„Ja, eine Welt ohne Prostitution ist denkbar!“

Man kauft sich keinen menschlichen Körper, man bezahlt für Sex. Ob das nun moralisch einwandfrei ist (abgesehen von Widerwärtigkeiten wie Zwangsprostitution und Zuhälterei) muss jeder für sich selbst entscheiden.

Man könnte natürlich mal ganz generell fragen, was das für eine Gesellschaft ist, wo ein Geschlecht einen Geschlechtsakt verkaufen kann und das andere Geschlecht dafür bezahlen muss.

Abgesehen von ein paar Freaks, die vielleicht auf Sex mit Prostituierten stehen, hat doch wahrscheinlich der größte Teil der Freier Druck auf dem Kessel, weil er keinen Partner finden oder seine Frau ihm nicht das bieten kann, was er braucht (oder er zu feige ist, zu fragen).
 
Ich glaube das Problem der gesamten Problematik ist der Fakt, daß meistens die Sexualität als etwas schlechtes, schmutziges und sündenhaftes gesehen wird, welches, wenn überhaupt, nur in festen, wenn nicht gar verheirateten Beziehungen stattfinden darf. Es wird ein moralisches Gedankenkonstrukt über einen Instinkt gelegt, was unnatürlich ist und welches den Menschen krank macht!
Det triffts nich.
Nö!
 
Man kauft sich keinen menschlichen Körper, man bezahlt für Sex. Ob das nun moralisch einwandfrei ist (abgesehen von Widerwärtigkeiten wie Zwangsprostitution und Zuhälterei) muss jeder für sich selbst entscheiden.

Man könnte natürlich mal ganz generell fragen, was das für eine Gesellschaft ist, wo ein Geschlecht einen Geschlechtsakt verkaufen kann und das andere Geschlecht dafür bezahlen muss.

Abgesehen von ein paar Freaks, die vielleicht auf Sex mit Prostituierten stehen, hat doch wahrscheinlich der größte Teil der Freier Druck auf dem Kessel, weil er keinen Partner finden oder seine Frau ihm nicht das bieten kann, was er braucht (oder er zu feige ist, zu fragen).

Alte Männer wollen junge Frauen, gebundene Männer wollen Abwechslung, ungebundene Männer wollen einfach nur Spass oder Action ohne SchnickSchnack und zwischenmenschlichen Aufwand. Ich bin mir jedenfalls ziehmlich sicher, dass es unter den Besuchern von Bordellen, Saunaclubs usw. nicht unverhältnismässig viele "Problemfälle" gibt.

Ich finde die Gesellschaft deshalb grundsätzlich auch nicht schlecht- wie sollte es anders sein? Schlecht finde ich wie schon gesagt die Art und Weise, wie von vielen damit umgegangen wird und was daraus folgt. Insofern habe ich auch Verständnis für die Kritik von Feshak.
 
Du verwahrst dich gegen eine pauschalisierende Täter-Opfer-Einteilung. Das ist in Ordnung. Aber noch ein Mal gefragt: Was glaubst du, wie viele Freier mit einem Trauma, mit physischer und psychischer bis hin Zerstörung aus dem, was sie da tun, heraus gehen und wie viele Frauen, die irgendwann aus diesem Milieu aussteiigen? Ich könnte jetzt keine Zahlen nennen. Aber wirst du mir zustimmen, dass in aller Regel der Anbieter dieser ja angeblich ach so normalen Dienstleistung wie jede andere mehr davon gefährdet ist als der, der sie in Anspruch nimmt?

Das kommt ganz auf die Betrachtungsweise an. Rein karmatechnisch lädt sich der Freier vielleicht noch viel mehr auf. Und was energetisch im Bordell abgeht, bleibt auch beim Freier gewiss nicht ohne Spuren... das sind natürlich Ebenen, für die nicht jeder ein Sensorium hat. Ich aber schon. Und die können wahrlich sehr schwer wiegen.

Ich bleibe dabei, für mich stellen sich die Fragen, bis zu welchen Grenzen man in der Tat auch freie Willensentscheidungen zulässt. Und ich hatte schon Beispiele gebracht, wo das der Gesetzgeber durchaus tut. Und wenn wir mal ohnehin das, was in Fachkreisen unstreitig als Zwangsprostitution anerkannt ist, allseits einvernehmlich außen vor lassen. Dann hätten wir immer noch das Thema Armutsprostitution, was einen großen Teil des Marktes betreffen wird. Und nach wie vor bin ich der Meinung, dass man durchaus überlegen sollte, ob es zulässig sein soll, sich einen menschlichen Körper kaufen zu dürfen.

