Flüchtlingskrise

An alle, die mir hier wieder abstrusen Zeugs unterstellen: Bitte lest das hier noch einmal.
Wir können uns nun mal nicht aussuchen, wer es bis zu uns schafft, und wer berechtigt in Not unsere Hilfe und Solidarität in Anspruch nimmt. Hätten wir es uns aussuchen können, wären es schon 2015/16 lieber Menschen gewesen wie die, die jetzt kommen. Natürlich. Ich erinnnere mich: In einer Flüchtlingsunterkunft war einer aus Syrien: Kerl wie ein Baum. Laut. Wirr. Hat zusehen müssen, wie vor seinen Augen Vater und Bruder erschossen worden waren. Völlig durch den Wind. Hatte einen Hals auf einen bestimmten Hausmeister und drohte wiederholt, wenn er ihn das nächste mal sähe, würde er ihn töten. Lachend. Ob er das ernst meinte, wird er selber nicht gewußt haben. Was wir allerdings wußten, war, daß er regelmäßig seine Frau verprügelt hat. Selbstverständlich. So einen will niemand hier haben. Genauso selbstverständlich: Genau er, und gerade er gehört hier aber hin. Wird nie wieder Fuß fassen, wenn nicht hier.
Selbe Flüchtlingsunterkunft, andere Geschichte, die mir erzählt worden ist. Anderer Flüchtling, ganz anderer Typ. Ich habe ihn später kennengelernt: Ruhig, vernünftig, intelligent, schon gute Deutschkenntnisse. Steht am hellichten Tag auf der zentralen Gemeinschaftswiese, schreit alle drei Wohnblöcke zusammen. „SCHEISS DEUTSCHLAND! SCHEISS MERKEL!“ Versucht, sich die Unterarme zu öffnen mit einem Brotaufstrichmesser. Also mit einem, mit dem man Butter und Leberwurst oder Marmelade auf ein Brötchen verteilt; mit dem man allenfalls das Brötchen zuvor aufsägen kann. Keinen Unterarm. Die Hausmeister, durchaus robust, durchaus auch körperlich durchsetzungsfähig und erfahren, sehen, daß hier ihre Kompetenzen überschritten sind. Der Typ ist, wodurch auch immer getriggert, völlig durch den Wind, ist in einer akuten Krise, der gehört fachärztlich behandelt vulgo ruhiggestellt. Psychiatrie, geschlossene, bis auf weiteres. Das muß die Staatsgewalt verfügen und durchsetzen. Polizei gerufen. Der junge Mann geht mit seinem Schmiermesser auf den Polizisten los. Dieser stolpert drei Schritte zurück, zieht und entsichert seine Waffe, hält sie mit beiden ausgestreckten Armen vor sich, brüllt ihn an: Waffe fallen lassen! Hände über den Kopf! Hinlegen! Was der natürlich macht.

Solche Leute will hier keiner haben! Seit Ihr doof? Gerade diese Menschen aber brauchen unsere Hilfe! Gerade sie haben Anspruch darauf! Habe ich irgendwo die Schlußfolgerung vertreten, weil sie uns belasten, sollten wir sie ausser Landes schaffen? Habe ich nicht. Im obigen Post habe ich das exakte Gegenteil gesagt.

Wünschenswert: Das Leben ist kein Wunschkonzert. (Wie sie im Osten sagen: Wir sind hier nicht bei Wünsch-Dir-was.) Wir kriegen nun mal nicht die Flüchtlinge, wie wir sie uns gerne backen täten in Familienserien und Heimatromanen, wir kriegen die, die uns brauchen. Und die uns am bittersten brauchen sind bisweilen die, die wir am wenigsten gerne hätten.

Wo sonst sollen diese Menschen wieder Frieden lernen? Wo sonst finden sie die Ruhe, ihre Traumatisierungen nach Jahren aufzuarbeiten? Die kann man auf unabsehbare Zeit nicht nach Syrien zurückschicken, egal, wie „befriedet“ das sein mag; sie werden dort so schnell ihren Frieden nicht mehr finden.

Meine Unterscheidung ist nicht die von guten Flüchtlingen und schlechten Flüchtlingen. Meine Unterscheidung ist die von anstrengenden und nicht so anstrengenden Flüchtlingen.

Bin jetzt endlich auch wieder in einem Flüchtlingsheim wiederholt gewesen. Die jetzt sind komplett andere. Es kursieren erste Überlegung, die Hälfte der Security, die man bestellt hat (privates Wachpersonal), wieder abzuziehen.


Das muß nicht so bleiben. Laß erst mal die Asow-Nazi-Bataillone aus dem Donbass kommen, traumatisiert und gefoltert von den Putin-Nazis der Wagner-Gruppe oder Tschetschenen oder den syrischen Söldnern. Die hier genau so, verdammt noch mal, hingehören, genau so Kriegsflüchlinge sind.
 
