Die Zeit oder das in sich zerstrittene..

univers

Well-Known Member
AW: Die Zeit oder das in sich zerstrittene..

Die Einen sagen, dass Liebe durch den Magen gehe (die Deutschen).
Die Anderen (die Türken) dagegen, dass mit Liebe der Magen nicht satt wird.

Ich würde sagen, weder das Eine noch das Andere, so sehr es auch wahr ist.
Denn ich habe eine Dritte Wahrheit entdeckt.

Ich sagte ihr, dass ich nicht wüßte, warum ich essen sollte, und fragte sie.
Sie, wie Frau halt praktisch ist, zählte mir die Gründe für, dass der Körper bei Kräfte bleiben müsse usw.
Dabei war es mir, als ob ich seit dem Abschied von ihr, zu essen verlernt hätte und ich auch blieb lange ohne Essen. Es hatte keine nachteiligen Auswirkungen, ich war wie...
wie, wie geschockt, einerseits, aber zugleich nicht verschlossen.
Also machte ich mir ernste Gedanken, zu was solch ein Erlebnis imstande ist.
Gestern überredete ich mich selbst, mir ein Schmaus zu erlauben und ich streifte durch die Stadt. fand mich schließlich vor einer kleinen Packung Kartoffelchips wieder.
Sie schmeckten wie ein Festmahl und vergessen war der Vorsatz vom Schmaus.
Der Schnee läßt die Welt glänzen, als würde dieser Glanz erst durch den Schnee sichtbar werden.
Allein ruft ein Vogel...
Ich greif nach dem Schnee..es brennt.
Spätestens, als ich mir die Hände mit warmen Wasser abwasche bemerk ich meinen Fehler und werde auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt.
Ich vergaß, dass abgekühlte Hände oder auch Füße nur mit kaltem Wasser abgewaschen werden sollten, denn es brennt mir in den Finger, als wäre ich mit ihnen über eine Rasierklinge gefahren.

Und da irgendwo ist die Liebe, so greifbar nah und doch so verschüttet..
Ich müßte ein Bezug finden, wo sie jetzt da nicht ist, um diese Liebe nicht verschüttet zu lassen.
Und ich fand es in einer Amsel, dies göttlich klingenden Vogel. Sie landete fast vor meiner Nase, so schön ihre Farben, nicht grau, nicht blau,
 

univers

Well-Known Member
AW: Die Zeit oder das in sich zerstrittene..

und, ich fand es in der Musik
in dem Passanten, eigentlich den Passanten, die da nebeneinander duch Schnee liefen.
Bei ihrem Anblick dachte ich mir, ob sie die Welt jetzt und hier gerade neu erschufen, es war ein Paar.
 

Colchicum

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AW: Die Zeit oder das in sich zerstrittene..

uni, hat dir schon mal jemand gesagt, dass du einfach nur herrlich bist in deinen äusserungen?????????

... und unheimlich, aber immer wieder interessant! :)

Nein, univers, ich habe nicht nach dir gesucht. Aber du erinnerst mich mit deinen (philosophischen) Äußerungen, welche ich oft erst beim zweiten Lesen verstehe, so sehr an einen anderen User, dass ich nach seinen Beiträgen gesucht habe. Und siehe da, ich bin auf deinen Thread gestoßen.

Ich habe bisher den Thread nur überflogen, freue mich aber darauf, ihn genauer durchzulesen. Jedoch bestätigt zumindest der Titel, dass ich mit meiner Annahme nicht ganz falsch lag. Wenn ich mich nicht irre, machst du dir Gedanken über Welt & Co., stellst Fragen, über die viele - wenn überhaupt - nur kurze Zeit nachdenken.

Außerdem kannst du sehen, auch ältere Threads versinken nicht in "Nirwana". :wink:

Hoffentlich bist du mir für das Aufrufen dieses Threads nicht böse. Ich bin mir sicher, er war und wird wieder eine Bereicherung sein ....
 

Colchicum

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AW: Die Zeit oder das in sich zerstrittene..


Bestimmt hat jeder hier seine eigenen Gründe für den Aufenthalt hier im Forum. So viele unterschiedliche User es gibt, genauso so unterschiedliche Gründe wird es auch geben.

We filling the Time (in Erinnerung an Pink Floyd's "Wish your were here" angelehnt)!
[...]
They filling the time.

Das muss nicht unbedingt der Fall sein, wie du selbst in vorherigen Beiträgen erwähnt hast. Nicht immer will man seine Zeit füllen, weil man vielleicht nichts "Besseres" zu tun hat. Wie wir alle wissen, vergeht die Zeit von ganz alleine, auch wenn wir einfach nur existieren.


Das schon eher. Zumindest bei mir. Natürlich könnte ich stattdessen ausgehen um mich mit Freunden zu treffen oder aber ein gutes Buch lesen. Leider genieße ich fürs Erstere meine Wohnung zu sehr und für ein Buch bin ich im Moment zu unruhig. Ich müsste erst erwas ruhiger werden.


