Essener Tafel

Wir haben ausladende städtische Grünanlagen, die intensiv genutzt wurden und entsprechend verdreckt. Das hatten Arbeitslose bei uns in Gang gehalten. Schöner Job, frische Luft, Du siehst, was Du geschafft hast. Stand bedrohlich auf der Kippe. :(
Na da hoffe ich doch stark, dass es denen im Halse stecken bleibt. Denn:

Die Arbeit auf der Hardt ist eine Qualifizierungsmaßnahme für Arbeitslose, die so Erfahrungen im Bereich Landschaftsbau erwerben können. Außerdem, so Kühn, sorge das für eine neue Motivation bei den Betroffenen.​

Es wird hier pauschal mit einer "Qualifizierungsmaßnahme" argumentiert. Jedoch ist diese Argumentation nicht hinreichend bestimmt. Eine AGH/MAE ist ein nachrangiges Mittel für Langzeitarbeitslose. Es sind zunächst vorrangige Mittel für die Beseitigung der Arbeitslosigkeit anzuwenden.

Beispiel:
Ein arbeitsloser Rechtsanwalt für Verkehrsrecht wird wohl kaum mit dieser "Qualifizierungsmaßnahme" geholfen sein, da er kurz- als auch langfristig mit dieser Qualifizierungsmaßnahme seine Bedürftigkeit und Arbeitslosigkeit nicht verringern kann.

Die Fachidioten beim Jobcenter sind eigentlich angehalten, im Vorfeld ein Eingliderungskonzept mit dem Betroffenen auszuarbeiten und darauf hinzuarbeiten, dass die Defizite, die zu seiner Bedürftigkeit führten, beseitigt werden.

Ein Rechtsanwalt, der z.B. auf Grund von Krankheit oder sozialer Inkompetenz (fehlende Softskills) keine Arbeit findet, dem wird ein herumbuddeln irgendwo in Parkanlagen kaum aus seiner Bedürftigkeit helfen, da nicht ziel- und zweckgebunden. Auch lässt hier ein Eingliederungskonzept nicht ermitteln.

Alleine die Aussage "das für eine neue Motivation bei den Betroffenen" gesorgt würde, würde allenfalls die stigmatisierte Behauptung in den Raum werfen, die Bedürftigen hätten - trotz Arbeitslosigkeit - keinen geregelten Tagesablauf oder würden Unmotiviert irgendwo in der Ecke herumgammeln und nichts tun.

Alleine diese Aussage würde einen gewaltigen Eingriff in seine persönlichen Verhältnisse bedeuten.
 
Wenn man mal davon ausgehen würde, dass Arbeitslose eine gute Wahl wären für die Arbeit bei der Tafel, wäre es dann nicht sinnvoller diese Arbeit auch zu bezahlen? Also auch aus Sicht der Ämter.
Richtig!

Die Arbeitslosen hätten Arbeit und die Kosten die für die einzelne Person an Amtsaufwand aufgewendet würden, könnten in den Lohn investiert werden.
Richtig!

Gut, dabei springt sicher kein hochbezahlter Job bei raus, aber für Langzeitarbeitslose immerhin ein Job. Das selbst verdiente Geld dürfte auch für's Gemüt von manch einem besser sein als Arbeitslosengeld beziehen.
Richtig!

Soweit zur Theorie :)
 
@Almancali Das Jobcenter hatte mit dieser Aktion ja nur insofern zu tun, als daß die den Kram bislang bezahlt hatten (inzwischen sind andere Fördertöpfe aufgetan). Die da auf der Hardt aufräumen, das sind von Gesa-Streetworkern handverlesen aufgesammelte ... auch Ex-Junkies und Alkies. Eher weniger Rechtsanwälte; die müßten schon tief abgestiegen sein. Alles in Ordnung. :)

Ich verstehe ja dein Mißtrauen. Meine Tante hat das Jobcenter Solingen mal verdonnert zu einem Kurs „Bewebungsschreiben aufsetzten“. Sie war u.a. Doktorin der Biologie ... :confused:
 
@Almancali Das Jobcenter hatte mit dieser Aktion ja nur insofern zu tun, als daß die den Kram bislang bezahlt hatten (inzwischen sind andere Fördertöpfe aufgetan).
Und auch hier haben sich Abgründe aufgetan. "Fördertöpfe" wurden unrechtmäßig seitens der Jobcenter missbraucht und dafür Leut ein MAE/AGH gezwungen, wo sie eigentlich nicht hin wollten bzw. die Fördergelder dazu nicht vorgesehen waren.

Daher raten wir auf dem Elo-Forum auch immer dazu, dass die Leute, die in so einen Mist hineingezwungen werden, sich die Herkunft der Fördergelder genauer ansehen und dann Rückschlüsse und Rückfragen an das Jobcenter tätigen. Meistens lösen sichsolche unrechtmäßigen Zuweisungen in solch' eine Veranstaltung in Rauch auf.

