AW: Die Domina und ich im Urlaub, ohne Transe, aber mit Askim. Oder: Herz gegen Verst
Zitat von simonehai:
Hallo Regina,
erst einmal freue ich mich, dass Du zurück bist, auch wenn ein Teil von Dir wahrscheinlich noch nicht den deutschen Boden erreicht hat...
So langsam komme ich an, und so langsam macht sich bei mir auch echte Traurigkeit breit.
Wir haben ja recht viel darüber philosophiert, wie Euer Wiedersehen aussehen wird u. was geschehen wird, aber das, was Du nun geschildert hast, hätte ich so nicht erwartet.
Nein, in keiner Weise. Ich hab wirklich gedacht, das Thema "Yakup" wäre schon vor meinem Urlaub beendet gewesen. Alle andern wussten es besser als ich
Eifersucht in einem gewissen Rahmen finde ich nicht weiter schlimm, aber wenn es dann darum geht, Vorschriften zu machen, was die Kleidung u. die Frisur angeht,
Ich fand das sogar schmeichelhaft und hab seinen Wünschen entsprochen. Aber selbst das hat ja nicht gereicht. Einen Tag kritisiert er meine Kleidung, am nächsten Tag ziehe ich mich entsprechend anders an, und er findet dennoch etwas, was ihm nicht passt. Istemiyorum....istemiyorum...istemiyorum....
Ich hab ihn dann aus Spaß aufgefordert, doch in Zukunft keine schulterfreien T-Shirts mehr anzuziehen. Denn damit fand ich ihn ausgesprochen sexy. Aber für diesen Kommentar hatte er nur ein müdes Lächeln übrig.
bzw. sogar damit zu drohen, eine Ohrfeige zu verpassen, ist alles andere als akzeptabel.
Nun, ich habe aus Quatsch zurückgedroht, ein paar Mal. Aber die Geste allein hat mir Angst gemacht.
Ich kann mir kaum vorstellen, dass Du Dich seinen Wünschen gefügt hast, aber die Drohungen der Ohrfeigen haben Dich bestimmt mehr als einmal nachdenklich gestimmt, oder?! Das könnte ich niemals akzeptieren.
Wenn es hieß, dass ich einen Mann nicht anschauen oder anfassen darf, hab ich das erst recht getan und mich drüber lustig gemacht. Wenn er mein T-Shirt nach oben zog, damit der Ausschnitt kleiner war, hab ich meinen nackten Bauch rausgestreckt und gegrinst. Aber die Fast-Ohrfeigen... die haben mich wirklich schrecklich sauer gemacht.
Das er Dich offen u. ehrlich gefragt hat, ob Du ihm helfen magst, ein Visum zu bekommen, finde ich noch nichtmal weiter schlimm. Dein Mitgefühl für ihn kann ich auch gut nachvollziehen, aber Du hast bestimmt Recht, wenn Du sagst, dass er selbst hier unglücklich sein würde u. Dich ebenso unglücklich machen würde.
Spaß im Bett u. einige mehr oder weniger glückliche Tage miteinander reichen eben doch nicht aus, um ein gemeinsames Leben zu führen.
Nein... oder anders herum ausgedrückt, das andere, was ich mit ihm erlebt habe, reicht aus, um mir klar zu machen, dass ein glückliches Leben mit ihm hier nicht möglich ist.
Ich würde gerne wissen, wie es Dir momentan geht?
Ich bin sehr traurig. Ich hab im Urlaub kaum geschlafen - selten mehr als 3 Stunden nachts, und all das hat eine Weile gebraucht, wirklich zu mir durchzudringen. Ich weiß im Moment kaum weiter. Heute morgen hatte ich die Idee, auszuwandern und ein neues Leben zu beginnen. So wie es jetzt ist, geht es nicht weiter. Ich bin unglücklich mit meinem alten Leben, das ein Leben mit Yakup umso mehr unmöglich macht. Eine gute Freundin hat mir gestern gesagt, Yakup würde mich umbringen, wenn er mich wirklich kennen lernen würde. Und ich schätze, sie hat Recht. Ich darf das gar nicht zulassen.