Das verstehe ich nicht. Wir wissen doch alle, dass die Zeit vergänglich ist, nur empfinden wir das Vergehen der Zeit unterschiedlich.

Wieso Unendlichkeit? Meinst du damit etwa unseren Glauben, dass die Zeit nie aufhören wird zu "existieren"? Und was ist dann, wenn das einzelne Lebewesen "stirbt"?
 

Colchicum

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AW: Die Zeit oder das in sich zerstrittene..

[...] nehme ich deine Bemerkung als die Reflexion meiner Frust oder sollte man es doch als die von der Verzweiflung nehmen?
Hiermit möchte ich dich reflektieren, [...]!
Den du machst aus meiner Frust eine Verzweifelung, die eigentlich die deine ist. Du hast sozusagen meine Frust in die Verzweifelung zugespitzt.
Ob das deine Art ist?

[...]
ein Gedankenstütze nur für dich;
mittlerweile ist man mich reflektieren müde, also werde ich aus Euch nicht mehr schlau.:mrgreen:
Na, klingelt es?
Ich müßte jetzt behaupten, dass ihr mich nicht versteht, um mich der Kapitulation zu widersetzen.
Aber Tatsache ist, dass eure Müdigkeit mich zu reflektieren, mich an meine äußerste Grenze gebracht hat.
Ich geriet ins Selbstgespräche und Selbstgespräche stellen den Ich in den Mittelpunkt und nicht das Sein.
Aber um mit anderen zu kommunizieren, ist das Ganze, sprich andere User sind zu berücksichtigen.
Wo aber ist die persönliche Grenze des einzelnen Individuums, aber nicht die des Ichs als Mittelpunkt.
Ist man Mittelpunkt, fordert man nur, aber der Mensch hat Grenzen.
[...]

Deine Fragen sind nicht einfach zu beantworten, wenn man das Hintergrundswissen nicht besitzt.

Aber stellt man denn in Selbstgesprächen wirklich immer nur das Ich in den Vordergrund und vernachlässigt das Sein?

Sind denn "Ich" und "Sein" nicht oft gleichzusetzen?
 

univers

Well-Known Member
AW: Die Zeit oder das in sich zerstrittene..

Deine Fragen sind nicht einfach zu beantworten, wenn man das Hintergrundswissen nicht besitzt.

Aber stellt man denn in Selbstgesprächen wirklich immer nur das Ich in den Vordergrund und vernachlässigt das Sein?

Sind denn "Ich" und "Sein" nicht oft gleichzusetzen?

Ich definiere das Sein als ein unzertrennlichen Teil von Allem, vom Kosmos und allem was sich darin befindet.
Dagegen das ICH ist ein Nebenprodukt der Vernunft und folglich ziemlich begrenzt, gar vom Ganzem abgetrennt, folglich egozentrisch und demnach hässlich
 

univers

Well-Known Member
AW: Die Zeit oder das in sich zerstrittene..

Das verstehe ich nicht. Wir wissen doch alle, dass die Zeit vergänglich ist, nur empfinden wir das Vergehen der Zeit unterschiedlich.

Wieso Unendlichkeit? Meinst du damit etwa unseren Glauben, dass die Zeit nie aufhören wird zu "existieren"? Und was ist dann, wenn das einzelne Lebewesen "stirbt"?
Gute Frage....:)
Ich würde meinen, dass sich die Unendlichkeit damit ernährt,mit ihren Fragmenten, uns und allem Lebendigem und so weiter ins unendliche wächst.
Hah, das deckt sich gar mit der Theorie des sich erweiternden Kosmos.
 

Colchicum

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AW: Die Zeit oder das in sich zerstrittene..

Ja stell dir vor, wie verwirrt ich bin, wenn Menschen um mich sich widersprüchlich verhalten.

Oh je, das kann dein Leben aber ziemlich erschweren, denn Menschen verhalten sich oft widersprüchlich. :-?

[...]Mir gefiel aus diesen Gegenständen eine Baumwurzel. Das seltsame daran war, dass obwohl ich nie dran gedacht hatte, was mitzunehmen, hatte ich bevor wir dort ankamen, das Gefühl was mitzunehmen.
Dieses Gefühl deckt sich mit dem mir sich anbietendem Bild vom dem Baumstamm.
I take it, aber ich überlegte, ob ich es mit dem Zug befördern sollte oder doch auf dem Rücken mit nach Hause nahm.
Schon das nächste Ereignis verfestigte das gute Gefühl, eine seltsam harmonisierende Tat begangen zu haben.
Ein anderer Arbeitskollege wurde zu einem Handyladen chauffiert und der Weg dahin fuhr an den Hecken zu unsrem Garten vorbei..:redface:
Wir hatten bei Rot angehalten, ich sprang hoch, sagte, dass ich den Stamm ins Garten legen werde und sie zweihundert Meter weiter am Anfang der Fußgängerzone wieder treffen würde, denn sie mußten dort anhalten, da die Fußgängerzone, wo der Laden sich befand, mit dem Auto nicht befahren werden durfte, so dass sie dort parken und zu Fuß gehen müßten.
Ich brachte laufendes Schrittes den Baumstamm ins Garten und lief zurück. Sie hatten, nachdem die Ampel auf Grün war und weitergefahren waren, doch auf mich gewartet.
Als wir dort ankamen, fiel dem Kollegen, der in den Laden wollte auf, dass er seinen Personalausweis nicht dabei hatte.
Es war so, als wäre die Fahrt nur für den Baumstamm zustande gekommen.

