Deutschtürken?

solresol

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Die Frauen sind das Problem

Für die Türkennachfahren in Deutschland liegen die Probleme intus, sind selbstgemacht: Ihre verkapselte Gesellschaft wird mit sich selber nicht mehr fertig, weil die Männer Machos sind, aber die Frauen eine oft weit bessere Ausbildung heute bekommen. Sie sind nicht nur besser im Lernen, wie sonst auch allgemein bei anderen Völkern, sondern es ist ihr einziger gesellschaftlicher Ausweg...

Deshalb importieren die Männer nach wie vor Frauen aus der Heimat, wie eine Ware... Und setzen die Probleme fort (Mutter spricht nicht genug Deutsch usw...)!
 

ray81

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AW: Deutschtürken?

@ solresol

Du hast da doch vieles gebracht, indem ein wahrer Kern steckt, auch wenn deine Wortwahl extremer ist ... es immer ein Parcourt, den es zu bewältigen gilt, damit man nicht "verallgemeinert", alle in einen Topf packt ...
Vergleiche wie in Frankreich oder die Juden sind bei diesem Thema schon ein wenig redundant...
Der Anteil muslimischer Bevölkerung in Frankreich ist wesentlich höher ... auch bildet das Gros der muslimischen Bevölkerung in Frankreich nicht nur eine Migrantengruppe, wie es in Deutschland der Fall ist, natürlich gibt es auch noch andere muslimische Migranten in Deutschland, aber selbst die Gruppe der Iraner sind schwer aufzuführen, da es sich bei den Iranern wesentlich nicht um Gastarbeiter, sondern großteils um politische Flüchtlinge ... zum Teil sehr gebildet und betucht ... diese haben sich weit besser eingefügt und haben teilweise deutsch im Rekordtempo gelernt ... eine persische comunity gibt es zwar, aber regelrechte persische Viertel sind in Deutschland echt schwer zu finden.
Die Juden, das ist ein ganz eigenes Thema, das ist eine Geschichte, die über Hunderte von Jahren geht ... als Beispiel für die Integration der Türken ganz schwer ... aber schon der erste Satz deines letzten Posts hatte ein klare Aussage, die ich zum Teil unterschreiben würde, die Probleme sind auch hausgemacht, aber natürlich von außen verstärkt und dann wird alles zum Selbstläufer ... ein Teufelskreis ...

ah ja ... das mit Spanien oder Italien war als Spanier und Italiener gemeint, respektive Deutsch-Spanier und Deutsch-Italiener ... ich habe einen sehr guten Freund, geb. in Malaga, aufgewachsen in Mannheim, hat einen spanischen Pass, Eltern beide Spanier, spricht beide Sprachen als Muttersprache, wenn man ihn fragen würde, würde er sagen Spanier ... dabei nimmt ihn jeder als Deutschen wahr ... dabei ist er so deutsch wie ein Deutscher und so spanisch wie ein Spanier ... ich bin mir aber auch sicher, dass es auch "türkische" Beispiele dafür gibt ... im Verhältnis zur Bevölkerungszahl ist die Zahl aber denk ich weit geringer ...

Wie sieht es eigentlich bei der Sprache aus ... sind die Deutschtürken für Türken wie Siebenbürgener Deutsche für Deutsche, ein Deutsch mit sprachlichen Eigenheiten ... Akzent wäre viel zu stark ... was ist deutschtürkisch, ist der Unterschied sehr stark zum Türkischen?
Mir ist mal auf einem Markt ein Mann aufgefallen, der perfekt türkisch gesprochen hat, aber klar kein Deutscher war, aber sein türkisch war anders ... wenn ich mich recht entsinne, hatte er nur ein gouturales "r", kein Zungen "r" ... auch wenn ich jetzt vom eigentlichen Thema ein wenig abweiche ...
 

tom76

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AW: Deutschtürken?

Ich finde, du hast die Problematik der Deutsch-Türken gut beschrieben. Ich sehe dafür zwei Ursachen:

1. Die Gastarbeiter-Konstellation
Die Türken in Deutschland kamen in den 1950er Jahren und später nach D. als 'Gastarbeiter'. D. h. sowohl Deutsche als auch Türken gingen davon aus, in absehbarer Zeit würden die Türken in die Türkei zurückkehren. Das hatte zur Folge, dass einerseits die Deutschen keinen Grund sahen, sich langfristige Konzepte zur Integration zu überlegen und die Türken andererseits kein Interesse an der Integration in D. hatten.

