AW: Ernährung
Hier sind auch noch Infos zu B12 u.a.:
http://www.peta.de/web/vitaminb12.154.html
...und ich habe gerade gelesen, dass ich jetzt also sogenannter
Lacto-Vegetarier bin.

:wink:
Ein solcher bin ich auch seit mehr als 20 Jahren. Einen jeden kann ich ermutigen, diesen Weg auch einzuschlagen und zu gehen, denn er ist der Gesundheit sehr förderlich.
Sicher mag es ein Einwand sein, es würde dem Lacto-Vegetarier an der erstrebenswerten Konsequenz fehlen, allem Tierischen gänzlich abhold zu bleiben, doch es wird nicht verlangt, in allem „perfekt” zu sein, wie wohl auch niemand gezwungen wird, seine Abweichungen vom geraden Wege zu begründen oder gar zu entschuldigen. So ist es selbstverständlich eines Vegetariers nicht ehrenrühig, Schuhe aus Leder zu tragen, das ja sicher da beste Material dafür ist; wenn er jedoch ethische Gründe für seinen Vegetarismus anführt, sollte sich daran erinnert fühlen, seinen Schuh-Konsum möglichst gering zu halten, was durch die Anschaffung möglichst guten Schuhwerkes, das wiederholt besohlt werden kann, befördert wird. Ebenso sollte er es mit Gürteln halten und nur wenige davon besitzen.
Die Betonung liegt hier auf „er sollte” und unterstreicht die Freiwilligkeit des Verzichtes und den Verzicht auf Ausschluß des Abweichlers aus dem Kreis derer, die im Guten stehen. Die buddhistische Lehre kennt zwar auch Verbote, doch diese beziehen sich überwiegend auf Dinge, die dem eigenen Karma und dem Wohl anderer in zerstörerischer Weise entgegenwirken, also Verbrechen an anderen und dem eigenen
mittleren Weg. Als Buddha seine ersten Anhänger, denen er versprach, sie aus dem hinduistischen Kastenwesen hinauszuführen, um sich sammelte, legte er ihnen die Pflicht auf, alles zu überprüfen, was zu seiner Lehre gehörte und nichts davon anzunehmen, was sie nicht schlüssig nachvollziehen konnten. Die buddhistische Lehre ist deshalb wesentlich souveräner als alle anderen Weltanschauungen, da sie keine blinde Befolgung von Dogmen verlangt (Ausnahme sind die zuvor erwähnten Verbote von Verbrechen gegen das Wohl anderer und sich selbst), sondern jeden ihrer Anhänger ermutigt, das anzunehmen, von dem er findet, daß es zu seinem Leben in positiver Weise hinzufügt. Der Buddhismus ist eine Weltanschauung und Einladung zur Lebenshaltung, die wohl erlaubt, sich „die Rosinen herauszupicken“, da dies dem Glück und dem Fortschritt seiner Anhänger förderlich ist.
Super, danke für die ausführliche Antwort!
Verzicht nur in Bezug auf Käse und Milchprodukte - ansonsten habe ich schon alle von dir genannten Lebensmittel in meine Ernährung integriert und fahre sehr gut damit. Aber es schränkt mich sehr ein wenn ich unterwegs bin, im Ausland ist 100% vegane Ernährung echt nicht einfach, dazu müsste man erst mal die jeweilige Landessprache gut sprechen und es bleibt in so fleisch-/fisch-/ei-/käselastigen Ländern kaum noch etwas übrig vor allem wenn man sich nicht selbst kochen kann und Sojaprodukte etc. gibt es ebenfalls nicht in allen Ländern. Wenn man dann noch bei jemand zu Besuch ist kommt man sich ziemlich
unhöflich vor wenn man alle von den Gastgebern dem Besuch zu Ehren zubereiteten Gerichte ausschlägt.
In dem ich auf die Frage der Unhöflichkeit zurückkomme, habe ich die Möglichkeit darzustellen, wie der Buddhismus die Gebote des Verzichtes auf Fleisch und Alkohol handhabt. Der Buddhist sollte sich fleischlos ernähren, darf aber davon abweichen, wenn er glaubt dadurch zu vermeiden, seinen Gastgeber zu beleidigen, sollte sich aber nach dem Essen in Gedanken bei dem Tier, das er aß, bedanken, denn es war ein
fühlendes Wesen. Ebenso darf er mit ihm angebotenen Alkohol verfahren. Jedoch würde ich dennoch niemals Fleisch oder Eier essen; mit dem Alkohol habe ich dagegen gar nie begonnen - doch dies letztere hat andere Gründe als Gesundheit oder Buddhismus, die ich beide für meinen Vegetarismus anführe. Auch den Frauen darf ein Buddhist, der sich nicht im religiösen Dienst des Mönchstum befindet, zusprechen, sollte aber dennoch die Vielweiberei meiden, zum einen um das Übermaß zu vermeiden, das ihm den Blick auf die der Sexualität innewohnende Spiritualität verwehrt, zum anderen um nicht des Betruges an seiner Lebenspartnerin schuldig zu werden.
Grundsätzlich sieht der Buddhismus in der Sexualität etwas sehr Positives und ist hier weit weniger einschränkend als beispielsweise die klassische griechische Philosophie Aristoteles, der es seinen Schülern verbat, sich vor dem 35. Lebensjahr einer Frau zu nähern, weil diese einen verderbten Einfluß auf seine geistige Entwicklung hätten.