Coronavirus Covid-19 ---- Sind die Maßnahmen angemessen?

Dieses Thema im Forum "Aktuelle Ereignisse" wurde erstellt von EnRetard, 23 Februar 2020.

  1. sommersonne
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    sommersonne Well-Known Member

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    Das ist schon ein Problem. Die meiste Ansteckung in Altenheimen passiert ja eben durch das Personal und da kann nicht unbeaufsichtigt herumlaufen auch schon die Ansteckung bedeuten.
     
  2. Bintje
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    Bintje Well-Known Member

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    Weiß ich nicht, kann ich nicht sagen. Er selbst sagt, es gab keine politische Einflussnahme.
    Die SPD im Landtag hat zur Zusammenarbeit und Finanzierung jedenfalls eine Kleine Anfrage gestellt.

    "In der Antwort heißt es, die Landesregierung unterstütze die Studie mit 65.315 Euro. Mit dem Geld würden Tests und die studentischen Hilfskräfte bezahlt. Wer Storymachine den Auftrag für die Dokumentation gegeben habe, könne die Landesregierung nicht sagen. Auch Ministerpräsident Laschet betonte, dass Nordrhein-Westfalen kein Geld für PR-Maßnahmen gezahlt habe.

    Die SPD-Landtagsabgeordnete Sarah Philipp kritisierte das Zustandekommen der Vermarktung: "Hier fließen öffentliche Gelder in ein öffentliches Projekt. Da kann es keine Privatentscheidung von Professor Streeck und Herrn Mronz sein, wer die Öffentlichkeitsarbeit und PR-Vermarktung dazu macht", sagte sie. Es handele sich um einen unlauteren Wettbewerbsvorteil für Storymachine. [...]"


    Michael Mronz, Lebenspartner von Guido Westerwelle bis zu dessen Tod, ist neben Kai Diekmann einer der Mitgründer von Storymachine. Und laut der SPD-Abgeordneten Philipp gut bekannt mit Armin Laschet, so der Spiegel.

    Quelle + mehr: https://www.spiegel.de/wissenschaft...ht-aus-a-79ac7fef-8a1f-408d-8872-806dc9eaf9e4

    Was mir im Nachgang noch einfiel: Diekmann selbst war vor etwas mehr als einem Jahr in den Skandal um den angeblichen Heidelberger "Bluttest zur Brustkrebs-Erkennung" involviert, der von BILD als "Weltsensation" abgefeiert wurde, sich als wissenschaftliches und journalistisches Windei entpuppte und staatsanwaltschaftliche Ermittlungen nach sich zog.
    https://bildblog.de/109859/staatsanwalt-ermittelt-bild-kai-diekmann-und-der-wunder-krebstest/
     
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  3. Mendelssohn
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    Mendelssohn Well-Known Member

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    So ist es. In beiden Fällen (auch bei der Pflege in Heimen) sind nämlich häufig mobile Pflegeteams im Einsatz, die je nach Bedarf innerhalb eines Unternehmens eingesetzt werden, wodurch gerade im Pflegebereich eine ziemlich bunte und breite Infektionskette entsteht. An diesem Pflege-hopping wird die Lombardei gescheitert sein und hat nun auch Deutschland erreicht. Nicht der Verwandtschaftsbesuch ist das große Problem, sondern die personale Unterauststattung der (profitorientierten) Seniorenheime, die durch Pflege-hopping kompensiert wird und damit sämtliche Quarantäne-Maßnahmen ad absurdum führt. Das Problem in Deutschland, so las ich irgendwo, sei nicht ein Mangel an Intensivbetten und Beatmungsmaschinen, sondern der Mangel an Personal, den man, so möchte ich hinzufügen, vielleicht nicht hätte, wenn erstens die Pflegekräfte etwas besser bezahlt und zweitens nicht nach Pflegeschlüssel (d. i. Stückzahl) eingestellt und entlassen werden, sondern nach Maßgabe eines realen Arbeitsaufwands am kranken Menschen. Dann würden auch nicht so viele Pflegekräfte an der Inhumanität des Betriebsablaufs zerbrechen.
     
  4. EnRetard
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    EnRetard Well-Known Member

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    Die Pflegekräfte müssten Schutzkleidung tragen und täglich getestet werden. Andernfalls wird eine einzige infizierte Pflegekraft zum Multiplikator. Die Pflegekräfte stecken sich über Küchen, Klos und Raucherräume gegenseitig an und bei der Pflege die Bewohner.
     
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  5. Mendelssohn
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    Mendelssohn Well-Known Member

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    Als erstes müssen Pflegekräfte an einem Ort und nicht an mehreren tätig sein. Das bedeutet, dass man so viel Personal einstellt, dass man den Betrieb auch bei kalkulierbaren Krankheitsausfällen gut am Laufen halten kann, ohne auf externes Leihpersonal angewiesen zu sein. Dadurch allein wird das Infektionsrisiko gesenkt. Im Fall einer Ansteckung, sei es durch Corona, einen sonstigen grippalen oder paratyphischer Erreger, wäre Schutzkleidung Pflicht. Vorher nicht, allein aus psychologischen Gründen. Ein Altenheim ist keine medizinische Sonderungseinrichtung und sollte von den Alten auch so nicht wahrgenommen werden auf ihre letzten Tage.
     
  6. EnRetard
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    Ohne Masken und Kittel in Pflegeheimen wird es nicht gehen. Ohne Masken wird vor Erreichen der 60-70% auch keine Lockerung des Kontaktverbots denkbar sein, sonst bekommen wir alle paar Wochen einen neuen Lockdown und eine endlose Hängepartie.
     
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  7. EnRetard
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    EnRetard Well-Known Member

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  8. Mendelssohn
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    Schutzkleidung ist noch einmal was ganz anderes. Dann siehst du aus, wie ein Astronaut mit Gasmaske.
     
  9. Vaterlich
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    Vaterlich Well-Known Member

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    Über 200 Länder, und das einzige, das nur für ein Wochenende eine Ausgangssperre auskündigt, ist, -ja, ihr habt es richtig geschätzt- die Türkei.
     
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  10. Bintje
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    Bintje Well-Known Member

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    Ja, für zahlreiche Städte. Die Ausgangssperre, die seit Mitternacht bis inklusive Sonntag, 12.4., gelten soll, wurde offenbar sehr kurzfristig angekündigt, wenige Stunden vorher. Selbst der Bürgermeister von Istanbul soll es nur aus dem Fernsehen erfahren haben. Worauf die Leute wohl panisch sämtliche Geschäfte gestürmt haben. Viel Gedrängel, Sicherheitsabstand: null. Klar bei solchen Überrumpelungsaktionen.
    Da dürften sich etliche angesteckt haben und es innert null-komma-nix weiterverbreiten ... erst recht, wenn die Sperren wieder aufgehoben werden. Ab Montag. o_O:(