Brexit - das Phantom

Dieses Thema im Forum "Politik- und Geschichtsforum" wurde erstellt von Mendelssohn, 3 Mai 2017.

  1. Alubehütet
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    Alubehütet Well-Known Member

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    Die ZEIT hat mal ein paar britische Artikel über die DUP gelesen.

    Die DUP hat in Nordirland in zehn Wahlkreisen die Mehrheit erringen können, entsprechend stellt sie auch zehn der 650 Abgeordneten im britischen Unterhaus. [Der May fehlen acht.] DUP-Chefin Arlene Foster kündigte bereits am Tag nach der Wahl an, dass ihre Partei eine Minderheitsregierung von Theresa May unterstützen werde, um "Stabilität für unsere Nation" zu schaffen.

    [...]

    Die DUP hat etwa dafür gesorgt, dass Ehen von gleichgeschlechtlichen Paaren in Nordirland nicht möglich sind, anders als im Rest des Landes. Auch ansonsten stellt sich die DUP regelmäßig gegen die Rechte von Homosexuellen. Einflussreiche Mitglieder der DUP bezeichneten Schwule als "abnormal" und "widerlich".

    [...]

    Auch Abtreibungen sind in Nordirland verboten, mit nur sehr wenigen Ausnahmen. Auch hier spielte die DUP eine wichtige Rolle, sie blockierte die Lockerung entsprechender Gesetze. Das hat die Folge, dass tausende Nordirinnen woanders hinreisen mussten, weil sie eine Abtreibung brauchten.

    Auch in vielen anderen Politikbereichen vertritt die Partei eher erzkonservative oder rechtspopulistische Positionen. So forderten etwa 2011 fünf DUP-Abgeordnete die Wiedereinführung der Todesstrafe. Zudem gibt es in der Partei zahlreiche Leugner des menschengemachten Klimawandels und auch Kreationisten, also Ideologen, die die Evolutionslehre ablehnen.


    [...]

    Zwar ist die nordirische Partei prinzipiell für den Brexit. Sie ist aber gegen die Schließung der Grenze zur Republik Irland. Schließlich ist Nordirland stark vom Handel mit dem benachbarten EU-Mitglied abhängig. Auch verlangt sie von der Regierung in London Ausgleich für wegfallende EU-Gelder, etwa für die Landwirtschaft und die Fischerei. Zudem möchte die DUP erreichen, dass weiterhin Menschen aus der EU in Nordirland arbeiten können. Im Wahlprogramm der DUP steht, sie wolle weiterhin auf einfachem Weg mit der Irischen Republik und der EU handeln, weiterhin die EU-Reisefreiheit ohne Grenzkontrollen nutzen. Die DUP will insgesamt Sonderbeziehungen mit Irland und ein großzügiges, umfangreiches Freihandels- und Zollabkommen mit der EU erreichen. Irische Unternehmen sollen keine höheren Kosten durch den Brexit aufgebürdet bekommen.

    http://www.zeit.de/politik/ausland/...erministerin-minderheitenregierung-nordirland

    Einen Wikipedia-Artikel gibt es natürlich auch.

     
    Zuletzt bearbeitet: 11 Juni 2017
  2. EnRetard
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    EnRetard Well-Known Member

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    Ich muss im Nachhinein zugestehen, dass Corbyn mit seiner ruhigen, freundlichen und vor allem vertrauenerweckenden Art einen grandiosen Wahlkampf geführt hat. Die Karrieristen, die bei der Urwahl um den Labour-Vorsitz unterlagen und die danach vergeblich versuchten, Corbyn wegzumobben - ich meine z.B. Yvette Cooper und Liz Kendall - hätten sicher wesentlich schlechter abgeschnitten, aber was wäre z.B. mit dem EU-Befürworter David Lammy? Dass Lammy schwarz ist, ist in GB kein großes Hindernis mehr: In Battersea und sogar in Peterborough, wo es nur 2% Schwarze gibt, nahmen schwarze Kandidatinnen Tories die Parlamentssitze ab.
     
  3. Mendelssohn
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    Mendelssohn Well-Known Member

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    Und die Frage bleibt: warum und wozu das ganze Theater? Worin ist der wirtschaftliche Fortschritt des EU-Austritts GB's zu sehen? Das ist mir immer noch nicht klar.
    Den Tories wahrscheinlich auch nicht. Eigentlich wollte den Brexit ja keiner. Man wollte nur ein wenig drohen und ein paar Vergünstigungen rausschlagen.
    Der Bluff ging nach hinten los.
     
  4. Mendelssohn
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    Mendelssohn Well-Known Member

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    Das zweite vielleicht nicht, weil May nicht über die Runden kommen wird.
     
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  5. EnRetard
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    EnRetard Well-Known Member

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    Ja, mit der DUP als Mehrheiitsbeschafferin wird es anscheinend nichts, weil Ruth Davidson, die fröhliche Lesbe aus Schottland, sich von den Spinnern von der DUP nicht ihre Hochzeit vermiesen lassen will. :rolleyes:
     
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  6. Alubehütet
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    Alubehütet Well-Known Member

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    Die Franzosen aber haben es richtig gemacht :)

    So viele waren eigentlich gar nicht so begeistert von Macron, aber auf ihn ist es nun mal hinausgelaufen, und darum kriegt er jetzt alles, was er braucht, soll er mal machen. :)

    Ich weiß nicht. Eine Partei von lauter Amateuren direkt in die Regierung. Aber richtig ist das.
     
  7. Mendelssohn
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    Mendelssohn Well-Known Member

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    Einzig von ihrem Brexit-Berater erhält May Rückendeckung. Doch auch Davis hält inzwischen eine Verzögerung des Verhandlungsbeginns für möglich.
    http://www.spiegel.de/politik/ausla...abgeordneten-fuer-wahldesaster-a-1151807.html
    Ohne Regierung können die Austrittsverhandlungen wohl nicht begonnen werden.
    Auch nicht mit einer Regierung, die den Brexit nicht will.
     
  8. Msane
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    Msane Well-Known Member

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    Ich hoffe die Briten verlieren die Lust am Brexit und es wird in letzter Minute noch irgendwie verhindert.

    Europa muss geeint auftreten, und die Briten gehören dazu.
     
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  9. Mendelssohn
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    Mendelssohn Well-Known Member

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    Am Montag sollen die Brexit-Verhandlungen beginnen.
    http://www.spiegel.de/politik/ausla...ssbritannien-starten-am-montag-a-1152350.html
    Allerdings scheint es keine road map zu geben, denn ob weicher oder harter Brexit ist noch gar nicht geklärt.
    Verhandlungen beginnen, bevor man weiß, was man will, ist nicht ratsam.
     
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  10. Msane
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    Msane Well-Known Member

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    Also ich glaube noch nicht an einen harten Brexit, das wäre sowas von fahrlässig, ich suche da auch noch den Vorteil den die Briten davon hätten, hab bisher keinen gefunden.


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