Wie Blacky schon sagte, kauft man sich keinen Körper, sondern eine Dienstleistung, die mit dem Körper vollzogen wird.

Eigentlich genau so, wie bei jeder Dienstleistung ein Minimum an Körperlichkeit von Nöten ist. Nur dass es hier eben um Sex geht, der schon immer eine belastete Angelegenheit war. Weil die Sexualität eine so enorme (und intime) Kraft ist, die vielen Angst macht. Nicht ganz zu unrecht.

Den Freien Willen gestehe ich dem Menschen dabei in einem gewissen Rahmen zu...aber schon Freud erkannte, dass das Ich nicht (bedingungslos) Herr im Hause ist.

Seltsam finde ich jedenfalls die unterschiedliche Verteilung des Freien Willens in der Argumentation der Prostitutionsgegner: dort haben die Tätermänner anscheinend einen freien Willen, den Opferfrauen hingegen wird er pauschal abgesprochen. Das ist schon eine gewisse Schieflage, die mir auch nicht sehr emanzipiert erscheint.

Was das Thema Armutsprostitution angeht: Nun, da wäre die Politik in ganz anderer Weise gefragt - wenn sie nicht sowieso nur Lobbypolitik betreiben und das Geld in den nimmersatten Rachen der Banken werfen würde...
 
Ich finde die Gesellschaft deshalb grundsätzlich auch nicht schlecht- wie sollte es anders sein? Schlecht finde ich wie schon gesagt die Art und Weise, wie von vielen damit umgegangen wird und was daraus folgt. Insofern habe ich auch Verständnis für die Kritik von Feshak.

Ja, da stimme ich Dir zu! Die ganze Debatte ist notwendig, und jede Stimme hat zunächst einmal ihre Berechtigung, sollte gehört werden. Gefährlich finde ich es allerdings, wenn sie mit der Forderung eines Generalverbots verbunden wird. Das ist genauso unsinnig wie die komplette Deregulierung.
 
Man könnte natürlich mal ganz generell fragen, was das für eine Gesellschaft ist, wo ein Geschlecht einen Geschlechtsakt verkaufen kann und das andere Geschlecht dafür bezahlen muss.

Ich weiß nicht recht. Diese "Dienstleistung" gab es im Sozialismus (nur versteckt), im Kapitalismus, im Mittelalter und Ausgrabungen haben gezeigt das es das auch schon in den Anfängen der Menschheit gab (ab da wo man etwas übrig hatte um diese Dienste zu bezahlen).

Meiner Meinung nach wird es immer Menschen geben die ein sexuelles Bedürfnis haben, was nicht auf anderem Wege befriedigt werden kann. Also wird es immer Nachfrage geben. In schlechten Zeiten wird das Angebot steigen und wahrscheinlich preiswerter werden.

Keine Ahnung ob es jetzt in D mehr Prostituierte gibt als z.B. in den "guten" 60er und 70er Jahren. Gäbe es mehr, dann wäre Deine Frage ja berechtigt.
 
Hier melden sich Freier zu Wort. Nach meinem Geschmack nicht ganz frei von Sarkasmus, wenn nicht gar Zynismus in manchen Punkten, aber dennoch mit ein paar stimmigen Einwänden versehen:


http://freieroffensive.blogspot.de/

Dreizehn Punkte und drei Fragen an A. Schwarzer​
Sehr geehrte Frau Schwarzer,​
in regelmäßigen Abständen wettern und zetern Sie zur besten Sendezeit über Männer, die für Sex bezahlen. Am liebsten würden Sie uns verhaften und in ein kaltes feuchtes Loch stecken. Wir Freier erkennen uns in Ihren Tiraden nicht wieder. Eine Autorin Ihrer Zeitschrift EMMA fragt sogar: „...das Gewissen. Wo wird das eigentlich abgestellt, während der eigene Schwanz im Leib der Frau wütet?“ In der aktuellen Debatte um Paysex werden aktive Sexarbeiterinnen kaum gehört. Und die sogenannten Freier melden sich nicht zu Wort. In Ihrer Kampagne gegen Sex als bezahlte Dienstleistung diabolisieren Sie die Kunden von Sexarbeiterinnen und fordern sogar ihre Kriminalisierung. Um Ihrer schlechten Meinung über uns - Männer, die für Sex bezahlen - etwas entgegenzusetzen, widmen wir Ihnen die folgenden 13 Punkte und drei kurze Fragen:​
[...]​


