Die DDR wollte keine Demokratie sein. Sie wollte eine Diktatur der Arbeiterklasse sein/werden. Deine Überlegungen sind aus diesem Grund falsch und ein Kalkül schon garnicht.
Es war das Kalkül der Stalinisten, ihr angestammtes antidemokratisches Wählersegment in der/den Nachfolgepartei/en der SED zu binden. Eine Rechnung, die nicht aufging - oder vielleicht doch: Im "Rübermachen" ist man ja geübt. Ob links oder rechts: Hauptsache Merkel, der Staat, die Lügenpresse, die Demokratie, die Andersdenkenden und -aussehenden sind weg. Natürlich kann in einer Diktatur kein demokratisches Bewusstsein entstehen. Aber bei aller Skepsis gegenüber der Deutschen Demokratischen Republik hieß sie im Westen nicht Deutsche Diktatorische Republik. Man unterschied zwischen Kommuninismus/Sozialismus auf der einen und Diktaturen auf der anderen, der rechten Seite (allein, um den Ostblock nicht zu verärgern). Aus heutiger Sicht hätte man nicht so vorsichtig mit der Kritik an der Diktatur des Proletariats aus demokratietheoretischer Sicht sein sollen. Das hätte den neuen Bundesländern nach der Wende sicher mehr geholfen als sie in die Rolle der "Zurückgebliebenen" zu drängen, wie
@Msane sich ausdrückte. Eine Form der Stigmatisierung, die weder den politikerfahrenen Stalinisten noch den demokratieinfizierten jungen Kräften aus Berlin, Leipzig und Halle während der Wende gerecht wird. Wenn mich jemand als Zurückgebliebener bezeichnet hätte, hätte ich mich jedenfalls nicht dafür bedankt.