2. Die 'Exil-Gesellschaft'
Da die Türken in D. eine große und homogene Gruppe bildeten, konnten sie sozusagen autark leben, d. h. sie konnten praktisch isoliert von der deutschen Gesellschaft leben, außer zum Arbeiten und Einkaufen, und selbst da konnte man de facto unter sich bleiben.

In dieser Hinsicht ähneln sie meiner Meinung nach den 'Russland-Deutschen'. Auch diese waren nach Russland ausgewandert und hatten sich dort jedoch immer als 'Deutsche' betrachtet und ihre Kultur bewahrt. Das Resultat war, dass sie nach dem Fall des Eisernen Vorhangs in ein Deutschland zurückkehrten, dass sich in der Zwischenzeit um Jahrhunderte weiterentwickelt hatte. Sie selbst waren auf der Stufe stehen geblieben, auf der sie sich bei ihrer Auswanderung befunden hatten. Dadurch hatten sie auch ihre erzkonservativen Einstellungen bewahrt, selbst dann, wenn sie kaum noch Deutsch sprachen.
 

Aylin2009

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AW: Deutschtürken?

Über den Akzent habe ich mich auch schon gewundert, z. T. selbst bei welchen, die gar nicht richtig Türkisch sprechen können. Kommt mir manchmal mehr wie eine "Modeerscheinung" vor.

Das ist auch eine Modeerscheinung und hat nur bedingt was mit der Herkunft zutun (wenn dann eher regionale und soziale Herkunft).

hab mal einen Artikel dazu gelesen...Ethnolekt nennen es die Sprachwissenschaftler und die sagen sogar, dass es sich dabei um eine Dauerhafte Veränderung der Sprache handelt....

http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/werbinich/ethnolekt-mussu-lernen/2819608.html
 

blackcyclist

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AW: Deutschtürken?

In dieser Hinsicht ähneln sie meiner Meinung nach den 'Russland-Deutschen'. Auch diese waren nach Russland ausgewandert und hatten sich dort jedoch immer als 'Deutsche' betrachtet und ihre Kultur bewahrt. Das Resultat war, dass sie nach dem Fall des Eisernen Vorhangs in ein Deutschland zurückkehrten, dass sich in der Zwischenzeit um Jahrhunderte weiterentwickelt hatte. Sie selbst waren auf der Stufe stehen geblieben, auf der sie sich bei ihrer Auswanderung befunden hatten. Dadurch hatten sie auch ihre erzkonservativen Einstellungen bewahrt, selbst dann, wenn sie kaum noch Deutsch sprachen.

Was wahrscheinlich der Hauptgrund war, warum die CDU unbedingt die Rußlanddeutschen zurück ins Rei.. äähh Heimat geholt hat. 100 000 (oder wie viel es auch immer waren) Wählerstimmen kann man immer gut gebrauchen.

Ansonsten sehe ich es mit den Deutschtürken genauso wie Tom in seinem Beitrag.
 

Aylin2009

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AW: Deutschtürken?

in Frankreich genauso. wenn Du auf dem französischsprachigen türkischen Forum Athetürk teilnehmen würdest, würdest Du feststellen, dass sie sich da ENORM VIEL lockerer als in Deutschland verhalten :mrgreen: ! Daher auch, am Schluss, 'Athe', das kommt nicht von ungefähr: sie kamen auch als Muslime nach Frankreich, konnten aber in einer Moschee, wo marokkanische Darija gesprochen wird, mit ihrem Türkisch nicht so viel anfangen, haben sich also wesentlich häufiger von der Religion gelöst. da viele Türken eher wie Nachkommen von Kreuzrittern oder Römern als wie Araber aussehen, tauchen dann in die Masse der Franzosen unter. Fertig ist die Integration :wink: und sie sind keine vehemente Muslime mehr, die jeder Zeit einen heiligen Krieg gegen Frankreich starten würden...

ich glaub auch dass das bei Türken vor allem in Deutschland ein Problem ist. Das muss aber nicht zwangsläufig daran liegen, dass die Deutschen alles falsch gemacht haben. Anerder europäische Länder haben dieselben Intergrationsprobleme mit den Maghgrebinern...