Ansonsten noch mal der Verweis auf die Initiative "Freier sein", die Aufklärungsarbeit für den respektvollen Umgang von Freiern mit Prostituierten leistet:​

Es existieren wenig Ansätze und Kampagnen, die Freier als Kunden und als eine Zielgruppe ansprechen. Viele Maßnahmen im Rahmen der Prostitution bewegen sich im Bereich der Beratung und Hilfsangebote für Prostituierte, des Opferschutzes und der Strafverfolgung. Männer werden im Zusammenhang mit Prostitution meistens nur als Täter wahrgenommen - vor allem dann, wenn es um Gewalt an weiblichen Prostituierten oder um von Menschenhandel betroffene Frauen geht.​
Selbst mit der Veränderung sexueller Normen und sexuellen Verhaltens verändert sich der gesellschaftliche Blick auf die Prostituierte nur langsam, vom so genannten Zuhälter oder Kunden bisher ganz zu schweigen. Der Blick auf die Freier hat sich in den letzten Jahren nicht wesentlich verändert. Das offene Gespräch darüber und mit Kunden von Prostituierten ist nach wie vor kaum möglich. Es ist zwar irgendwie bekannt, dass die Mehrzahl der Männer mindestens einmal in ihrem Leben die Dienste einer Prostituierten in Anspruch nehmen. Es wird aber nur in Ausnahmefällen offen darüber gesprochen. Die "Unsichtbarmachung" der Freier korrespondiert immer noch mit der der Prostituierten. Das Ganze wird noch durch eine vorurteilsbeladene Berichterstattung der Medien gefördert. Freiertum wird hier einerseits als Recht der Männer dargestellt. Andererseits werden die Freier entweder als alt, fett, hässlich, debil und einsam oder sexbesessen und machtgeil beschrieben. Wir schätzen, dass der Freieranteils an der sexuell aktiven männlichen Bevölkerung bei 20-30% liegt. Die Prostituiertenorganisation Hydra geht von einem Freieranteil von 75% aus.​
Freier sind Männer aus allen Bevölkerungsschichten und allen Altersstufen, verheiratet wie unverheiratet. Sie werden also offensichtlich und fälschlicherweise als Randgruppe angesehen und ausgegrenzt.​
 
Das kommt ganz auf die Betrachtungsweise an. Rein karmatechnisch lädt sich der Freier vielleicht noch viel mehr auf. Und was energetisch im Bordell abgeht, bleibt auch beim Freier gewiss nicht ohne Spuren... das sind natürlich Ebenen, für die nicht jeder ein Sensorium hat. Ich aber schon. Und die können wahrlich sehr schwer wiegen.



Wie Blacky schon sagte, kauft man sich keinen Körper, sondern eine Dienstleistung, die mit dem Körper vollzogen wird.

Eigentlich genau so, wie bei jeder Dienstleistung ein Minimum an Körperlichkeit von Nöten ist. Nur dass es hier eben um Sex geht, der schon immer eine belastete Angelegenheit war. Weil die Sexualität eine so enorme (und intime) Kraft ist, die vielen Angst macht. Nicht ganz zu unrecht.

Den Freien Willen gestehe ich dem Menschen dabei in einem gewissen Rahmen zu...aber schon Freud erkannte, dass das Ich nicht (bedingungslos) Herr im Hause ist.

Seltsam finde ich jedenfalls die unterschiedliche Verteilung des Freien Willens in der Argumentation der Prostitutionsgegner: dort haben die Tätermänner anscheinend einen freien Willen, den Opferfrauen hingegen wird er pauschal abgesprochen. Das ist schon eine gewisse Schieflage, die mir auch nicht sehr emanzipiert erscheint.

Was das Thema Armutsprostitution angeht: Nun, da wäre die Politik in ganz anderer Weise gefragt - wenn sie nicht sowieso nur Lobbypolitik betreiben und das Geld in den nimmersatten Rachen der Banken werfen würde...


Wie gesagt, ich hatte und habe genug mit solchen Mädels zu tun. Wir reden hier von richtig psychisch und physisch KRANK werden. KRANK, verstehst. Und dann komm mir bitte nicht mit so einem Humbuk, sorry, das ist es für mich:), wie Karma und was energetisch in Bordellen abläuft. Omg, ja die armen Freier, wenn ich Zeit habe, bedaure ich sie mal. (Ist schon sehr alt und verbraucht der Spruch, aber triffts.) Wie gesagt, ich verachte Männer, die "sexuelle Dienstleistungen" in Anspruch nehmen zutiefst und das wird sich auch nie ändern.
 
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