Afghanistan

Berfin1980

Well-Known Member
Erstens das und zweitens werden die Taliban etwas anderes zu tun haben als Maybrit Illner zu gucken
Ich sehe du hast immer noch keine Ahnung wie aktiv die im Netz sind!

@Burebista das freut mich für die junge Helferin vor Ort. ;)

In den Provinzen sieht es anders aus, die einheimischen Hilfskräfte der NGO`s schlafen in den Einrichtungen, die Ärzte z.B. gehen auch nicht mehr auf die Straßen sonst werden sie einkassierrt. Der Aufruf an Frauen zur Arbeit zurückzukehren war ja auch sehr gut publiziert, es kehrten viele zurück (auch in Kabul) sie durften iher Schlüssel abgeben und wurden aus Häusern gejagt oder gleich inhaftiert.
Sobald alle westlichen Mächte Kabul verlassen haben wird ein (oder mehrere) Schlachtfest stattfinden. Es gibt noch einige mutige Reporter vor Ort solange die berichten wird der Weltöffentlichkkeit was vorgemacht.

Wie ich zum KSK stehe weiß jeder denke ich, was die und Team Luftwaffe dort leisten ist gut.....sehr gut. Ich bin gespannt ob der 31. August morgen noch steht.

Vergessen der Schiffmann betet seinen Corona Nazis vor die Flugzeuge in Kabul seien Attrappen :mad:
 

Mendelssohn

Well-Known Member
Gemeint ist, dass der ISI der wahre Herrscher Pakistans sei und vermittelst seiner direkten Verbindung zur Kommandoebene der Taliban nicht nur die pakistanischen Metropolen Karatschi und Lahore, auch große Teile Afghanistans kontrolliert und inzwischen wohl auch Kabul. Möglicherweise hat sich der ISI für die Okkupation Afghanistans durch die Taliban das Placet der Chinesen geholt, auf die du ja immer hinweist. Einen besonderen ökonomischen Gewinn für die Integration Afghanistans in den chinesisch pakistanischen Handelkorridor sehe ich für die Chinesen nicht, vielleicht einen politischen. Die Chinesen werden sich aber auf keinen Fall die Hände in Afghanistan schmutzig machen. Das überlassen sie dem ISI und seinen Verbündeten.
 

Bintje

Well-Known Member
"Der Vorsitzende des Bundes Deutscher Einsatzveteranen, Bernhard Drescher, hat angesichts der Entwicklungen in Afghanistan nach dem Abzug der Bundeswehr vor einer Radikalisierung altgedienter Soldaten gewarnt. "Die Stimmung unter den Veteranen ist grottenschlecht", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Sie hätten das Gefühl, dass ihre Belange "noch nie interessiert" hätten. Angesichts der Bilder aus Kabul entstehe nun der Eindruck, dass ihre Arbeit zunichte gemacht werde. Schließlich ziehe man Schutzkräfte nicht ab, bevor nicht alles Schützenswerte in Sicherheit gebracht worden sei, so Drescher. Und die Helfer der Bundeswehr, also die afghanischen Ortskräfte, würden offenbar nicht für schützenswert gehalten. Die Vorgänge würden "hochemotional aufgenommen". [...] In der Folge entstünden neuerdings rechtsorientierte Gruppen wie "Veteranen 5 n 12" oder der "Veteranen Pool". "Ich mache mir Sorgen, wie sich das weiterentwickelt."



Verdammt. Er bringt auf den Punkt, was ich mir insgeheim schon gedacht habe. Man braucht nicht unbedingt hellsehen zu können, um vorauszuahnen, dass gärender Frust, fehlende Anerkennung und Zugriffsmöglichkeiten auf scharfe Waffen eine potentiell ganz üble Mischung ergeben.

Mal abgesehen von der bitteren Einsicht, dass Deutschland und andere Verbündete ohne US-Unterstützung nicht in der Lage sein werden, den Flughafen von Kabul über den 31. August hinaus zu schützen und Menschen zu evakuieren.
Irgendwo las ich, dass Frankreich Evakuierungsflüge aus logistischen Gründen morgen schon einstellen will ...
Katastrophe, das alles. Ganz, ganz bitter.
 

Mendelssohn

Well-Known Member
Mal sehen, welche der Parteien im anstehenden afghanischen Bürgerkrieg von den allierten Diensten unterstützt werden. Ich wette, es sind die shiitischen Nationalen.
 

Bintje

Well-Known Member
In der Nähe des Flughafens Kabul gab es eine Explosion, es soll auch Gefechte gegeben haben.
Über die Anzahl Getöteter und Verletzter ist noch nichts bekannt.
Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters soll es sich um einen Selbstmordanschlag gehandelt haben.


Näheres erst nach und nach ....
 

Bintje

Well-Known Member
In der Nähe des Flughafens Kabul gab es eine Explosion, es soll auch Gefechte gegeben haben.
Über die Anzahl Getöteter und Verletzter ist noch nichts bekannt.
Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters soll es sich um einen Selbstmordanschlag gehandelt haben.


Näheres erst nach und nach ....

Der Anschlag soll am oder in unmittelbarer Nähe des sog. Abbey Gate verübt worden sein. Momentan ist die Rede von mindestens 13 Toten, überwiegend Einheimischen. Laut türkischem Verteidigungsministerium soll es inzwischen einen zweiten Anschlag an einem hauptsächlich von Ausländern besuchten Hotel gegeben haben.

Die Reuters-Angabe mit dem Selbstmordanschlag stammt angeblich vom Pentagon und ist inzwischen vom US-Verteidigungsministeriums bestätigt worden. Mehrere Geheimdienste hatten zuvor vor Anschlägen gewarnt.
Auf wessen Konto die Bluttaten gehen, ist noch unklar. In den vergangenen Tagen gab es allerdings Spekulationen über entsprechende Planungen eines afghanischen IS-Ablegers (ISIS-K), der mit den Taliban verfeindet ist.
 