Ich hab mal mit einem Belgischen Universitätsproffessor gesprochen (Sozialwissenschaftler) und der erzählte, dass die Türken in Belgien musterhaft intergriert sind. Sie sprechen die Landessprachen, sie erreichen druchschnittliche Schulabschlüsse und fielen auch sonst nicht weiter auf. Bei den wird hingegen untersucht, was bei den Marokkanern und Algeriern schief gelaufen sein könnte, weil dort extreme Subkulturen und Ghettos existieren.

ich glaube problematisch wird es immer, wenn zu viele Menschen einer Herkunft auf einem Haufen leben...dann bilden sich automatisch Subkulturen...das beste beispiel sind ja die Türken, die in kleinen Dörfern in Baden Württemberg aufwachsen und deutscher sind als manch Deutscher...
 

Asyali

Well-Known Member
AW: Deutschtürken?

Es wundert mich auch z.B. was du beschrieben hast Ray. Manche sprechen kein türkisch, ausser ein Paar Worte, haben sehr wenige Beziehung zur Türkei, kennen es nur von Urlaub, aber behalten die türkische Staatsbürgerschaft und definieren sich als Türken. Das ist sehr interessant, denn es ist jetzt die vierte Generation?
Türken in der USA sind nicht so, schon in der zweiten Generation brechen sie den Konakt ab und werden Amerikaner.

3.Genration, mein türkisch ist nicht gut, Unterhalten kan ich mich aber schon.
Ich bin hier[D] geboren , war mir aber immer bewusst das ich keine Deutsche bin und auch nie sein werde. Und somit eine Dt. Staatsbürgerschaft mehr schein als sein wäre, also hab ich es gelassen. Ich bin aber nicht so verblendet das ich mich als 100% Türkin sehe, dafür kenne ich sie zuwenig ausserdem bin ich mir auch bewusst das ich dort auch als minderheit angesehen werde und das man über und s spottet.

Vor kurzem habe ich über eine Staatsbürgerschaftswechsel nach gedacht und auch anfragen ans Konsulat gesendet, aber dann habe ich TV eine Show gesehen , wo ich nur noch dachte "Ihr könnt mich mal" Ich bleib eben Türken.

Wozu sich mühe machen deutsche zuwerden wenn man ehe nie als eine Angesehen wird.
 

tom76

New Member
AW: Deutschtürken?

Was wahrscheinlich der Hauptgrund war, warum die CDU unbedingt die Rußlanddeutschen zurück ins Rei.. äähh Heimat geholt hat. 100 000 (oder wie viel es auch immer waren) Wählerstimmen kann man immer gut gebrauchen.

Das könnte auch der Hauptgrund dafür sein, dass der konservative Politiker Erdogan permanent den Deutsch-Türken predigt, die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen, sei eine Sünde.
 

blackcyclist

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AW: Deutschtürken?

Das könnte auch der Hauptgrund dafür sein, dass der konservative Politiker Erdogan permanent den Deutsch-Türken predigt, die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen, sei eine Sünde.

Die fünfte Kolonne ist nicht immer das fünfte Rad am Wagen. Stellt euch vor, 2 Wahlkampfauftritte in Deutschland bringen ihm viele tausend Stimmen ein, das lohnt sich doch mal wirklich. Das dann ausgerechnet die konservativen Auslandstürken die Politik in ihrem Heimatland bestimmen, aber selbst lieber in Deutschland leben, hat schon was ironisches.
 
M

Mein_Ingomann

Guest
AW: Deutschtürken?

Die fünfte Kolonne ist nicht immer das fünfte Rad am Wagen. Stellt euch vor, 2 Wahlkampfauftritte in Deutschland bringen ihm viele tausend Stimmen ein, das lohnt sich doch mal wirklich. Das dann ausgerechnet die konservativen Auslandstürken die Politik in ihrem Heimatland bestimmen, aber selbst lieber in Deutschland leben, hat schon was ironisches.

Den Beitrag uber die Zerrissenheit der sog. 'Deutschtürken' von Solipsist hast Du aber schon auch gelesen, oder?! Allein die Fragestellung sollte dich schon zu einer anderen Betrachtungsweise führen. Eine Leben allein unter Spreewaldgurken ist nicht für jeden das irdische Nirwana.
 
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