Kannst Du wirklich alles beenden - sofort?
Nein. Ich kann mich nicht von dem Gefühl der innigen Liebe verabschieden, nicht so einfach. Ich plane strategisch das Treffen mit dem nächsten Mann - zur Ablenkung. Und meine Freundinnen helfen mir dabei. Ich weiß nicht, wie ich mir ihn
wegschneiden soll...
Hast Du das Wiedersehen letzten Endes auch als Abschied gesehen?
Ja. Als ich ihn das letzte Mal umarmt habe, kurz bevor uns der Bus vom Hotel abgeholt habe, da war mir klar, dass es die letzte Umarmung sein wird. Ich hab all seine Wärme aufgesaugt in dem Moment. Es hat sehr weh getan.
Habt ihr seit Deiner Rückkehr noch Kontakt?
Ja, er schreibt mir noch, beschwert sich auch, wenn ich nicht prompt antworte. Ich antworte, mit all meinen Zweifeln und Fragen. Offen habe ich ihm nie gesagt, dass ich mir eine Zukunft mit ihm nicht vorstellen kann. Aus seinem Verhalten geht aber deutlich hervor, dass er mich auch zwischen den Zeilen verstanden hat. Auch wenn er es vielleicht nicht wahr haben möchte. Genauso wenig - und das ist wichtig - wie ich auch.
Hast Du ihm am Ende gesagt, dass Du es beenden möchtest oder hast Du diesen Entschluss erst später hier gefasst?
Die Tatsache, dass es nicht weitergehen kann, war mir schon am vorletzten Tag klar. Ich hatte mir dann vorgenommen, die letzten Stunden mit ihm noch zu genießen. Den Sex, die Wärme... es ist mir auch gelungen, komischer Weise kann ich das. Aber als er mich fragte, ob ich ihm beim Visum helfen kann, war ich schon nicht mehr mit ganzem Herzen dabei... Ich konnte nicht mehr ehrlich antworten.
Viele Gedanken schwirren nun auch in meinem Kopf rum - haben wir uns doch so oft über alles unterhalten - sei es hier oder im MSN, per Mail oder am Telefon - und bist Du nun an einem Punkt, den Du Dir ja eigentlich nicht gewünscht hast, es aber schon fast vorhersehbar war, dass es anders kommt, als Du dachtest...
Meine Freundin meinte, seine Bitte um ein Visum hätte mich wie eine kalte Dusche treffen müssen. Aber das war nicht so. Ich hab' s irgendwie erwartet. Ich hätte es niemals so vorhersehen können, aber es hat mich wirklich nicht erstaunt. Ich hab ja ein paar Mal nachgefragt, von Deutschland aus, ob er herkommen möchte, und er hat immer sehr verhalten reagiert.
Was mich erstaunt hat, war seine Eifersucht, die ganzen Vorschriften. Der Yakup, den ich im Juni getroffen habe, der war ein ganz anderer. Der war offen, freizügig, wild... Der Yakup, den ich jetzt kennen gelernt habe, der war eifersüchtig, klammernd, prüde...
Die Mails und SMS haben schon darauf schließen lassen, dennoch ist der Unterschied im tatsächlichen Verhalten wirklich erschreckend. Ist das so, ändern sich türkische Männer derart, wenn sie etwas besitzen (wollen)?
Das komische ist, dass ich wirklich das Gefühl habe, ihn zu lieben. Es macht überhaupt keinen Sinn. Meine Gefühle widersprechen meiner eigenen Definition von Liebe. Und dennoch...
Ich bin mehr und mehr davon überzeugt, dass Liebe mehr ist als das, was man mit dem Verstand erklären kann. Eine gute Erfahrung, wenn auch eine schmerzliche.
Regina