Essener Tafel


Diskriminierung aufgrund von Geschlecht, Hautfarbe, Religion oder sexueller Orientierung ist in Deutschland verboten und kann strafrechtlich verfolgt werden. Wenn man diskriminiert wird oder sich bedroht fühlt, empfiehlt es sich, die Polizei zu rufen. Es ist niemals zulässig, mit Gewalt zu reagieren. Gewalt ist in Deutschland ebenfalls verboten.

Wegen dem hier, was auch Bestandteil der Broschüre ist sowie der Belehrung in Sachen Grundrechte. Zumal sie ja auch wegen ihrer sexuellen Neigung in der Heimat diskriminiert wurden.
 
Rosarote Wolken sind schön.
Wo soll ein Spender herkommen? Wird es nicht langsam Zeit das der Staat mal Verantwortung übernimmt? Wenigstens Ordnungskräfte bereit stellt, damit alle wieder etwas (wieviel auch immer) bekommen können.
Da du nur das negative sehen willst erübrigt sich jeder weitere Austausch mit dir.

Ich denke ich hatte hier schon mehrfach erwähnt das die Tafeln nicht der soziale Dienst des Bundes sind. Als eingetragener Verein der dem Gemeinnutz dient sind sie auch in der Lage Fördergelder zu beantragen und es besteht eine Verpflichtung Bußgelder an gemeinnützige Organisationen zu spenden, dazu muss man sich bei den entsprechenden Stellen als Empfänger registrieren lassen, vorausgesetzt die Gemeinnützigkeit wurde seitens des Finanzamtes anerkannt. Denk aber das dies der Tafel Bund bekannt ist.

Und ja es gibt schon diverse Tafeln die dort Ehrenamtliche einsetzen um Ordnungen einzuhalten, z.B. Potsdam.
 
Ich will nicht zu lokalpatriotisch rüberkommen. Wuppertal war die erste Stadt mit einem veritablen Korrutionsskandal in NRW, und es wurde der größte.

Aber wenn wir eines hier können, dann ist es Soziales. :)

Um mal anzudeuten, wie hoch die Meßlatte hängt, wie viel Luft noch nach oben ist:
  • Herz der Wuppertaler Tafel ist die Kantine. Drei Mal am Tag geöffnet; außer zum Frühstück gibt es warmes Essen, für jedermann. Wer kommt, der kommt. Gespeist auch durch Malzeiten, die in Kantinen und Unimensa übrig bleiben.
  • Gleichzeitig dazu gibt es eine Lebensmittelausgabe, also Gemüse, Brot usw. Ohne Berechtigungsschein oder ähnliches. (Bin da aber nicht auf dem neusten Stand.)
  • Es gibt eine eigene Kindertafel.
  • Über der Kantine gibt es ein Möbellager, Second-Hand-Kleidung und eine Büchertafel.
  • Etliche Tafelläden bis nach Schwelm und Gevelsberg werden wöchentlich beliefert.
  • Abends fährt ein Tafelbus 4 Brennpunkte an: Dort gibt es eine Plastikschüssel mit warmen Eintopf (Nachschlag möglich), Tüten mit Brötchen und Teilchen. Da stehen so 20, 30 Leute an; gegen Monatsende erheblich mehr.
  • Donnerstags fährt ein Medimobil mit; ein Krankenwagen mit Arzt und Pflegerin: Niederschwelligste Hilfe für die, die zu verschämt sind, in eine Arztpraxis zu gehen (weil sie eine Fahne haben, seit Tagen nicht gewaschen usw.).

Die Arbeit erledigen:
  • ca. 250 ehrenamtliche Helfer,
  • 7 Mitarbeiter im Bundesfreiwilligendienst
  • 47 "Ein-Euro-Jobber", 4 "Zwei-Euro-Jobber"
  • 10 festangestellte Kräfte in Vollzeit
  • 2 festangestellte Kräfte in Teilzeit
  • 3 Sozialarbeiter
  • ca. 80 Sozialstündler im Monat
 
Da du nur das negative sehen willst erübrigt sich jeder weitere Austausch mit dir.

Negativ? Vielleicht bin ich aber auch nur realistisch.
Was du und auch Alu beschreiben ist sehr schön, setzt aber eine Menge ehrenamtliche Helfer voraus. Haben die in Essen scheinbar nicht und deshalb ist es unrealistisch etwas von ihnen zu erwarten was sie nicht leisten können.
 
Die Bedingungen sind vor Ort immer unterschiedlich.


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Tatsächlich ist unsere Industrie überwiegend die von Familienunternehmen. Das heißt, wir haben traditionell ein starkes, selbstbewußtes, spendenwilliges Bürgertum. Viele Stiftungen unterschiedlicher Art.

Und, natürlich. Wuppertal ist die Stadt der Frühindustrialisierung. Von daher haben wir eine starke soziale Ader. Friedrich Engels, das Kolpingwerk, der CVJM sind Namen, die sich mit Wuppertal verbinden.

Trotzdem. Wenn ich den Essener Tafelbus sehe mit nur zwei Reklamen drauf, da fehlt es an Kreativität. Sicher. Man kann ehrenamtliches Engagement nicht einfordern. Aber was man so liest: Auf Angebotsseite hätten die Tafeln ihre Grenze erreicht, das Angebot habe sich in den vergangenen Jahren verdoppelt ... Ich habe da meine Zweifel.
 
Gestern haben ja 30 Wohlfahrtsverbände, Gewerkschaften usw. zu einer gemeinsamen Erklärung zusammengefunden.

"Lebensmittelspenden sind gut, doch in unserem Sozialstaat darf niemand darauf angewiesen sein", sagte der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands, Ulrich Schneider. "Die Sicherung des Existenzminimums ist Aufgabe des Sozialstaates."

Ulrich Schneider sprach von einer "objektiv ethnischen Diskriminierung" der Essener Tafel, die korrigiert werden müsse. Denkbar seien als vorrübergehende Lösungen etwa Losverfahren oder das Bevorzugen besonders Bedürftiger. Rassismus-Vorwürfe wies er zurück. Er könne sich nicht vorstellen, dass bei Menschen, die seit Jahren ehrenamtlich tätig seien, rassistische Motive eine Rolle spielten. Das Grundproblem sei die Überlastung der Tafeln.

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Genau so sehe ich das auch. Die Essener Tafel hat Mist gebaut, Punkt. Aber auch, wenn ihre Maßnahme objektiv diskriminierend ist, kann von Rassismus oder Nazis keine Rede sein. Viel wichtiger aber ist, daß erstmals eine breitflächige Diskussion in Gang gekommen ist, daß es ein Skandal ist, daß es Tafeln überhaupt geben muß.
 
Stimmt, finde ich auch wichtig und somit hat es doch noch etwas positives gebracht. Nun muß nur noch gehandelt werden, nicht nur nett geredet.
 
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