Ich weiß zwar nicht, ob der russische Vorarbeiter durch die Halogenleichter nun selbst erleuchtet ist, aber letztens durchzuckte es mich, was der Baumstamm bei mir auf dem Balkon ausgerichtet hatte.
Es ist ein Stamm, dass kurz über der Erde abgetrennt ist und dessen Wurzeln dick und ineinander gewachsen sind. Es hat einen Durchmesser von etwa 40 cm, wobei das rundherum mit den Wurzeln unproportional ausgewuchert ist. In der Höhe misst es ebenfalls an die 40 cm. Da drauf hatte ich eine selbst erfundenen Blumentopf gestellt und diesen mit neuem Blumensamen zugerichtet.
Die Blumen lassen sich Zeit, aber eine Biene hatte es schon am nächsten Tag erkundschaftet. Ich beobachtete sie dabei, wie sie in einem gerade Mal wie sie selbst großem Loch reinschlüpfte. Erst dachte ich, dass es die Neugier des Tieres wäre, aber nach einigen Tagen gelangte ich zu dem Schluß, dass sie es als ihr Nest ausgesucht hatte.
Wenn ich mal unbedacht ihr zu nach trete, dann stellte sie sich in der Lüfte mir vor der Nase. Das erstemal ergriff mich die Panik, weil sie so nah an mein Gesicht herum flog, dass ich sie einen Augenblick aus dem Blickwinkel verlor und nicht wußte, in welche Richtung ich weglaufen sollte, jedoch beim zweitem frontalem Aufeinanderprallen blieb ich ruhig und gewährte ihr ihre Machtdemonstration, so als würde ich sagen wollen, ja ich weiß, es ist dein Zuhause, aber ich benutze diesen Balkon auch.
Wir haben bis heute keine Probleme miteinander.

Und eines Tages, während ich rausschaute, erblickte ich diesen Baumstamm in einer Ecke des Balkons, mit dem drauf liegenden, sprießenden Blumen, der um sie fliegenden Biene und die Sonne schien, hell der Tag, spät am Nachmittag.
Ich dachte, ich habe an diesem Leben auf Erden mitgewirkt und es erschauderte mich.

Die Geschichte gefällt mir sehr.

Warum sollte dir denn keine Baumwurzel gefallen? Eine Baumwurzel kann viele Bedeutungen haben: Verankerung, Leben, Stärke ...

Ich glaube ganz fest daran, dass alles, was geschieht, seine Berechtigung und Begründung hat. Schade nur, dass wir diese in den meisten Fällen nur nach einiger Zeit verstehen.
 

Colchicum

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AW: Die Zeit oder das in sich zerstrittene..

Ich definiere das Sein als ein unzertrennlichen Teil von Allem, vom Kosmos und allem was sich darin befindet.

Eben deshalb darfst du das "Ich" ach nicht ausgrenzen!

[/quote]Dagegen das ICH ist ein Nebenprodukt der Vernunft und folglich ziemlich begrenzt, gar vom Ganzem abgetrennt, folglich egozentrisch und demnach hässlich[/QUOTE]

Kein Nebenprodukt, sondern unlöslich mit dem "Sein" verbunden, solange das "Ich" existiert. Was mich wieder zu der Frage bringt, ob das "Ich" je aufhört zu existieren.

Egozentrisch vielleicht, aber wieso hässlich?

Übrigens, ich bin mich noch nicht oft bewusst mit der Philosophie befasst und meine Antworten kommen aus meinem Bauch heraus. Daher bitte ich bei Unverständnis einfach nachzuhaken.

 

Colchicum

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AW: Die Zeit oder das in sich zerstrittene..

[...]
Wieso Unendlichkeit? Meinst du damit etwa unseren Glauben, dass die Zeit nie aufhören wird zu "existieren"? Und was ist dann, wenn das einzelne Lebewesen "stirbt"?

Gute Frage....:)
Ich würde meinen, dass sich die Unendlichkeit damit ernährt,mit ihren Fragmenten, uns und allem Lebendigem und so weiter ins unendliche wächst.
Hah, das deckt sich gar mit der Theorie des sich erweiternden Kosmos.

Du bist meiner Frage geschickt ausgewichen ... :wink:
 
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