Zuletzt bearbeitet:
Um das auch zu sagen: Diese beiden Geschichten sind mir darum so erinnerlich, weil sie eben nicht repräsentativ sind. Aus anderthalb Jahren kenne ich vielleicht eine Handvoll solcher Anekdoten.

Die aber doch das Leid zum Ausdruck bringen, das zu viele andere in sich hineinfressen.
 
Griechenland ist EU, ergo kein Drittstaat. Lies nochmal in dem Link von Pro Asyl nach: Gemeint war die Türkei. Zitat:

"Das Konzept des »sicheren Drittstaats« kam seit dem EU-Türkei-Deal im März 2016 zunächst nur in den Hotspots auf den ägäischen Inseln und in erster Linie bei Asylanträgen von syrischen Schutzsuchenden zur Anwendung. Im vergangenen Sommer ging die griechische Regierung als willfähriger Türsteher der EU noch einen Schritt weiter. Per Ministerialentscheidung wurde die Türkei pauschal für alle schutzsuchenden Menschen aus Afghanistan, Syrien, Somalia, Pakistan und Bangladesch für sicher erklärt. Und zwar nicht nur für neuankommende Asylsuchende, sondern rückwirkend für alle Menschen aus diesen Herkunftsländern, die in Griechenland einen Asylantrag gestellt haben.
Seitdem bleibt dem Großteil der Schutzsuchenden in Griechenland der Zugang zum Asylverfahren verwehrt. Asylanträge von Staatsangehörigen aus diesen fünf Ländern werden systematisch als unzulässig abgelehnt. (...)"
Danke Frau Schulmeisterin, ich kenne die Rechtslage. Vielleicht kann die Leitung einen Ironie/Sarkasmus-Button einführen.
 
Und da muß man wirklich sagen: Die haben ein Vielfaches binnen Wochen an Ukrainern aufgenommen, wie sie über Jahre Syrer, die ihnen zukontigentiert worden waren, nicht aufgenommen haben. Jetzt sind wir Deutschen als wirtschaftlich mit stärkste Kraft in Europa wieder mit nicht in der juristischen Pflicht, definiert durch Dublin II, aber in der moralischen Verpflichtung. Wir dürfen die Osteuropäer, so nachtragend ich auch Lust zu sein hätte, jetzt nicht hängen lassen.
Wir dürfen den Weiß-und-christlich-geht-vor-Narrativ nicht mitmachen. Ukrainerinnen dürfen nicht anders behandelt werden als andere Kriegsflüchtlinge. Damit meine ich, dass Deutschland Polen etc. nur dann in nennenswerter Zahl Ukrainerinnen abnehmen darf, wenn Araber*innen, Afghan*innen nicht schlechter gestellt werden.
 
Ihr werdet mitbekommen haben, daß unsere Bundesregierung sich sorgt (und wohl auch kümmert) um die diesmal vermehrt weiblichen Flüchtlinge.

Harmlosere Variante ist noch die, daß eine Wohnung vermittelt wird und im Gegenzug bestimmte Gefälligkeiten erwartet werden. Auch schon geschehen, daß Unterkunft & Job angeboten werden, der sich als Prostitution herausstellt.


Dagegen läßt sich hingegen formal schwer was einwenden:
... Inge Bultschneider von der Interessengemeinschaft "WerkFAIRträge". Die Initiative setzt sich seit Jahren für die Verbesserung der Arbeits- und Wohnverhältnisse von Migranten in der Fleischindustrie ein. Bis Kriegsbeginn habe sich Tönnies als Putin-Freund bekannt. "Sich am Elend zu bereichern und es als gute Tat zu verkaufen, ist in der Fleischbranche nichts Neues. 2015 bei der Flüchtlingswelle haben wir Ähnliches erlebt", so Bultschneider.
 
Diese Flüchtlinge. Immer dreister. Arbeitsplätze reichen denen jetzt nicht mehr. Jetzt nehmen sie den Deutschen auch noch die Parkplätze weg :oops:

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Kein Scheiß. Selber fotografiert, vor einer Flüchtlingsunterkunft.
 
Kein Scheiß. Selber fotografiert, vor einer Flüchtlingsunterkunft.
Da müssen die Menschen aus der Ukraine zum Registrieren hin, Du Nase. Die ABH'en machen es auch, aber die versinken gerade in Arbeit.
Was stört Dich jetzt konkret? Was erlaube Ausländer, im Auto zu fliehen oder wie? ;)
Hat Schwiegerprinzessin auch gemacht: Mit Mama, Papa und drei Brüdern von Bagdad vor Ausbruch des Kriegs in Syrien nach Aleppo, als es zu Hause Bomben hagelte.
 
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