Mendelssohn

Well-Known Member
Ich wette es dauert nicht lange und Afghanistan interessiert keinen mehr. (Höchstens wenn sie versuchen sich über A. hinaus zu verbreiten.) Syrien interessiert doch auch keinen mehr.
Die AfD wird sich in zehn Jahren, wenn es die Partei dann noch gibt, noch für die 1000 "Ortskräfte" (was für ein technischer Begriff für menschliche Individuen) interessieren, die aus Afghanistan ausgeflogen wurden. Wenn die erst mal Kinder kriegen, ist jeder zweite Kiosk afghanisch, heißt es laut Alice Weidel. Fakt ist, dass die AfD es auch im Osten schwer haben dürfte, die Handvoll Evakuierten als Bedrohung des Vaterlandes zu verkaufen. Aber die Kunde ist schon unterwegs.
Darüber hinaus: ein recht dünn besiedeltes Land im Hochgebirge, nicht mehr als eine steile Pufferzone zwischen seinen Anrainern mit entsprechend wechselnden Führungsetagen hat die Russen, die IS-Taliban und dann die Amerikaner und Europäer überstanden. Wenn es nicht im afghanischen Gedächtnis bleibt, so doch im Gedächtnis der Großmächte. Sowas wird nicht so schnell vergessen.
 

Berfin1980

Well-Known Member
Auf wessen Konto die Bluttaten gehen, ist noch unklar. In den vergangenen Tagen gab es allerdings Spekulationen über entsprechende Planungen eines afghanischen IS-Ablegers (ISIS-K), der mit den Taliban verfeindet ist.
Scheint so das es die waren.....ich schreibe extra scheint. Warum haben die Taliban eigentlich die ganzen IS und Al-Kaida Gefangen aus den Gefängnissen gelassen?

Biden kündigt Vergeltung an und macht auf reumütig. Mit der Fortführung dessen was Trump ankündigte hat er doch den ganze Shice erst möglich gemacht.

Bravo Sulu Little Joe!
 

Bintje

Well-Known Member
Scheint so das es die waren.....ich schreibe extra scheint. Warum haben die Taliban eigentlich die ganzen IS und Al-Kaida Gefangen aus den Gefängnissen gelassen?

Biden kündigt Vergeltung an und macht auf reumütig. Mit der Fortführung dessen was Trump ankündigte hat er doch den ganze Shice erst möglich gemacht.

Bravo Sulu Little Joe!
Desaster ist Desaster, aber ich finde es hilfreich, sich die von Trump aufgespannte Falle etwas genauer anzuschauen:

Erstens hat Trump die Taliban auf internationaler Ebene salonfähig gemacht.
Zweitens - was damit zusammenhängt - wurde Taliban Co-Gründer Mullah Baradar auf seinen Druck hin aus der Haft entlassen.
Drittens hat er nicht nur den amerikanischen, sondern auch den Abzug der Nato-Verbündeten bis Ende April (!) 2021 zugesagt. Ohne Bedingungen.

Danach hat er zugeschaut, wie die von ihm gepushten Taliban wieder erstarkten.
Die Rückkehr von Trumps Protegé Baradar nach Afghanistan glich einem Triumphzug. Der gilt nun als designierter Regierungschef.

Welche realistischen Optionen hatte Biden? Die Entwicklung umzukehren? Den Friedensvertrag auszusetzen?
Für ungültig zu erklären und neu zu verhandeln?
Damit hätte er sich weitaus mehr als einen innenpolitischen Aufschrei bei den kriegsmüden Amerikanern eingehandelt.
Mehr noch: Auch die Nato-Alliierten - darunter Deutschland -, die Trumps Vertragswerk nur abnicken durften, waren an der Fortsetzung des Einsatzes nicht interessiert und begrüßten das sogenannte Friedensabkommen in unterschiedlich zitronesüßen Floskeln.
Der Abzug war eine im im US-Alleingang von Trump beschlossene Sache.
Nur der Zeitpunkt (Ende April) wurde unter Biden nach hinten verschoben. Und im Ergebnis des Ganzen kriegt er jetzt die Dresche.

Ich bin weit davon entfernt, Biden zu verteidigen, aber in dieser - unter Trump festgelegten - Situation konnte er tatsächlich nur Fehler begehen.
Alles Weitere (Evakuierung und Aufnahme von Ortskräften sowie anderen Flüchtenden) sind nur Details: Aber Details, die m.E. auch in Deutschland versiebt und verpennt wurden. Trumps Abkommen war bekannt, nicht nur im Auswärtigen Amt. Inklusive Zeitplan.
Und trotzdem gebärdeten, nein: gebärden sich (fast) alle Beteiligten, als seien sie völlig überrascht worden.
Punktgenau vorbereitet waren, so scheint's, nur die Taliban.

Mich wundert nicht, dass Biden in Reaktion auf die Anschläge mit einem Vergeltungsschlag droht. Typisch USA, alles andere wäre erstaunlich.
Und was soll er ersatzweise tun? Tee trinken mit den Taliban, die durch die Attentate in ihrem Nation-building gestört wurden?
Passt auch nicht so ganz. ;) *Ironie off*
Der IS hat sich nach Angaben von Prof. Peter Neumann, Extremismusforscher am King's College London, offiziell zu den Anschlägen bekannt.
Verhakte, ganz schwierige Situation - und für die Menschen in Afghanistan noch übler als alles bisherige.

ps Zur Perspektive der Nato nach dem Afghanistan-Desaster hat Bettina Gaus einen, wie ich finde, hervorragenden Kommentar geschrieben.
 
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