Die da auf der Hardt aufräumen, das sind von Gesa-Streetworkern handverlesen aufgesammelte ... auch Ex-Junkies und Alkies.
Ein weiteres rechtliches "Problem". Denn diese "Streetworkers" sind überhaupt garnicht dazu berechtigt, solche "Handverlesungen" auszuführen. Die Vermittlung in Arbeit kann alleine nur durch den Leistungsträger durchgeführt werden. Nur diese sind gesetzlich dazu berechtigt - und das nur nach korrekter Vorgehensweise - Leute in Arbeit oder Arbeitsgelegenheiten zu vermitteln. Per Gesetz darf diese Handlung nicht an Dritte übergeben werden. Sprich: Das Jobcenter oder Arbeitsamt darf diese Aufgabe nicht an Dritte (oder Maßnahmeträger) übergeben. Erstens würde das gegen das Sozialdatengeheminis verstoßen und zweitens sind diese Maßnahmeträger nicht in der gesetzlichen Situation, die Zumutbarkeit und Zulässigkeit dieser Aufgabenvermittlung zu übernehmen. Gerade bei kranken Leuten.

Daher glaube ich kaum, das Ex-Junkies oder Alkoholiker (beides eine anerkannte Krankheit) überhaupt zu solchen Arbeiten zugelassen sind. Bevor die überhaupt arbeiten können, müssen die im Vorfeld wieder gesund gemacht werden, damit sie erst arbeiten gehen können. Auch das liegt 100% im Verantwortungsbereich der Jobcenter und Arbeitsämter. Der ganze Blödsinn ist im BSG geregelt.

Eher weniger Rechtsanwälte; die müßten schon tief abgestiegen sein.

Ab 17:10 bis 18:10 (so um den Dreh) wird die mitgeteilt, dass das jeden aus jeder Schicht und jeder Berufsgruppe ganz schnell treffen kann.

Hinweis: Ich habe den YT Link aus informellen Gründen hier verlinkt. Ich habe nichts mit den Urhebern und Erstpostern auf YT zu tun.
 
Zu den Obdachlosen wollte ich auch gerade was sagen, hast du @Alubehütet eine Ahnung wie viel Akademiker darunter sind? Nicht, dann mal in die Obdachlosenhilfe gehen. Frank Zander hat bei Hart aber Fair dazu auch was gesagt.

Gab auch mal eine Reportage dazu.....

 
Warum sollte eine Doktorin der Biologie nicht lernen wie man Bewerbungsschreiben aufsetzt? Im Biologiestudium wird das sicherlich nicht vermittelt.
Dazu müssten Arbeitgeber in der Lage sein, diese dann auch zu lesen. Mein damaliger Vorgesetzter hat 20 Jahre in dem Unternehmen gearbeitet und hat selbst keine Ahnung, wie eine Bewerbung zu schreiben ist bzw. ein Lebenslauf auszusehen hat. Man sollte halt nichts von einer Doktorin der Bioglogie abverlangen, was 90% der Unternehmer und Personalverantwortlichen selbst nicht können. Und dann stellt sich die Frage, wer einem das "Korrekte" beibringen soll ?
 
@Almancali
Ich hatte das selber nicht mehr so klar; ewig her, daß ich mich mal unterhalten hatte mit welchen von denen.

Aber ich hatte das richtig in Erinnerung. Das ist nicht allgemein eine Arbeitslosenmaßnahme, sondern speziell eine für Suchtkranke. Das nennt sich Clean Street und wird getragen vom Freundes- und Förderkreis Suchtkrankenhilfe e.V..

Die sind schon in Ordnung.

Grundsätzlich: Bei Suchterkrankten erreicht man mit Zwang rein überhaupt nichts. Auch nicht mit Zwangsarbeit. Sie müssen schon selber rauswollen aus der Grütze. Und dann kann eine Beschäftigung wie Clean Street durchaus eine Hilfe sein.




@Berfin1980 zu Frank Zander paar schöne Bilder und ein Bericht:

Jedes Jahr an Weihnachten arrangiert Frank Zander mit seiner Familie und vielen Freunden eine Weihnachtsfeier für 3000 Obdachlose und Bedürftige.

Auch 2017 gab es im Hotel Estrel Berlin das traditionelle Gänseessen, Live-Musik und Sachspenden in Form von warmen Kleidern, Schlafsäcken, Getränken und anderen nützlichen Dingen.

Jedes Jahr bieten Prominente ihre Hilfe an. Sie servieren das Weihnachtsmenü, füllen das Unterhaltungsprogramm oder verteilen zusammen mit vielen weiteren Ehrenamtlichen die Geschenke an die bedürftigen oder obdachlosen Erwachsenen und Kinder.

2017 kam prominente Unterstützung u.a. von Geiger David Garrett, Neuköllns ehemaligem Bürgermeister Heinz Buschkowsky, Schlagersängerin Nicole, Schauspielerin Angelika Mann, Schauspieler Dieter Hallervorden, Grünen-Politikerin Renate Künast, Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD), Regisseur Detlev Buck, Entertainer Wolfgang Lippert und wie immer Frank Zander selbst.

Serviert wurden insgesamt 3000 Gänsekeulen, 6500 Knödel, 850 Kilo Rotkohl und 250 Liter Soße. Kosten bis zu 45.000 Euro werden durch Spenden gedeckt.

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Will sagen, der kennt sich aus. :)
 
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