Sommersonne und russini, die sinngemäß schrieben, dass Du den Vater nicht anzugeben brauchst.
Trotzdem bin ich der Meinung, dass ein Kind auch ein Recht auf seinen Vater hat: In Deinem Fall ein desinteressierter Mann, von dem vollkommen fraglich ist, ob er die Vaterrolle angesichts Eures flüchtigen Verhältnisses überhaupt annehmen und akzeptieren würde. Vermutlich nicht. Mit Pech wirft er Dir noch Stöcker zwischen die Beine.
Du schreibst, Du kannst Dir nicht vorstellen abzutreiben. Okay, das ist ein respektabler Standpunkt. Aber frage Dich - und frage es Dich wirklich! -, ob Du stark genug bist, ein Kind trotz dieser mehr als ungünstigen Startbedingungen so sehr zu lieben, dass Du ihm nie, nie anlasten wirst, seinem Vater unter Umständen ähnlich zu sein und Dich in Deinen Selbstentfaltungsmöglichkeiten (privat und beruflich) zu beschränken. Denn das wird automatisch so sein.
Ein Kind ist keine Aufgabe für die ersten paar Jahre, sondern für immer, auch über die Volljährigkeit hinaus. Die lebenslange Bindung bleibt, somit auch die Erinnerung an den Vater (gleich, welche Rolle oder Nicht-Rolle er spielt). Ein Kind ist ein wunderbares Geschenk, liebenswert, phantasievoll, kreativ und bisweilen fragil und schutzbedürftig wie eine Pusteblume - und es ist auch: Verantwortung, Verpflichtung, viel Arbeit und Selbstbeherrschung im Sinne von Verzicht. Frage Dich, wie es sein wird, wenn Du unter Umständen mit wenig Geld auskommen musst und häufiger total übernächtigt bist, weil das Zwerglein nachts Blähungen hatte, Husten, irgendeinen Infekt. Wirst Du dann noch genau so uneingeschränkt "Ja" sagen?, nicht womöglich bereuen, an einem Wendepunkt Deines Lebens eine sehr leichtherzige Entscheidung getroffen zu haben? Wie viel Unterstützung hast Du?
Wenn man erstmal schwanger ist, ist es leicht, sich
für ein Kind zu entscheiden; es ist das Natürlichste von der Welt. Dafür sorgen schon die Hormone. Aber was das
wirklich bedeutet, merkt man m.E. erst nach der Geburt. Barbara Sichtermann, eine mir sympathische, kluge Frau, hat mal sinngemäß geschrieben: Sich Kinder zu wünschen und darüber zu reden, sei ungefähr so, als höre man in den Nachrichten über ein Erdbeben im fernen China. Aber Kinder zu haben, sei vergleichbar mit einem Beben im eigenen Haus, bei dem man sich manchmal nur noch unter den Türrahmen flüchten oder Schutz unter einem Tisch suchen könne - in der Hoffnung, dass das Haus nicht einstürzt.
Genau so ist es. So empfinde zumindest ich es als seit vielen Jahren alleinerziehende Mom mit einem inzwischen 17-jährigen (der das Gröbste zum Glück hinter sich hat). :wink: